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Das Leuchten des Meeres Roman von Fenwick, Liz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Leuchten des Meeres

Cornwall 1943: Als sich die Schwestern Adele und Amelia im Schatten des Krieges Lebewohl sagen, ahnen sie nicht, dass eine folgenschwere Tat ihr Schicksal für immer bestimmen wird. - Cape Cod 2015: Vor seinem Tod spricht Laras geliebter Urgroßvater nur ein Wort: "Adele". Die junge Starköchin steht vor einem Rätsel, denn dies ist nicht der Name seiner früh verstorbenen Frau. Mitten in einer persönlichen Krise macht sie sich auf nach Cornwall, in die Heimat ihrer Urgroßmutter Amelia. Lara hofft, dort ihre Wurzeln zu finden, und stößt auf ein tragisches Geheimnis, das die Geschicke der Familie über Generationen geprägt hat ...

Man könnte sagen, dass Liz Fenwick schon als Weltbürgerin geboren wurde: Als Tochter irischer Eltern erblickte sie in Boston das Licht der Welt. Nach neun internationalen Zwischenstopps lebte die dreifache Mutter lange in Dubai, bevor sie ihrem Herzen gefolgt und nach England gezogen ist, denn wirklich zu Hause fühlt sie sich nur in ihrem Cottage in Cornwall, wo auch ihre Romane beheimatet sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 18.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223304
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Returning Tide
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Das Leuchten des Meeres

Kapitel eins

Windward, Mawnan Smith, Falmouth, Cornwall
12. September 1945

D as Festzelt, in dem die Hochzeitsfeierlichkeiten stattfanden, war klein, aber eigentlich wurde es auch gar nicht benötigt. Der Himmel war strahlend blau, der Weizen auf dem Feld nebenan wogte in der leichten Brise von Osten, doch die See schwoll an wie der Bauch meiner Schwester. Der Krieg war vorbei. Sie hatte soeben geheiratet, gerade noch rechtzeitig, denn man konnte schon etwas sehen. Ihr Bräutigam, ein gutaussehender Mann in der Uniform eines Captains von der US Army, stand unbeholfen neben ihr, die Hand auf ihren Rücken gelegt. Er blinzelte in die Ferne, als halte er nach etwas Ausschau. Nach etwas, was verloren gegangen war. Unschuld, nahm ich an. Die beiden hatten vor, nach Amerika zu gehen, und wäre das Schicksal gnädig, würde ich meine Schwester nie wiedersehen.

Ich berührte die Perlen an meinem Hals und wandte mich ab. Mein Vater kam mit seiner Kamera zu mir. Seine Hände zitterten. "Mach du das Foto für mich."

Ich verschränkte die Arme.

"Nimm!", bellte er, als würde er den Truppen eine Anweisung erteilen. Seine Uniform zeigte, dass er einen höheren Rang bekleidete als ich; er war Major bei der Armee, während ich gerade aus der Marine entlassen worden war. Er hatte eine Funktion inne, wusste, was zu tun war; ich wurde von den Gezeiten getrieben, war bereit zu gehen, wohin auch immer sie mich tragen würden, solange es nur weit fort von hier war.

Ich hielt die Kamera in Richtung des Paars, aber ich wollte nicht durch den Sucher blicken. Ich wollte sie nicht sehen, Braut und Bräutigam, perfekt gerahmt im Septembersonnenschein. Stattdessen spähte ich über die Kamera hinweg zum Haus. Bis vor Kurzem war Windward ein Ort des Glücks und der Zuflucht gewesen - trotz des Kriegs.

Ich drückte auf den Auslöser, die Kamera klickte, ich reichte sie meinem Vater, dann ging ich davon. Meine Pflicht war erledigt. Ich hatte genug getan.

Vor mir glitzerte das Wasser der Falmouth Bay. Die Ebbe legte die Felsen frei, die eine Bedrohung für jedes Boot darstellten, das bei Flut ohne Seekarte an die Küste zu navigieren versuchte.

Meine Schwester war von jeher eine Romantikerin gewesen, die unaufhörlich von der Liebe redete. Liebe . Wie verblendet ich gewesen war. Eines Abends im Savoy in London hatte ich den attraktivsten US -Lieutenant aller Zeiten kennengelernt. Ein einziger Blick aus seinen großen blauen Augen genügte, und ich war verloren. Von da an galt für mich weder Karte noch Kompass. Alles veränderte sich.

1. Mai 2015

Ich faltete das Taschentuch zusammen, mit dem ich mir die feuchten Augen gewischt hatte, und fuhr mit den Fingern über die Stickerei in einer der Ecken. Ein Maiglöckchen. Meine Lieblingsblumen. Mein Blick fiel auf die Maiglöckchen in den Beeten und auf dem Rasen im Garten. Die frisch geöffneten Blüten verströmten ihren Duft in die warme Luft. Ganz gleich, wie oft ich die Wurzeln über die Jahre hinweg entfernt hatte, die Blumen kehrten jedes Jahr zurück wie unerwünschtes Unkraut. Vor mir steckten meine Enkelin Peta, ihr Verlobter Fred Polcrebar und mein Enkel Jack mit Pfosten die Rasenfläche für das Festzelt ab, das in ein paar Monaten, genau gesagt am zwölften September, aufgestellt werden sollte. Sie wussten nicht um die Bedeutung dieses Datums. Die Wärme des heutigen Maitags verhieß einen heißen Sommer, während die Sonne am 12. September 1945, wenngleich warm, doch kühlere Tage hatte erahnen lassen.

Peta strahlte vor Vorfreude auf ihre Hochzeit, wohingegen Jack, ihr überfürsorglicher Bruder, fürchterlich nervös war und jede Entscheidung hinterfragte. Er hoffte, Peta damit zur Vernunft zu bringen, wollte, dass sie ihre Entscheidung rückgängig machte. Seiner Ansicht nach war sie zu jung für die Ehe, und er war der festen Überzeugung, die Liebe habe ihren V

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