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Das große Glück mag kleine Fehler Roman von Daniels, Anna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das große Glück mag kleine Fehler

PS: Meine Eltern wohnen noch bei mir!
Lucy hat einen renommierten Job in Melbourne, einen festen Freund und überhaupt ein ziemlich gutes Leben. Doch dann steht plötzlich alles Kopf, und Lucy findet sich als arbeitsloser Single wieder. Zu allem Übel muss sie auch noch zu ihren Eltern in die tiefste Provinz ziehen. Aber von Idylle kann auch hier keine Rede sein. Denn während ihre Mutter tagtäglich Pop-Diva Cher zitiert, schleift sie ihre beste Freundin von einer Party zur nächsten. Da reicht es Lucy endgültig. Mit ihrem letzten Geld tritt sie eine Reise an, die sie nicht nur zu japanischen Thermalbädern, sondern auch zu gutaussehenden Schotten führt. Wird Lucy ihr großes Glück in der Ferne finden?

Anna Daniels ist eine australische Autorin, Produzentin und Entertainerin. Ihren Durchbruch hatte sie mit einem misslungenen Interview mit Russel Crowe. Für ihren Debütroman Das große Glück mag kleine Fehler war sie in ihrer Heimat bereits für den Vogel's Literary Award nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219505
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher .42239
    Originaltitel: Girl in Between
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Das große Glück mag kleine Fehler

1

N ichts holt einen schneller auf den Boden der Tatsachen zurück als ein Besuch beim Steuerberater. Gerade habe ich Todd Doherty eine Dreiviertelstunde lang Zahlen von ausgeblichenen Belegen angesagt, und er hat mir versprochen, meine Steuererklärung zeitnah zu erledigen, damit ich nicht so lange von zwei Dritteln von nichts leben muss. Super peinlich, wo Todd und ich doch zusammen auf der Highschool waren. Wahrscheinlich streicht er ein sechsstelliges Gehalt ein, während er nun ganz genau weiß, dass ich im Moment noch nicht mal sechs Dollar zusammenkratzen könnte.

"Fatal", hat Todd meine finanzielle Situation genannt. Immerhin hat er dabei entschuldigend gelächelt. Das letzte Mal, dass ich aufgrund meiner Finanzen gelächelt habe, ist schon ziemlich lange her. Mein treuer alter Corolla, mit dem ich gerade zum Haus meiner Eltern in Rockhampton fahre, ist mein einzig wertvoller Besitz - na ja, der und meine Anne-auf-Green-Gables -Sammlung. Und meine Hündin Glenda, ein Kelpie. Wenn ich meiner besten Freundin Rosie von meinem Vormittag erzähle, wird sie sich totlachen.

Auf Rockhamptons breiten Straßen fühle ich mich fast wie die Einzige beim Autoscooter. Hach, Rocky. Wir sind berühmt für diese breiten Straßen, ebenso wie für die Tatsache, dass in der Mitte davon Züge fahren. Und natürlich für die Bullenskulpturen aus Glasfaser, die die Kreisel zieren - wie es sich für die Rinder-Hauptstadt Australiens gehört.

Apropos Züge, gerade rauscht einer neben mir her. Ich glaube, Rocky ist der einzige Ort auf der Welt, wo sich Züge einfach so von hinten anschleichen und die Straße mit dir teilen können. Eben standen sie noch alle Cappuccino schlürfend im Depot, und dann wollen sie auf einmal unbedingt mit zu deinem Lieblingschinesen Wah Hah Chinese .

Als ich am Paradise Plaza vorbeifahre, werde ich ganz nostalgisch. Ich bin schon fast zu Hause, und an jeder Ecke winkt eine Erinnerung. Da ist der Hungry Jack's , wo früher ein Secondhandladen war, dann die Gasse neben dem Kino, wo wir als Teenies unsere West Coast Cooler zischten, und Holy Mackerel , der Fish-and-Chips-Laden für freitagabends. Die neuen Inhaber sind wohl neulich verknackt worden, weil sie Drogen über die Ladentheke verkauft haben. Krass, oder? "Ich nehm zweimal Backfisch und für fünf Dollar Pommes." Zwinker, zwinker.

Trotzdem gibt es nirgendwo so viele grundanständige Menschen, die dir ihr letztes Hemd gäben und deswegen nur noch in ihren Nylon-Footballshorts rumlaufen würden wie in Rockhampton. Mum und Dad sind ein typisches Beispiel, auch wenn Dad Gott sei Dank keine Footballshorts trägt. Vor vierzig Jahren haben sie zusammen All About Town, eine Kombi aus Zeitschriftenladen und Abendkleidungsgeschäft aufgemacht. Erstaunlicherweise funktionierte die Mischung. Vor anderthalb Jahren verkauften sie den Laden an ein Paar aus Newcastle, das versprach, das Geschäft so weiterzuführen wie bisher. I nnerhalb von sechs Wochen war der Laden einem Waxin gstudio mit dem Namen Gone Bush gewichen.

Als ich jetzt daran vorbeifahre, fallen mir lauter Geschichten von früher ein. Lenny, Max und ich sind quasi im All About Town aufgewachsen. Ich habe schon Gold-Lotterie-Tickets verkauft, lange bevor ich es vom Gesetz her durfte, und meine Brüder waren sehr beliebt in der Schule, da sie leicht an gewisse Magazine herankamen. Mich reizten nicht so sehr die Magazine, als vielmehr die Süßigkeiten, aus denen ich Gewinn schlagen wollte. Ich schenkte sie den Jungs, in die ich verknallt war. Eines Tages sagte Mum zu Dad: "Ich versteh das nicht, Brian, die Mint Patties sind schon wieder alle!" Dad sah mich schief an und meinte: "Ich kann dir sagen, wo die abgeblieben sind, Denise. Bei Paddy Parker, Paddy Wyatt und Paddy Sadler. Patties für die Paddys." Meine Brüder brachen in Gelächter aus, ich in Tränen.

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