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Das Herz der Schneetänzerin Roman von Nicolai, Judith (eBook)

  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Das Herz der Schneetänzerin

Denn das Schicksal wartet nicht, bis du bereit bist ... 'Das Herz der Schneetänzerin' von Judith Nicolai jetzt als eBook bei dotbooks. Bremen, 1950: Die Jahre nach dem Krieg waren hart, die Nahrungsmittel knapp und die Winter kalt, doch nun ist es Zeit, nach vorn zu blicken - auch für Anna und ihre Familie. Durch ihre Arbeit in der Kantine der amerikanischen Besatzer nimmt Annas Leben eine ganz neue Wendung: Mit der quirligen Gisi kehren Fröhlichkeit und Ausgelassenheit in ihren Alltag zurück ... und mit dem charmanten GI Samuel Herzklopfen und Küsse bei Sonnenuntergang. Doch darf Anna ihren Gefühlen wirklich folgen, solange sie nicht weiß, welches Schicksal ihre Jugendliebe Adam ereilt hat, der in den Kriegswirren 1944 verschwand? Die Saga geht weiter: Ein bewegender Roman über die Kraft von Freundschaft und Liebe in Zeiten voller Schrecken und Dunkelheit. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Das Herz der Schneetänzerin' von Judith Nicolai. Dramatisches und berührendes Lesefutter für alle Fans des Bestseller-Erfolgs 'Sternentochter' von Anna Valenti. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Judith Nicolai wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits mit 14 Jahren. Dennoch machte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte anschließend Gartenbauwissenschaften. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. Bei dotbooks erschienen bereits Judith Nicolais Romane "Die Frauen vom Schlehenhof" "Schneetänzerin" "Das Herz der Schneetänzerin" "Der Traum der Schneetänzerin" Die komplette "Schneetänzerin"-Trilogie ist auch als Sammelband unter dem Titel "In Zeiten des Sturms" und "Schneetänzerin - Das Herz der Schneetänzerin - Der Traum der Schneetänzerin. Drei Romane in einem eBook" erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 303
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958247994
    Verlag: dotbooks
    Größe: 382 kBytes
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Das Herz der Schneetänzerin

Kapitel 2

"Schön heute, nicht?"

Ich öffnete die Augen und nickte. Wieder einmal stand ich auf dem Bürgersteig vor der Bäckerei, die Schlange der Wartenden wand sich zum Laden hinaus, die Treppe hinunter und bis zum Nachbarhaus. Die Frauen, die ungeduldig auf der Stelle traten und ihre Einkaufstaschen von einer Hand in die andere wechselten, ließen sie beinahe lebendig wirken, sich krümmen und schlängeln. Ich hatte mich umgedreht und hielt das Gesicht in die schwache Frühlingssonne. Sie schien mir warm auf Stirn und Wangen. Die junge Frau hinter mir, die mich angesprochen hatte, lächelte mir zu.

"Ja, herrlich nach der Kälte. Heute macht es mir gar nichts aus, nach Brot anzustehen. Ich könnte mich den ganzen Tag so faul in der Sonne herumtreiben."

Die Frau verzog ein wenig gequält das Gesicht. "Na ja, den ganzen Tag nun auch wieder nicht." Als sie die große Tasche abstellte, die sie vor sich trug, sah ich, dass sie schwanger war. Sie war so klein und mager, dass der runde Bauch, der sich unter ihrer Jacke wölbte, sie förmlich zu Boden zu drücken schien.

"Oh", sagte ich. "Natürlich, das glaube ich Ihnen. Bitte, gehen Sie doch vor."

"Nein, nein, ist schon gut. Vielen Dank." Sie stützte ihre Hände in den Rücken. "Ich habe es eigentlich auch nicht besonders eilig. Heute ist so ein schöner Tag, und wenn ich in meinem Zimmer sitze, werde ich nur trübsinnig. In den Bunker müssen wir früh genug wieder."

Die Schlange war ins Stocken gekommen. Ich steckte die Hände in die Jackentaschen und sah mich um. Vor dem strahlend blauen Frühlingshimmel wirkte der zerstörte Turm der Stephani-Kirche am Horizont wie die Kulisse eines Films. Ich musste mich manchmal selbst daran erinnern, dass ich nicht im Kino war.

An diesem Morgen Ende März lebten wir schon seit Wochen in einem seltsam irrealen Zustand des Wartens. Nun, da es sich nur noch um Wochen, vielleicht sogar um Tage handeln konnte, bis das Deutsche Reich vollständig besetzt sein würde, galt unser ganzes Sehnen dem Moment der Kapitulation. Erschien eine Zeitung, so wurde sie dem Verkäufer noch mit feuchter Druckerschwärze aus den Händen gerissen, in den Schlangen vor den Lebensmittelläden wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Den meisten von uns war klar, dass der Krieg verloren war. Das, was uns jetzt bewegte, war die Frage, was danach mit uns passieren würde.

Ich sah mich wieder nach der jungen Frau um. Sie hatte ihr dunkles Haar zu einem Kranz um den Kopf geschlungen, ihre Kleidung war, wie bei den meisten von uns, fadenscheinig und abgetragen. Sie hatte ein nettes Gesicht und blaue Augen, die aber von dunklen Ringen umschattet waren. Überhaupt sah sie mit einem Mal gar nicht mehr so fröhlich aus wie eben noch. Über ihrer Oberlippe glänzen Schweißperlen, und ihr Gesicht hatte eine graue Färbung angenommen.

Unsicher berührte ich ihren Arm. "Geht es Ihnen nicht gut? Kann ich Ihnen helfen?"

Sie verzog das Gesicht in dem Versuch, mir beruhigend zuzulächeln. "Es geht schon. Keine Angst, Sie müssen nicht hier auf der Straße Geburtshilfe leisten. Mir tut nur der Rücken ein bisschen weh."

Ich schürzte die Lippen. "Dann sollten Sie aber nicht so lange hier herumstehen müssen." Ich tippte der Wartenden vor mir auf die Schulter. "Entschuldigen Sie bitte, wären Sie wohl so nett und würden die Frau vorlassen? Sie ist in anderen Umständen und fühlt sich nicht besonders gut."

Die Angesprochene drehte sich zu uns um und warf einen Blick auf die junge Frau. Dann zuckte sie mit den Schultern und sagte unwillig: "Ja und? Meine drei sind allein zu Hause, das jüngste hat Mittelohrentzündung und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Tut mir leid, aber wir haben's alle nicht leicht, so ist das nun mal." Mit diesen Worten drehte sie sich wieder um. Empört schnappte ich nach Luft und brummte etwas Unhöfliches vor mich hin.

"Bitte, lassen Sie doch." Das Gesicht der jungen Frau hatte seine ungesunde F

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