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Das kleine Theater am Meer Roman von Ley, Rosanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.01.2019 per Download lieferbar

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Das kleine Theater am Meer

Für Faye bricht eine Welt zusammen, als sie plötzlich ohne Job und Freund dasteht und ihre Eltern sich trennen. Die Bitte ihrer Freundin Charlotte, sich um ihr Hotel zu kümmern, kommt ihr daher sehr gelegen. Wo könnte sie besser Abstand von ihrer verfahrenen Situation bekommen? Erst auf Sardinien verrät Charlotte, was noch hinter dem Angebot steht:Freunde von ihr wollen das kleine Theater in der Altstadt von Deriu wiederherrichten und brauchen dafür die Hilfe einer Innenarchitektin. Faye ist begeistert. Sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt ...

Rosanna Ley lebt und arbeitet in England, unter anderem als Schreibtrainerin und als Autorin von Magazinbeiträgen. Sie hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, die zu Bestsellern wurden. Ihre Urlaube verbringt sie in bezaubernden Orten in Spanien und Italien, von wo sie auch die Schauplätze ihrer Romane mitbringt. Wenn sie nicht gerade reist, lebt Rosanna Ley in West Dorset.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 493
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561186
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Little Theatre by the Sea
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Das kleine Theater am Meer

2

Z U H AUSE IN D ORSET spürte Faye, wie sie sich zu entspannen begann. Alles war so beruhigend vertraut. In der Küche backte ihre Mutter Scones. Nach einer vormittäglichen Stöberrunde auf dem Antikmarkt in der Stadt wollte sie zum Tee Scones mit Schlagsahne und Marmelade servieren, wie es in Dorset üblich war. Ihr Vater saß im Wintergarten, hatte die Füße hochgelegt und las die Zeitung. Er war blond, groß und schlank, und obwohl er inzwischen Mitte fünfzig war, war er immer noch gut in Form. Draußen, jenseits des Gartens hinter dem Cottage von Fayes Eltern, weideten Schafe auf dem unfassbar grünen Gras von Dorset. Die Weiden waren von Bruchsteinmauern durchzogen, die seit Jahrhunderten dort standen. Waren sich ihre Eltern überhaupt bewusst, in was für einem ländlichen Idyll sie lebten?

Faye lächelte und betrachtete den Ort, der früher ihr Zuhause gewesen war. Ihre Mutter war in West Dorset groß geworden; ihr Vater pendelte schon den größten Teil seines Lebens nach Exeter. Faye war nach London gezogen, aber sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie dort hingehörte.

"Hier steht die Zeit still, oder?", fragte sie.

Ihr Vater erwiderte ihr Lächeln auf seine übliche Art. Doch es lag etwas in seinen hellblauen Augen, das bei Faye an eine lange zurückliegende Erinnerung rührte. Kurz blitzte sie auf, und Faye versuchte, sie zu fassen zu bekommen, doch da war sie schon wieder verschwunden. "Dad?" Sie legte ihm eine Hand auf den Arm, als wolle sie ihn beruhigen - oder sich selbst.

Er schob einen Gedanken beiseite, das sah sie genau. "Nichts ändert sich", pflichtete er ihr bei und tätschelte ihre Hand.

"Deswegen ist es wahrscheinlich so friedlich hier." Doch selbst wenn sie hier einen Job als Innenarchitektin finden könnte, war Faye sich nicht sicher, ob sie zurückkommen wollte. London hatte einen Kulturschock bedeutet, aber sie hatte sich schnell an das Tempo und die Menschen gewöhnt, an das quirlige, ewig summende Großstadtleben. Doch nun dachte sie plötzlich, dass es manchmal vielleicht gut war, alles etwas langsamer anzugehen.

Faye stand auf und ging zu ihrer Mutter in die Küche. "Kann ich dir helfen?"

Ihre Mutter zeigte auf die Schüssel, die auf der Arbeitsplatte stand. "Sehr gerne, Liebes."

Faye schnappte sich eine Schürze, die an einem Haken hinter der Tür hing, und zog sie an. Sie wusch sich die Hände, trocknete sie ab und begann dann, Butter in das Mehl zu kneten. Sie spürte, wie das Fett zwischen ihren Fingern hindurchglitt und sich wie immer nach und nach wunderbar mit dem Mehl vermischte. Dann schüttelte sie die Schüssel, damit die buttrigen Klumpen an die Oberfläche kamen. Sie backte und kochte gern, obwohl sie es in London nicht oft tat. Nie schien sie genug Zeit zu haben; oft war es einfacher, Fertigsalate oder Mikrowellengerichte zu kaufen.

Sie gab oberflächliche Antworten auf die üblichen Fragen ihrer Mutter. Ja, mir geht's gut. Sicher, natürlich esse ich richtig. Ja, Justin fehlt mir . Ihre Mutter hätte wahrscheinlich lieber Einzelheiten darüber gehört, aber Faye hatte nicht vor, ihr die zu erzählen. Doch ihre Mutter fragte gar nicht weiter.

Verblüfft blickte Faye auf. Zum wahrscheinlich allerersten Mal in ihrem Leben hörte ihre Mutter ihr nicht zu. "Mum?" Die braunen Augen ihrer Mutter blickten ausdruckslos in die Ferne, während sie mit den Fingern durch einen Berg Sultaninen rührte, die in einem Sieb trockneten. Sie würden später in den Teig für die Scones wandern.

Ihre Mutter blinzelte, warf eine Strähne ihres dunklen Haars zurück, das immer noch dicht war und glänzte und zu einem akkuraten, praktischen Bob geschnitten war. "Tut mir leid, Liebes. Was hast du gesagt?"

Faye runzelte die Stirn. Sie dachte an ihren Vater, dem vorhin im Wintergarten kein überzeugendes Lächeln gelungen war. "Ist alles in Ordnung?"

"Natürlich. Was meinst du? Warum soll

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