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Das Gutshaus in der Toskana Historischer Roman von Seemayer, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Das Gutshaus in der Toskana

Die Zutaten der Liebe. Toskana, 1833: Auf dem Weingut in der Toskana scheinen Marco und Antonella am Ziel ihrer Träume angekommen: Marco kann nun endlich seiner Berufung nachgehen, Antonella freundet sich schnell mit Tiziana, der Besitzerin der benachbarten Osteria an, und ist froh, bei ihr als Köchin und Bäckerin arbeiten zu können. Außerdem erwarten die beiden ihr erstes Kind. Doch dann taucht ihr ehemaliger Verlobter auf und droht, ihr Glück zu zerstören. Ein Weingut im Italien des beginnenden 19. Jahrhunderts und eine starke Frau, die für ihre Familie kämpft. Karin Seemayer, geboren 1959, machte eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau und war beruflich und privat viel unterwegs. Die meisten ihrer Romanideen sind auf diesen Reisen entstanden. Allerdings musste die Umsetzung der Ideen warten, bis ihre drei Kinder erwachsen waren. Heute lebt Karin Seemayer im Taunus. Im Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane 'Die Tochter der Toskana', 'Die Sehnsucht der Albatrosse' und 'Das Geheimnis des Nordsterns' lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 15.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215901
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: Aufbau Taschenbücher .3476
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Das Gutshaus in der Toskana

1. Kapitel

W ir brauchen Rosen", sagte Marco. "Rosen?", wiederholte Antonella und warf dem Mann an ihrer Seite einen ungläubigen Blick zu. Sie standen vor den wenigen Weinstöcken, die zu dem Pachtland gehörten, auf dem sie sich vor den Carabinieri versteckten. Wie kam er auf Rosen? Was sie brauchten, war Gemüse. Bohnen, Zucchini, Kartoffeln oder Getreide, um über den Winter zu kommen. Antonella nutzte jedes freie Fleckchen Erde, um Gemüse anzupflanzen, auch wenn es im September für vieles schon zu spät war. Für Blumen hatte sie keinen Platz, immerhin musste das Land drei Leute ernähren: Alessandro, den alten Pächter, der ihnen Unterschlupf gewährte, und sie beide.

"Wo willst du denn Rosen pflanzen?"

"Vor den Wein. Drei oder vier Stöcke sollten genügen." Marco deutete auf die Stecklinge, die Antonella und er vor zwei Wochen gepflanzt hatten. Es waren nur zwei Reihen, doch dahinter wuchsen alte Weinstöcke. Sie waren verwildert, trotzdem trugen sie noch, wenn auch sehr kleine Trauben. Es seien gute Stöcke, hatte Marco erklärt. Im Winter würde er sie beschneiden und danach würden sie auch wieder schöne große Trauben tragen. Sie selbst wären zwar dann schon in Amerika, doch Marco war in seinem Herzen viel zu sehr Winzer, um gute Reben verkommen zu lassen. Vielleicht konnte Alessandro oder einer der Nachbarn die Trauben ernten und Wein daraus machen.

"Warum willst du Rosen vor den Wein pflanzen?"

"Weil Rosen anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge sind als Wein. Sie bekommen zum Beispiel Blattläuse etwa zehn Tage früher. Das heißt, wenn ich an einem Rosenstrauch Blattläuse oder Pilz entdecke, kann ich noch etwas dagegen tun, bevor der Wein befallen wird." Er lächelte. "Es ist eines von Marios Geheimnissen."

"Wer ist Mario?"

"Der Cantiniere auf dem Gut meines Vaters."

Sie erinnerte sich. Am ersten Abend ihrer Flucht aus Antonellas Heimat vor über einem Jahr hatte er von dem Kellermeister gesprochen, der ihn alles über Wein gelehrt hatte. Damals hatte Marco sich als einfacher Landarbeiter ausgegeben. Sie hatte keine Ahnung gehabt, dass ihr ritterlicher Begleiter, der sie vor ihrem gewalttätigen Verlobten gerettet hatte, der Sohn eines Adligen und zugleich ein wegen Hochverrats gesuchtes Mitglied von Giovine Italia war.

Marco legte den Arm um ihre Schulter. "Am Donnerstag gehen wir auf den Markt nach Donoratico und kaufen Rosen."

Am Donnerstagmorgen spannten sie Marcos Pferd Rinaldo vor Alessandros klapprigen Karren und fuhren nach Donoratico. Marco und Antonella saßen auf dem Kutschbock, Alessandro auf der Ladefläche. Er wollte in der Ferramenta des Ortes eine neue Säge und Nägel kaufen. Antonella hatte vorgeschlagen, Hühner zu halten, und Alessandro wollte den Stall bauen. Es war das erste Mal, dass sie gemeinsam zum Markt fuhren. Bisher hatte Alessandro alle Einkäufe für sie erledigt, während sie sich auf seinem Land versteckten, denn Marco war in Genua nur knapp der Verhaftung durch König Carlo Albertos Soldaten entgangen.

Es war nach ihrer heimlichen Hochzeit gewesen. Sie hatten mit Marcos Bruder Enrico und seinem besten Freund Fabrizzio im Hinterzimmer einer Genueser Taverne gefeiert, als die Soldaten die Taverne gestürmt hatten, um Marco Michele di Raimandi, der wegen seiner Mitgliedschaft zur verbotenen Organisation Giovine Italia als Landesverräter gesucht wurde, zu verhaften. Marco und sie hatten es der Geistesgegenwart des Wirts, der sie in einem geheimen Keller versteckt hatte, und Marcos Bruder, der den Soldaten weißgemacht hatte, ihr Informant hätte wohl ihn mit Marco verwechselt, zu verdanken, dass sie fliehen konnten.

Doch inzwischen waren mehrere Wochen vergangen und es schien, als hätten ihre Verfolger ihre Spur verloren oder die Suche nach ihnen aufgegeben.

Von Leopold II ., Großherzog der Toskana, hatten sie nichts zu befürchten, erklärte Marco ihr auf der Fahrt. Er war u

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