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Das Glück wächst nicht auf Bäumen Roman von Wunder, Wendy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Glück wächst nicht auf Bäumen

Kann man Glück lernen? Hannah ist schüchtern, angepasst und fällt ungern auf. Zoe ist impulsiv, temperamentvoll und liebt es, unsinnige Dinge zu tun. Hannah und Zoe sind beste Freundinnen. Nichts und niemand könnte sie trennen. Als Zoe den Drang verspürt, aus ihrer kleinen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden, zögert Hannah keine Sekunde, sie zu begleiten. Gemeinsam machen sie sich mit ihrem Auto auf und lassen alles hinter sich: ihre Eltern, ihre enttäuschten Lieben, das College. Und während sie Tornados jagen, Kermit befreien und neue Freunde finden, begreift Hannah immer mehr, was Zoe ihr zeigen will: dass das Leben wunderschön ist, dass man Grenzen einreißen darf, dass es Spaß macht, mutig zu sein. Und Hannah weiß auch, dass ihnen vielleicht nicht mehr viel Zeit bleibt - denn Zoe ist krank und jeder Tag mit ihr ein kostbares Geschenk. Wendy Wunder unterrichtet Yoga in Boston, wenn sie nicht gerade schreibt oder Zeit mit ihrem Mann und ihrer Tochter Cadence verbringt. Und ja, Wendy Wunder ist tatsächlich ihr richtiger Name.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641157210
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Museum of Intangible Things
    Größe: 778 kBytes
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Das Glück wächst nicht auf Bäumen

Neid

Man sagt, die Mittelklasse verschwindet mit geradezu alarmierender Geschwindigkeit, und in unserer kleinen Stadt am See war sie ohnehin nie besonders ausgeprägt. Wir klammern uns krampfhaft an die Überzeugung dazuzugehören, aber sie scheint unserem Klammergriff immer wieder zu entgleiten, sich unserem Zugriff zu entwinden, und obwohl es in den Wäldern wunderschön ist - und man mit dem Auto in einer Dreiviertelstunde in Manhattan ist -, werden viele von uns es nicht schaffen und weiter abrutschen.

Wir alle hier kennen die Geschichte von Corinne MacNulty, dem hübschen Mädchen mit der makellosen milchigweißen Haut, das nach ihrem Abschluss nun in High Heels an der Stange tanzt und sich für die angetrunkenen, nach Schnaps stinkenden, bierbäuchigen Freunde ihres Vaters, der sie früher immer zum Cheerleader-Training gefahren hat, vornüberbeugt.

Oder Michael Garudo, der in Afghanistan gestorben ist, weil er keine andere Wahl hatte.

Oder Jonathan Bruder, der einfach in den See gegangen und ertrunken ist, denn wenn einem hier erst mal das Wasser bis zum Hals steht, zieht einen keiner mehr raus.

Wären Zoe und ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, vielleicht hätten wir ihn retten können. Mit fünfzehn träumten wir davon, Rettungsschwimmerinnen zu werden. Ich, weil ich den See so liebte, und Zoe, weil sie im roten Badeanzug einfach atemberaubend aussieht. Also haben wir uns zum Schwimmtraining angemeldet, zwei Stunden jeden Tag noch vor Sonnenaufgang, und wir lernten, schlaffe, leblose Körper an den Haaren aus dem eisigen Wasser zu fischen. Abwechselnd mussten wir Retter und Opfer spielen. Und nie hat man uns gesagt, was wir tun sollen, wenn der Ertrinkende eine Glatze hat.

Inzwischen gibt es keine finanzielle Unterstützung mehr für die Ausbildung von Rettungsschwimmern.

Es gibt keine Rettungsschwimmer-Camps mehr, keine Schriftstellerstipendien und auch keine Mentoringprogramme. Niemanden, der unserer Schule einen neuen Flügel stiftet oder außerschulische Projekte unterstützt. Unsere kleine Schule in den Wäldern wird von den Philanthropen einfach übersehen. Der Sportunterricht wurde vom Stundenplan gestrichen. Mal abgesehen von unseren eigenen kleinen ambitionierten Projekten mit Sprühdosen, gibt es auch keinen Kunstunterricht mehr. Fremdsprachen werden an unserer Schule nicht unterrichtet und auch keine höhere Mathematik oder irgendein naturwissenschaftliches Fach außer Biologie. Es geht sogar so weit, dass man, wenn man in den standardisierten Tests eine bestimmte Punktzahl überschreitet, nachmittags nicht mehr zum Unterricht bleiben muss, weil die finanziellen Mittel bloß noch für Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht ausreichen.

Wir haben also jede Menge Freizeit.

Wie ein Mensch seine Freizeit verbringt, sagt viel über ihn aus. Zoe und ich verbringen unsere Freizeit damit, andere zu belauschen. Und zwar von unserem geheimen Versteck auf dem Speicher der Sussex Country Day School.

Die Sussex Country Day ist eine angesehene Privatschule. Idyllisch auf einem Hügel gelegen in einem restaurierten alten Farmhaus mit Scheune und Nebengebäuden und umgeben von sieben Morgen makellos gepflegter Rasenfläche. Es gibt Lacrosse-Felder für Jungs und für Mädchen, einen Stall mit auf Hochglanz gestriegelten Pferden und viel Platz für ausgefallene Sportarten, die man nicht im Fernsehen sieht wie Squash oder Fechten.

Die Kinder hier haben einen angeborenen Drang, gegen ihr absolut perfektes Leben zu rebellieren. Also schlucken sie heimlich mehr Ritalin, als der Arzt ihnen verordnet hat, oder weigern sich, die monogrammbestickten Polohemden zu bügeln. Sie tragen schwarzen Lippenstift oder kürzen die rotbraunen Röckchen ihrer Schuluniform so ungeniert, dass die Falten kaum die Grübchen ihrer Pobacken bedecken. Sie sind geschlagen mit den Krankheiten, die alle Menschen befallen, die zu viel Zeit haben, wie Bulimie

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