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Das Leuchten des Safrans Roman von Hall, Juliet (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Leuchten des Safrans

Seit Generationen baut Nells Familie in Cornwall Safran an. Nun, mit dem Tod ihrer Mutter, wird die Tradition enden, denn Nells Mann drängt sie, die Farm zu verkaufen. Nell ist zutiefst traurig, fühlt sich entwurzelt. Auch eine Reise nach Marokko kann sie nicht trösten. Dann aber lernt sie die Fotografin Amy kennen, die im Auftrag ihrer Galerie das Land bereist. Gemeinsam begeben sie sich auf den Safranweg - auf die Suche nach Amys verschwundenem Cousin und auf die Suche nach sich selbst ... Juliet Hall ist Britin. Sie unterrichtet Schreiben und organisiert Literatur- und Musikfestivals in ihrer Heimatstadt an der Küste von West Dorset. Zu ihren liebsten Reisezielen gehört Italien, wohin sie die Leser mit ihren Romanen Das Erbe der Töchter, Eine letzte Spur und Ein verzauberter Sommer führte. Nach Ausflügen durch viele wunderbare Städte Europas in Emilys Sehnsucht und Julias Geheimnis und ins exotische Burma (Myanmar) mit Rückkehr nach Mandalay bringt sie uns nun ins sinnliche Marrakesch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 511
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732523245
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 973 kBytes
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Das Leuchten des Safrans

2. Kapitel

"Und was hat er dir geschenkt?"

Nell blickte zu Sharon hinüber. "Zwei Krabbenbaguettes", sagte sie. "Einen Kochkurs. In Marrakesch."

"Oooh. Sehr nett." Sharon schnappte sich die Baguettes und tänzelte zu einem Tisch in der Ecke.

Nell wischte sich die Hände an der Schürze ab und wandte sich der nächsten Bestellung zu. Gebackene Bohnen auf Toast. Aha. So etwas hatte sie sich nicht vorgestellt, als sie ihre Ausbildung als Köchin am Cornwall College begonnen hatte. Als sie die Ausbildung endlich abgeschlossen hatte, hatte man ihr erzählt, nun stünde ihr der Weg in Spitzenbetriebe offen; sie könne sich nun hocharbeiten und schließlich Küchenchefin werden. Sie blickte sich in dem Raum mit den Resopaltischen und den Plastikstühlen um. Das hier war wohl kaum ein Spitzenbetrieb. Qualifikation war gut und schön. Aber man musste auch einen Job finden.

"Es ist doch nett, oder?", fragte sie, als Sharon wieder an der Durchreiche zur Küche auftauchte. Sie dachte an Callums ausweichenden Blick. "Ist es ein gutes Zeichen, wenn dein Ehemann dir ein Geschenk macht, das erfordert, dass man fünf Tage ohne ihn verreist?"

Sharon lachte. "Bei deinem Callum ja."

"Und wieso das?" Nell nahm ein paar Scheiben Brot und ließ sie in den Toaster in Gastronomiegröße fallen. Wenn sie ihr eigenes Restaurant hätte, würden gebackene Bohnen auf Toast auf keinen Fall auf der Speisekarte stehen.

"Weil er dich offensichtlich anbetet." Sharon stemmte die Hände in die Hüften. "Du hast keine Ahnung, was für ein Glück du hast."

Darüber dachte Nell nach. Das stimmte nicht, entschied sie. Sie wusste sehr wohl, dass sie Glück hatte, Callum zu haben. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sie ohne ihn auf den Tod ihrer Mutter reagiert hätte. Aber es waren auch so schrecklich viele Dinge passiert, von denen Sharon nichts wusste. Außerdem war Sharon unheilbar romantisch.

"So ein wunderschönes Geschenk." Sharon hatte sich jetzt warmgeredet. "Stell dir vor, Marokko: glühende Hitze, herrliche Märkte, in einem Luxus-Riad herumliegen ..."

"Ich werde nicht herumliegen. Ich werde arbeiten. Kochen - schon vergessen? Es ist kein Luxus-Riad, sondern eher etwas für Rucksacktouristen. Und es ist Ende Oktober. So heiß wird es wahrscheinlich gar nicht sein."

Sharon tat ihre Einwände leichthin ab. Sie warf einen Blick über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass die Gäste noch versorgt waren. "Du wirst jede Menge Freizeit haben", versicherte sie Nell. "Das wird der pure Himmel. Ich wünschte, ich könnte mitkommen." Sie nickte einem Gast zu, kritzelte etwas auf ihren Notizblock und sauste mit der Rechnung davon.

"Ich auch", murmelte Nell. Sie rückte das Haarband zurück, mit dem sie die Locken aus dem Gesicht hielt. Darauf balancierte die weiße Mütze, auf der Johnson bestand.

Die Tür schwang auf, und Johnson kam mit großen Schritten herein, als hätten ihre Gedanken ihn herbeigerufen. "Immer noch Mittagsgeschäft?" Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr und schüttelte beim Anblick der gebackenen Bohnen betrübt den Kopf. "Wie viele Reservierungen haben wir für heute Abend, Nell?"

Er erwartete, dass sie solche Fakten immer sofort parat hatte, und runzelte die Stirn, als sie sich vorbeugte, um im Reservierungsbuch nachzusehen. "Einen Tisch für vier um sieben und zwei Tische für zwei um acht", erklärte sie. Nicht übel für einen Dienstagabend außerhalb der Saison.

"Wie symmetrisch." Johnson öffnete den Kühlschrank und musterte mit zusammengekniffenen Augen den Inhalt. "Hoffen wir, dass sie alle eines der Specials bestellen."

Sharon brachte ein paar Teller herein, sah Johnson und verdrehte die Augen.

Sie hatte zwar gerade noch mit Sharon über Callum gescherzt, weil das die Art der beiden war, den Tag zu überstehen, aber jetzt ertappte Nell sich wieder bei dem Gedanken, ob die Beziehung zwischen ihr und Callum das hier überstehen wür

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