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Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy von Braig, Maria (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy

Nachdem der Vater der dreizehnjährigen Shirin in Afghanistan beim Minensuchen tödlich verunglückt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Als 'Teejunge' muss sie nun auf dem Basar von Herat Geld verdienen, anstatt wie bisher die Schule zu besuchen. Hier trifft sie den 'Dancing Boy' Faruk, der ihr seine traurige Geschichte erzählt. Die beiden werden Freunde, und als sich das Schicksal wendet, machen sie sich zusammen auf den Weg in ein neues Leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743853355
    Verlag: BookRix
    Größe: 637 kBytes
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Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy

Shirin

Shirin war auf dem Weg von der Schule nach Hause. Heute war ein guter Tag, die Lehrerin hatte sie sehr gelobt, weil sie den besten Aufsatz der Klasse geschrieben hatte. Shirin beeilte sich, sie wollte möglichst schnell nach Hause kommen, um den Eltern davon zu berichten. Sie würden sich sehr freuen, das wusste Shirin, denn ihnen war wichtig, dass ihre Tochter die Schule besuchte und gut lernte.

"Nur wer eine gute Schulbildung besitzt, kann später über sein Leben selbst bestimmen", das bekam Shirin immer wieder von Vater und Mutter zu hören. Beide hatten als Kinder noch ein ganz anderes Afghanistan erlebt, als Shirin es heute kannte.

Manchmal zweifelte Shirin an diesem Lieblingssatz der Eltern, denn schon die Großeltern hatten beide die Hochschule besucht und waren schließlich doch nicht in der Lage gewesen, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Shirin konnte sich nur schwach an sie erinnern, erst war der Großvater, ein paar Jahre später die Großmutter gestorben. Bis zuletzt hatten sie gehofft, es kämen wieder andere Zeiten und der Großvater, der bei der Regierung in Ungnade gefallen war, könnte zurück an die Hochschule und die Großmutter könnte wieder als Lehrerin arbeiten und ohne Burka auf die Straße gehen. Aber sie hatten den Wandel nicht mehr erlebt.

Shirins Vater hatte zwar ebenfalls studiert, aber als Sohn seines missliebigen Vaters keine entsprechende Stelle bekommen, und arbeitete mal hier und mal dort, um mit seiner Familie eher schlecht als recht über die Runden zu kommen. Die Mutter war in Zeiten groß geworden, als Mädchen keine öffentlichen Schulen besuchen durften. Im Geheimen hatten Lehrerinnen bei sich zu Hause unterrichtet und dort hatte auch Shirins Mutter eine einigermaßen gute Schulbildung bekommen, aber eine Ausbildung hatte sie nicht machen können, an ein Studium war gar nicht zu denken.

Es war nicht immer so gewesen in Afghanistan. Es hatte Zeiten gegeben, in denen Jungen und Mädchen gemeinsam zur Schule gingen, in denen Männer und Frauen studieren konnten und anschließend in ihren gewählten Berufen arbeiteten, so hatten die Eltern erzählt. Allerdings hatte es immer schon große Unterschiede zwischen dem Leben in den großen Städten und dem auf dem Land gegeben. In den Dörfern, erst recht in solchen, die weit weg von den großen Zentren oder in den Bergen angesiedelt waren, mussten die Kinder meist arbeiten, anstatt zur weit entfernten Schule zu gehen, und die Menschen erfuhren weniger vom Weltgeschehen als in der Stadt. Hier hatten die Frauen immer schon weniger Rechte und weniger Wert als die Männer.

Dann kam die sowjetische Invasion in Afghanistan. Soldaten aus der Sowjetunion, einem Land, das es heute gar nicht mehr gab, waren gekommen und hatten die Macht übernommen. Auch in dieser Zeit war nicht alles gut gewesen, denn Krieg bedeutet immer Unrecht und Gewalt, und zu leiden haben am meisten die, die an den militärischen Auseinandersetzungen gar nicht beteiligt sind. Aber die sowjetischen Soldaten hatten versucht, den Menschen auf dem Land Lesen und Schreiben beizubringen und wer es sich leisten konnte, durfte weiterhin eine gute Ausbildung machen oder studieren. Männer genauso wie Frauen. In den großen Städten galten die Frauen fast so viel wie die Männer. Fast nur - aber immerhin hatten sie viel mehr Möglichkeiten als heute.

Dann kamen die Taliban, unterstützt von den westlichen Feinden der Sowjetunion, deren Ziel es war, mit Hilfe dieser einheimischen Rebellen die sowjetische Armee aus dem Land zu werfen und selbst an Einfluss zu gewinnen. Aber dann hatten die Taliban ihre ausländischen Unterstützer nicht mehr gebraucht und allein die Macht in Afghanistan übernommen. Die Sowjets mussten das Land verlassen, es kam zum Bürgerkrieg, den Frauen wurden alle Rechte genommen und nur ganz mutige Familien schickten ihre Töchter in geheime Schulen. Schule gab es laut Gesetz nur für Jungen, die Mädchen und Frauen hatten zu Hause zu bleib

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