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Das letzte Bild der Sara de Vos Roman von Smith, Dominic (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Das letzte Bild der Sara de Vos

Ein eleganter Pageturner um ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert Sara de Vos ist 1631 die erste Malerin, die in die Meistergilde in Amsterdam aufgenommen wird. Dreihundert Jahre später ist nur ein einziges ihrer Gemälde erhalten geblieben. Das Bild hängt über dem Bett eines reichen, etwas ruhelosen New Yorker Anwalts. Ohne böse Absichten kopiert eine junge Australierin das Bild. Doch die Kopie wird in Umlauf gebracht, mit erschütternden Konsequenzen. Jahrzehnte später treffen die beiden Bilder, die Fälscherin und der Anwalt noch einmal aufeinander ... "Wie der Autor drei Zeitläufte und Städte verbindet ist so brillant wie fesselnd." The Washington Post "Smiths Roman erinnert uns daran, dass die Wahrheiten, denen wir vertrauen, wertvoll bleiben, auch wenn sie ungenau sind." The Chicago Tribune "Ein Roman über Liebe und Sehnsucht, über Authentizität und ethische Grauzonen, vor allem aber über die Malerei als ein Weg, Trauer in Schönheit zu verwandeln." Lauren Groff, Autorin von "Licht und Zorn" "Hinreißende Erzählkunst. Mit einer fast greifbaren Kenntnis der vielen Verästellungen des menschlichen Herzens. Dieser Roman hält Sie nachts wach, anfangs, weil Sie unbedingt weiterlesen wollen, dann weil Sie bewusst langsamer lesen, um das Ende hinauszuzögern." The Boston Globe Dominic Smith wuchs in Australien auf und lebt heute in Austin, Texas. Seine Kurzgeschichten waren für den Pushcart Prize nominiert und sind in mehreren Magazinen erschienen, u.a. The Atlantic. Er hat mehrere Fellowships erhalten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 10.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714891
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3853 kBytes
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Das letzte Bild der Sara de Vos

Upper East Side

November 1957

Das Gemälde wird in derselben Woche gestohlen, in der die Russen einen Hund in den Weltraum schießen. Ihm von der Wand überm Ehebett heruntergestohlen, bei einem Benefizessen für Waisenkinder auch noch. So wird Marty de Groot die Geschichte in den Jahren danach hindrehen, so wird er sie für seine Partner in der Kanzlei aufbereiten, wird auf Dinnerpartys und bei Drinks im Squashclub Lacher damit ernten. Wir tunken unsere Shrimps in Cocktailsauce, von Rachels bestem Porzellan natürlich, draußen auf der Dachterrasse, weil es mild ist für Anfang November, und währenddessen vertauschen zwei Gangster, die sich als, sagen wir, Kellner getarnt haben, das Original gegen eine meisterlich gefertigte Kopie. Besonders auf diese letzte Formulierung wird er stolz sein - meisterlich gefertigte Kopie. Er wird sie bei Freunden, Versicherungsvertretern und auch dem Privatdetektiv anbringen, weil sie die Spannung erhöht, weil sie nahelegt, dass hier ein Genie, ein kriminelles Superhirn geduldig seine Ränke gegen ihn geschmiedet hat, genau wie die Russen all diese Jahre konspiriert haben, um die Stratosphäre zu erobern. Die Wendung verschleiert außerdem die Tatsache, dass Marty die schöne Fälschung viele Monate lang gar nicht bemerkt hat.

Unerwähnt lassen wird er zumeist, dass sich Am Saum eines Waldes seit über drei Jahrhunderten im Besitz seiner Familie befindet und ihm von seinem Vater auf dessen Sterbebett vermacht wurde. Oder dass es das einzig erhaltene Gemälde von Sara de Vos ist, die 1631 als erste Frau der holländischen Lukasgilde beitreten durfte. Und wem sollte er beichten, dass er beim bedächtigen, kontemplativen Sex mit seiner melancholischen Frau in den Jahren nach ihrer zweiten Fehlgeburt regelmäßig aufgeblickt hat in das bleiche, rätselhafte Gesicht des Mädchens? Nein, all das wird er für sich behalten wie einen heimlichen Glauben an einen launenhaften Gott. Er ist Agnostiker, neigt aber zu Anwandlungen krausesten Aberglaubens, eine Schwäche, bei der er sich nicht gern ertappen lässt. Im Stillen wird er mutmaßen, dass das Verschwinden des Gemäldes nicht nur das Ende von Rachels langwieriger Depression herbeigeführt hat, sondern auch der Grund ist, warum ihn seine Kanzlei endlich doch zum Partner befördert. Und dass das vermaledeite Bild schuld an der Gicht, dem Rheumatismus, den Herzinfarkten, Schlaganfällen und der sporadisch auftretenden Unfruchtbarkeit ist, die seine Familie über dreihundert Jahre hinweg heimgesucht haben. Wo immer das Gemälde hing, ob in London, Amsterdam oder New York - keiner der vormaligen Besitzer, so macht er sich klar, ist je älter als sechzig geworden.

Die Miet-Beatniks sind Rachels Versuch einer Wiederannäherung an das Leben. Angeödet von der bloßen Vorstellung sanft beduselter Patentanwälte in Umschlagmanschetten mit ihrem Smalltalk über Immobilien und Segeltörns in Nantucket, hat sie sich an das Inserat erinnert, das sie aus einem Alumni-Magazin ausgeschnitten hat, und es aus ihrer Rezepteschachtel hervorgesucht. Verleihen Sie Ihrer Dinnerparty Schwung - mieten Sie sich Beatniks. Sämtl. Zubehör incl.: Bart, Sonnenbrille, alte Armeejacke, Jeans, löchriges Hemd, Turnschuhe oder Sandalen (wahlw.). Preisnachlass möglich bei Rasur, ordentl. Schuhwerk oder Haarschnitt. Auch weibl. Beatniks verfügb.

Wenn sie schon alljährlich Spenden für die Waisen der Stadt sammeln - was selbst Rachel etwas zu sehr nach Charles Dickens klingt -, warum der Stadt dann nicht Einlass gewähren, warum die Veranstaltung nicht ein bisschen erden mit einer Portion Schmutz und Farbe aus der Lower East Side und dem Village? Als sie die Nummer anrief, meldete sich eine Frau mit Polypenstimme, die ganz offenbar von einem Skript ablas: Für eine Pauschale von 250 Dollar, leierte sie ihr vor, würden sich pünktlich zur vereinbarten Zeit zwei Künstler, zwei Dichter und zwei Intellektuell

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