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Das kleine Blumencafé am Strand Ein Nordsee-Roman von Deckner, Anni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2019
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)

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Das kleine Blumencafé am Strand

Neuanfang auf der Nordseeinsel Als die 45-jährige Beeke erfährt, dass ihr Ehemann schwul ist, fällt sie aus allen Wolken und muss ihr Leben neu ordnen. Wo ginge das besser als auf der Nordseeinsel Amrum, auf der sie vor Jahren einen wunderbaren Urlaub verbracht hat? Kurzerhand packt Beeke ihre Sachen und bucht ein Ferienhäuschen. Bei einem Spaziergang am Strand entdeckt sie ein Café mit angeschlossenem Blumenladen und freundet sich mit der Besitzerin Vera an. Schnell merkt Beeke, dass die ältere Dame mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Sie beschließt, ihrer Freundin unter die Arme zu greifen. Bei der Arbeit im Café lernt sie die Inselbewohner näher kennen, unter anderem auch Sander, der sehr von ihr angetan scheint. Doch Beeke muss erst die Vergangenheit überwinden, bevor sie an eine neue Liebe denken kann. Jasper hat die Geheimnistuerei satt. Deshalb ist es für ihn eine Erleichterung, als seine Frau Beeke herausfindet, dass er schwul ist. Doch der Neuanfang mit seinem Partner Oke fällt ihm alles andere als leicht. Und da sind auch noch seine Kinder, die ihren Vater neu kennenlernen müssen ... Von Anni Deckner sind bei Forever by Ullstein erschienen: Barfuß am Strand Leuchtturmtage Die Sehnsucht der Inselärztin Friesenglück Sylter Meeresrauschen Die Krabbenfischerin Das kleine Blumencafé am Strand Die kleine Apotheke in St. Peter-Ording Inselglück im Schneegestöber Anni Deckner, geboren 1961 in Winnert bei Husum, lebt mit ihrer Familie in Hanerau-Hademarschen. Ihre Liebe zur "Grauen Stadt am Meer" kann man in ihren Werken spüren. Die kreative Luft des Nord-Ostsee-Kanals inspiriert die Autorin genau wie damals den berühmten Dichter Theodor Storm, der an diesem Ort seinen Schimmelreiter zu Papier brachte. Ihre Leidenschaft zum Schreiben entwickelte sich schon in früher Jugend, ihr erstes Buch "Heimathafen Husum" erschien jedoch erst im März 2014, gefolgt von "Knocking Out" 2015. In ihrer Freizeit geht die Autorin gern mit ihrem Mann auf Reisen. Ihr Beruf und gleichzeitig Berufung ist ihre Arbeit bei der Kirchengemeinde Hanerau-Hademarschen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 01.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958183858
    Verlag: Forever
    Größe: 2794 kBytes
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Das kleine Blumencafé am Strand

Die neue Freiheit

Beeke

Erbarmungslos klingelte der Wecker. Halb fünf! Jasper musste den Flieger nach Frankfurt erreichen.

Ich kroch aus den Federn, um den Kaffeeautomat in Gang zu setzen. Dies war keine allzu große Herausforderung, es funktionierte normalerweise ohne Schwierigkeiten im Halbschlaf. Wenn nicht gerade Jaspers Schuhe achtlos vor dem Küchenschrank abgestellt worden waren. Ich stieß mit nackten Füßen dagegen und jaulte schmerzvoll auf. Verdammt, der kleine Zeh! Ich fluchte leise vor mich hin.

Jasper jetzt zusammenzustauchen, hätte wenig Sinn. Er würde mich liebevoll küssen und bei seiner Rückkehr die Schuhe an genau der gleichen Stelle parken. Ich nahm mir vor, eine Lösung zu finden, die von Dauer war. Aber jetzt blieb mir nichts anderes übrig als die Lederschuhe in den Abstellraum zu verfrachten. Im Prinzip hatte ich wenig andere Aufgaben, seit unsere Söhne aus dem Haus waren, trotzdem brachten mich die Hinterherräumaktionen auf die Palme.

Isabell, unsere Jüngste, lebte ihre Pubertät nach allen Regeln der Kunst aus. Auch hier hatte ich resigniert. Ich kam an sie nicht heran. Deshalb ließ ich ihr die Freiheiten, in der Hoffnung, dass sie irgendwann von selbst auf die Idee kam, erwachsen zu werden.

Meine Freundin Sally hatte kein Verständnis für meine lockeren Erziehungsmethoden. Vielleicht hatte sie recht, doch ich hatte noch keine andere Lösung gefunden. Wenn Isi die Schule schwänzen wollte, waren meine Chancen, ihr das auszureden, gleich null.

Jasper hatte da bei Weitem mehr Glück, nur zu wenig Zeit. Die beiden waren schon seit eh und je ein unantastbares Team. Jasper trug seine Tochter im Babyalter stundenlang durch die Wohnung. Er sang sogar dabei. Zum Leidwesen aller. Jasper hatte noch nie einen Ton richtig halten können. Isabell hatte dies nicht gestört. Im Gegenteil. Sie schlummerte in Jaspers Armen, als ob Engel ihre Wiege schaukelten. Am liebsten hätte Jasper Isi auf alle Baustellen des Landes mitgenommen, auf denen er arbeitete, nachdem er die ersten drei Wochen nach ihrer Geburt zu Hause geblieben war, um mich mit unserer Kinderschar zu unterstützen.

Bei unseren Söhnen war das anders gewesen, die Jungs und ich waren das Dream-Team schlechthin. Wenn es darum ging, ihnen während eines Fußballspiels zuzurufen, stand ich an der Bande und schrie: "Ran da!" Das hatte ich mir bei stolzen Vätern abgeschaut. Offenbar waren diese Rufe wichtig. Für die Väter. Später war ich dazu übergegangen, mir eine laute Tröte zu kaufen, mit der ich alle umstehenden Fans, also die Väter, nervte. Steen und Lasse waren stolz auf ihre kreative Mutter gewesen. Ich durfte sie sogar bis über die Pubertät hinaus begleiten.

Als sie aus dem Elternhaus ausgezogen waren, um das Studium zum Lehramt in Heidelberg anzutreten, war ich sehr traurig gewesen. In der Studentenstadt hatten sie eine WG gegründet, um die Mietkosten gering zu halten. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob sie wirklich tagelang lernten, wie sie es behaupteten.

Ich lächelte vor mich hin, dabei dachte ich an meine Jugend. Damals lief auch nicht alles so, wie meine Eltern es sich gewünscht hätten. Trotz ihrer zwanzig und einundzwanzig Jahre waren sie sich ihrer Pflichen um ihre Zukunft durchaus bewusst. Ich musste mir keine Sorgen machen.

Versonnen lauschte ich dem Blubbern der Kaffeemaschine. Mir blieb nichts anderes übrig als darauf zu warten, dass Jasper mit gepackten Koffern vor mir erschien, um mich noch einmal liebevoll in die Arme zu nehmen. Er war leitender Architekt für ein Bauvorhaben im Husumer Industriegebiet. Dort sollte ein Seniorenwohnheim entstehen, mit Anbindung zu den Ärztehäusern. Jasper war von diesem Projekt so angetan, dass er sogar vorgeschlagen hatte, uns dort schon mal vorzumerken. Er meinte, wenn die Kinder erst aus dem Haus wären, bräuchte ich bestimmt nicht mehr den Platz, den unser Haus bot.

Ich hatte nur geschnaubt. Hallo? So alt war

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