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Das Leben ist kein Flickenteppich von Higgins, Kristan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Das Leben ist kein Flickenteppich

Von einem Wagen angefahren, vom Verlobten verlassen - das Leben meint es gerade nicht gut mit Nora Stuart. Darum will sie Kraft sammeln, am einzigen Ort, der ihr einfällt: zu Hause auf Scupper Island. Nach fünfzehn Jahren wird sie jedoch immer noch wie das schwarze Schaf der Kleinstadt-Gemeinschaft behandelt. Während ihre Mutter so kühl ist wie früher, spürt Nora, für wen sie jetzt da sein will: für ihre rebellische Nichte Poe. Gemeinsam mit ihr, einem Mann aus Noras Vergangenheit und ihrem Bernhardiner Boomer zeigt sie allen, was Familie wirklich heißt.

Die Romane der New-York-Times-Bestsellerautorin werden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und sind mehrfach ausgezeichnet worden. Kristan Higgins lebt mit ihrem Ehemann, einem heldenhaften Feuerwehrmann, zwei ungewöhnlich liebevollen Kindern, einem neurotischen Rettungshund und einer manchmal freundlichen Katze in Connecticut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768133
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Originaltitel: Now That You Mention It
    Größe: 1033 kBytes
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Das Leben ist kein Flickenteppich

1. Kapitel

Mein erster Gedanke, nachdem ich gestorben war, lautete: Wie wird mein Hund damit zurechtkommen?

Der zweite Gedanke: Ich hoffe, wir können das mit dem offenen Sarg immer noch machen.

Der dritte Gedanke: Ich habe für meine eigene Beerdigung nichts zum Anziehen.

Der vierte: Ich werde Daniel Radcliffe nicht mehr kennenlernen.

Der fünfte: Hat Bobby wirklich gerade mit mir Schluss gemacht?

Lasst mich eine Stunde zurückspulen.

Es war eine ruhige Nacht im Boston City Hospital - also, ruhig für mich. So wie üblich. Es war zwar eines der größten und geschäftigsten Krankenhäuser von ganz New England, ich aber arbeitete hier als Gastroenterologin. Was bedeutete, die meisten meiner Patienten bekamen ihre Diagnose tagsüber im Sprechzimmer, bevor die Lage zu kritisch wurde - ich meine, jeder dreht schließlich durch, wenn er nicht ordentlich auf Toilette gehen kann. Abgesehen von den seltenen Notfällen wie Blutungen oder geplatzten Gallenblasen ist es ein ziemlich ruhiges Arbeitsgebiet.

Und eines mit einer geringen Sterblichkeitsrate.

Ich hatte gerade nach den vier Patienten gesehen, die meine Praxis hierher überwiesen hatte - zwei ältere Damen, die wegen eines Einlaufs von ihren Pflegeheimen zu uns geschickt worden waren. Einer der beiden Fälle hatte sich als kleine Verstopfung herausgestellt, die sich gut mit einer kurzfristigen Umstellung auf flüssige Nahrung lösen ließ. Die andere Patientin litt unter einer Colitis ulcerosa, einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms, die mein Kollege morgen operieren würde.

"Keine Ballaststoffe mehr, Mrs. DeStefano, okay? Etwas weniger Pasta und dafür mehr Salat und Gemüse", hatte ich zu meiner Patientin gesagt.

"Liebes, ich bin Italienerin. Ich würde lieber sterben, als mich bei der Pasta zurückzuhalten."

"Nun, dann essen Sie mehr Gemüse und ein kleines bisschen weniger Nudeln." Die Frau war immerhin sechsundneunzig. "Sie wollen doch nicht öfter hier landen, oder? So lustig sind Krankenhäuser auch nicht."

"Sind Sie verheiratet?", fragte sie.

"Noch nicht." Mein Gesicht fühlte sich seltsam an, wie immer, wenn ich ein falsches Lächeln aufsetzte. "Aber ich habe einen sehr netten Freund."

"Ist er Italiener?"

"Er hat irische Wurzeln."

"Tja, man kann nicht immer Glück haben", sagte sie. "Kommen Sie mich mal besuchen. Sie sind zu dünn. Ich werde Ihnen eine Pasta Fagioli machen, die Sie zum Weinen bringt, so gut ist sie."

"Klingt himmlisch." Ich wies Mrs. DeStefano nicht darauf hin, dass sie nicht länger im eigenen Haus wohnte. Und egal, wie süß diese kleine alte Lady auch sein mochte, ich besuchte keine Fremden, nicht einmal Fremde, die mich für dünn hielten - Gott möge sie segnen. "Versuchen Sie, ein wenig zu schlafen", sagte ich. "Ich werde morgen wieder nach Ihnen sehen, in Ordnung?"

Meine Absätze klapperten auf dem glänzenden Fliesenboden, als ich das Zimmer verließ ... Für die Arbeit zog ich mich immer sehr sorgfältig an, was vermutlich daran lag, dass ich meine Liebe zur Mode später als die meisten entdeckt hatte. Ich richtete meinen weißen Arztkittel - den zu tragen ich immer noch unglaublich aufregend fand. Auf der Brusttasche war mein Name eingestickt: Dr. Nora Stuart, Abteilung für Gastroenterologie.

Ich könnte ein wenig am Computer arbeiten. Die Schwestern auf der Station würden mich dafür lieben. Meine Visite war durch, und ich musste Zeit totschlagen und hoffen, dass Bobby am Ende seiner Schicht endlich einmal auch wirklich fertig wäre. Er arbeitete in der Notaufnahme, sodass dies nur selten der Fall war.

Aber ich wollte nicht allein nach Hause gehen, selbst wenn dort Boomer, unser riesiger Berner Sennenhund, auf mich wartete. Boomer, der Lichtstrahl in meinem immer grauer werdenden Leben.

Nein.

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