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Das Geheimnis von Fairfleet Roman von Graham, Eliza (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis von Fairfleet

Eine junge Frau. Ein altes Landhaus. Das Echo einer Schuld ... Die Krankenschwester Rosamund Hunter nimmt eine Anstellung im Landhaus Fairfleet an, um den im Sterben liegenden Besitzer Benny Gault zu pflegen. Sie verrät dabei nicht, dass sie selbst in dem Haus aufwuchs und nun zurückgekehrt ist, um sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch auch Benny hat ein Geheimnis: In den 30er Jahren floh er als Kind aus seiner deutschen Heimat und fand Zuflucht auf Fairfleet. Doch er zahlte einen hohen Preis für seine Freiheit. Und nun ist der Moment gekommen, sich endlich der Wahrheit zu stellen ... Eine mitreißende Familiengeschichte über Erinnerungen, Liebe und Verrat. Eliza Graham ist Autorin und Journalistin. Für ihren ersten Roman Weil du mich liebst suchte sie über fünf Jahre lang einen Verleger, bis er mit großem Erfolg in England erschien. Auch in Deutschland eroberte sie damit die Bestsellerlisten. Eliza Graham lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Hund in Oxfordshire, nordwestlich von London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 17.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123970
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Fairfleet
    Größe: 804 kBytes
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Das Geheimnis von Fairfleet

2

Benjamin, 1939

D er Junge klammerte sich an seinen Fußball. Das Namensschild, das er um den Hals trug und das ihm in die Haut schnitt, flatterte im Wind. Nachdem sie in Harwich angelegt hatten, hatte sich sein Magen wieder beruhigt. Er stand oben auf der Landungsbrücke und sog in tiefen Atemzügen die mit Salz und Öl gesättigte Luft ein, die in seiner Kehle kratzte. Wo waren die kleinen Kinder, um die er sich während der Reise gekümmert hatte? Eine Frau in Schwesternuniform führte sie bereits weg. Jemand schob ihn sanft die Landungsbrücke hinunter.

Alles sah anders aus in England: die Autos, die Hafenarbeiter, die Gebäude. Sie wurden von den Menschen angelächelt, selbst von den Polizisten mit den hohen Helmen und Umhängen. Einer von ihnen hielt die Hand eines kleinen Mädchens und hob im Schneetreiben seinen Koffer auf.

Alles sehr fremdartig. Alles sehr sicher. Er musste schnell weg von hier.

Er sah sich um, weil er sich auf dem Boot verstecken wollte, doch gegen die Kinderflut, die sich über die Landungsbrücke ergoss, kam er nicht an. Die Jungs bedachten ihn mit Flüchen, und die Mädchen schnalzten abfällig mit der Zunge, als er sich zwischen sie drängte. Er gab es auf und ließ sich von ihnen auf festen Boden schieben, der allerdings feucht war, genau wie auf dem Schiff. Offensichtlich hatte es hier geregnet und schneite jetzt sogar. Weiße Flocken schmolzen auf dem schwarzen Boden. Alles schwankte, als Benny am Kai entlangging. Vielleicht dauerte es eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hatte, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Er hörte das Geschrei der englischen Hafenarbeiter in einer Sprache, die er nicht verstand und deren Melodie ihm fremd war. Harwich las er auf einem Schild.

Dann saß er mit den anderen Kindern in einem Bus, dessen Luft von langen Reisen und Abschieden geschwängert war. Sorgen bereitete ihm nicht nur die Frage, wo die Toiletten waren, sondern auch die Angst, dass ihm die großen Jungs Schwierigkeiten machen könnten. Sei kein Kindskopf, sagte er sich. Du bist elf und keine sechs. Eine plumpe Frau mit einem Hut, der an einen zusammengedrückten Kuchen erinnerte, verteilte Süßigkeiten und wischte Nasen. Jemand übergab sich fast lautlos in eine Papiertüte. Ein etwa vierjähriges Kind weinte, während es den Kopf in seinem Schoß vergrub, sodass ihm Tränen über die Knie liefen.

Dann erreichten sie das Lager, ein großes Gebäude mit Metallstreben. Es sah ganz anders aus als die Lager, von denen er zu Hause gehört hatte. Die Frau mit dem zerdrückten Kuchenhut hatte sie hineingescheucht, und man servierte ihnen auf Tapeziertischen eine heiße Mahlzeit, die zu identifizieren er viel zu müde war. Junge Männer und Frauen brachten sie zu Häuschen, die wie Miniaturausgaben von Berghütten aussahen und in denen sie schlafen sollten, obwohl es noch nicht Nacht war. Sie wurden in Dreier- oder Vierergruppen eingeteilt. Die anderen Jungs in seiner Hütte waren Fremde für ihn. Gut. Er legte seinen Fußball ans Ende seiner Koje. Schlafen konnte er bestimmt nicht. Doch er schloss seine Augen, um alles auszublenden. Dachte an sein Schlafzimmer zu Hause. Still. Verdunkelt. Fußballplakate an den Wänden. Baukästen. Ein vollgestopftes Bücherregal. Emil und die Detektive war ihm das liebste Buch, es wäre schön, es jetzt durchblättern zu können. Er spürte einen stumpfen Heimwehschmerz. Versuch das zu ignorieren, spür die sichere Rundung des Fußballs zu deinen Füßen und ...

Als er wach wurde, war es Morgen. Er trug noch i

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