text.skipToContent text.skipToNavigation

Das Leben des Max Schmidt Neuanfang von Max (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Leben des Max Schmidt

Max Schmidt kommt aus dem trostlosen Nest Baden-Baden, wo er sein Hab und Gut verspielt hat, weil es dort so langweilig war. Aber sein Leben kann ja nicht im Spielkasino enden. Immerhin besitzt er ein abgeschlossenes Studium und eine Ausbildung als Journalist. Und da ist dieser eine unsterbliche Traum: Er will ein Buch schreiben und eine Freundin finden. Es ist Anfang 2010. Also ab nach Berlin. Denn in Berlin schlägt in diesen Jahren das Herz der Welt. Und nun steht er in zerschlissenen Jeans mit seinen 30 Jahren am Hauptbahnhof in der Hauptstadt. Er ist arbeits- und ziemlich mittellos. Er hat nur ein einziges Paar Schuhe. Okay, ein gutes Paar schwarze Stiefeletten. Maßschuhe. Ein bisschen eingerissen am Leder, aber schick, frisch poliert. Seine restlichen Habseligkeiten passen in eine Sporttasche. Was nun? Erst mal ins Hostel. Neues Leben, neues Glück. "Neuanfang" ist der Debütroman von Max und der erste von sechs Bänden aus der Reihe "Das Leben des Max Schmidt". Ein spannender und mitreißender Roman, der im bunten, aufgeweckten Berlin spielt. Kurzweilig, witzig, tieftraurig und rotzfrech.

Max ist das Pseudonym der Autorin und Journalistin Caroline Stern, geb. im November 1979 in Plauen im Vogtland, studierte Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg und lebt heute in Berlin. 2018 erschien sein / ihr Romandebüt "Das Leben des Max Schmidt: Neuanfang" (Band 1).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 356
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746023533
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 456 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Leben des Max Schmidt

Das Hostel in Kreuzberg

Es war ein klirrend kalter Abend im Februar, als mich am Tempelhofer Ufer ein scharfer Windstoß erfasste. Er riss mir den Kopf hoch, und ich erblickte die Wörter "Acama Hostel". Das große, hell erleuchtete Foyer hatte mich schon von Weitem angelockt. Allerdings war mir nicht klar gewesen, dass es sich dabei um die Kreuzberger Herberge handelte. Jetzt war ich fast da. Halb erstarrt schlitterte ich die letzten Meter über eine ungestreute Eisfläche, bis plötzlich Steine unter meinen Sohlen knirschten. Dann stand ich vor der Tür. Sie öffnete sich automatisch. Mit einem Sprung war ich in der warmen Eingangshalle. Vier Augen blitzten mich frech von der Rezeption aus an. Ich ging hinüber und fragte die zweiköpfige Crew nach einem Zimmer. Der günstige Preis überraschte mich. Die rotznäsige Bedienung ebenso.

"Kiekste, wa?", sagte der Junge vergnügt und lächelte entspannt.

Ich mietete mich gleich für eine ganze Woche ein.

"Allet schick. Du kannst ein großes Zimmer haben", verkündete das Mädchen. "Momentan kommen eh kaum Touristen in die Stadt. Muss am frostigen Winter liegen. Du siehst übrigens auch ganz schön erfroren aus. Mach dir am besten erst mal einen Tee dort drüben." Sie zeigte auf einen Tisch mit Wasserkocher, Tassen und verschiedenen Teepackungen. "Und wärme dich dann oben auf. Hier, die Nummer 429." Sie reichte mir den Schlüssel und sagte: "Ein Sechs-Bett-Zimmer ganz für dich allein."

Ich nickte und versuchte zu lächeln, aber mein Gesicht war noch taub von den Minustemperaturen draußen. Dafür brodelte es in mir vor Glück: endlich Raum für meine Ideen. Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Ja, genauso konnte es weitergehen. Ich war frei. Ich war in Berlin. Und Berlin begrüßte mich schon jetzt mit offenen Armen.

Im Fahrstuhl erreichte ich die vierte Etage, wo mein Zimmer lag. Ich schloss auf und knipste die Neonröhren an. Auf der gegenüberliegenden Seite sah ich mich in zwei bodentiefen Fenstern gespiegelt: einen eher unscheinbaren Typen mit dunkelblondem Haar. Oder mittelbraun? Mischmasch eben, um es bescheiden zu sagen. Aber dickes Haar. Kurz geschnitten. Blasse Haut. Ein 08/15-Typ. Hm. Es war Winter. Im Sommer würde ich bestimmt wieder gewinnen, und mit meiner gebräunten Haut und den total ausgeblichenen Haaren auffallen. Dafür war ich 1,88 m groß, wodurch ich im Prinzip immer auffiel. Lange, schlanke Beine. Dünn, aber nicht dürr, sondern drahtig. Schöne Lippen beim näheren Hinsehen. Kein Modeltyp, aber ganz ansehnlich. Leuchtende Augen, grün.

Auf der Pritsche rechts neben dem Fenster wollte ich schlafen. Meine Schuhe waren dreckig und nass. Ich streifte sie von den Füßen, und wusch sie über dem Duschbecken in dem kleinen anliegenden Badezimmer ab. Dann tupfte ich die Sohlen mit Papiertüchern trocken, wienerte das weiche Kalbsleder blank und stellte sie in die Nähe der Heizung, nicht direkt darunter. Sie sollten langsam trocknen, schonend. Die Maßschuhe waren der einzige wertvolle materielle Besitz, der mir gehörte. Angefertigt in Baden-Baden für mehr als 1.000 Euro, wofür ich aufs Essen verzichtet und wie verrückt in irgendwelchen Hilfsjobs neben meinem Volontariat gearbeitet hatte. Doch die Anschaffung war notwendig gewesen, eine Investition in mich. Als Kind, aufgewachsen in der DDR, hatte ich laufend mit Tretern und Anziehsachen fremder Leute vorliebnehmen müssen. Nie hatte ich neue Kleidung. Wir waren arm. Erst langsam arbeiteten sich meine Eltern hoch, mein Vater vom Melker zum Tierarzt. Viel zu viele Jahre steckten meine Füße in ausgelatschten Schuhen, die mindestens zwei Nummern zu groß waren, wovon sie breit und platt wurden. Ich hasste meine Füße. Schon sehr früh fasste ich den Entschluss, mir als Erwachsener ein Paar schwarze Stiefeletten nur für mich anfertigen zu lassen. Maßschuhe aus hochwertigem Kalbsleder. Nichts von der Stange. Meine ganz persönlichen Schuhe, die niemand sonst trug oder hatte.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen