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Das Leuchten einer Sommernacht Roman von Simon, Ella (eBook)

  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Leuchten einer Sommernacht

Lynne lässt Träume wahr werden: Ihre Organisation erfüllt die Herzenswünsche schwerkranker Kinder. Ausgerechnet ein Wunsch entpuppt sich aber für sie selbst als Albtraum, denn plötzlich steht ihre Jugendliebe vor ihr: Reed Rivers war ein rebellischer Teenager, heute ist er ein umschwärmter Rugbystar, ein walisischer Nationalheld. Und er scheint den Tag nicht vergessen zu haben, an dem Lynne ihn sitzen ließ. Zum ersten Mal wünscht Lynne sich selbst etwas - nämlich dass Reed wieder aus ihrem ruhigen Leben verschwindet. Doch da ist auch die Erinnerung an leuchtende Sommernächte und das Gefühl, dass sie sich lange genug gegen die große Liebe gewehrt hat ... Ella Simon wuchs in der Steiermark auf. Nach der Matura gründete sie eine Familie und machte ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf. Ihre Liebe zu Wales arbeitete sie bereits in ihre historischen Romane ein, die sie mit großem Erfolg unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunaj veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641202453
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1965 kBytes
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Das Leuchten einer Sommernacht

Prolog

Lynne starrte auf die Uhr. Sie beobachtete den Sekundenzeiger und tippte im Takt mit dem Stift auf ihren Notizblock. Ticktack, ticktack, ticktack ... Wie aus weiter Ferne vernahm sie die Stimmen der anderen Schüler. Sie zupfte an einem losen Faden ihrer Schuluniform und rutschte auf ihrem Stuhl hin und her. Alles in ihr kribbelte, gleich würde sie aus der Haut fahren. Ticktack, ticktack, ticktack ... Sie reckte ihren Hals, versuchte aus dem Fenster in den Hof zu sehen. Bestimmt wartete er schon auf sie! Er hatte eine Stunde vor ihr ausgehabt, und es war immer schwer vorauszuahnen, was er tat, ob er hielt, was er versprochen hatte, oder ob ihm spontan etwas anderes einfiel. Die ersten beiden Stunden hatten sie gemeinsam gehabt, aber danach war bei ihm Sport dran gewesen. Sein Lieblingsfach, denn im Rugby war er anders als in akademischen Disziplinen unschlagbar.

Wahrscheinlich war er längst zu Hause, sie sollte nicht so aufgeregt sein. Ticktack, ticktack, ticktack ...

Im Grunde war es ja nichts Besonderes, Reed zu sehen, das tat sie, seit sie denken konnte - schließlich war er ihr Nachbar. Aber seit einem halben Jahr war alles anders. Seit dem Valentinstag kletterten sie nicht mehr auf den Heuboden und spielten Fangen oder Verstecken. Sie waren zusammen. Nicht mehr nur beste Freunde. Ob sie sich je daran gewöhnen würde?

Das schrille Läuten der Schulglocke durchbrach ihre Gedanken. Wie von der Tarantel gestochen, sprang sie auf, und ihr Stuhl fiel mit einem lauten Krachen um. Die Lehrerin zuckte zusammen, ein paar Mitschüler warfen ihr sonderbare Blicke zu, aber Lynne beachtete sie gar nicht. Sie warf ihre Schulsachen und das Zeugnis in den Rucksack, schwang ihn sich über die Schultern und rannte mit einem "Schöne Ferien!" aus der Klasse.

Überall im lichtdurchfluteten Gang öffneten sich Türen, und freudestrahlende Jugendliche strömten heraus. Es war schwer voranzukommen, die anderen blieben immer wieder in Grüppchen stehen, fielen sich in die Arme, verabschiedeten sich, als stünde ihnen eine endgültige Trennung bevor. Dabei waren es doch nur die Sommerferien. Wenn sie wollten, konnten sie weiterhin jeden Tag miteinander verbringen.

Ungeduldig hielt Lynne nach ihm Ausschau, aber eigentlich erwartete sie nicht, Reed unter den anderen zu sehen. Vermutlich hatte er die übrigen Stunden sowieso geschwänzt. Nicht nur, weil es der letzte Schultag war und sie keinen Stoff mehr durchnahmen, sondern weil Reed "regelmäßig dem Unterricht fernblieb", wie es in den Mahnschreiben an seine Eltern hieß.

Die Sonne brannte auf den Schulhof, einen besseren Ferienstart konnte es gar nicht geben, und Lynne sprang gut gelaunt die Treppe hinunter. Ihr Blick wanderte die Zufahrtsstraße entlang zu den Parkplätzen, wo bereits der Bus wartete, genauso wie Eltern, die ihre Kinder an diesem besonderen Tag ausnahmsweise abholten. Und ganz rechts, lässig an eine Mauer gelehnt, stand Reed.

Ihr Herz machte einen Satz, und sie blieb stehen. Er sah ihr unverwandt entgegen, sein großer, schlanker Körper scheinbar völlig entspannt. Reed war noch nicht mal fünfzehn, aber er war vor einem halben Jahr in die Höhe geschossen, das königsblaue Poloshirt seiner Schuluniform spannte über seiner Brust. Er hob die Hand und winkte, und Lynne setzte sich lächelnd wieder in Bewegung. Der vom Meer kommende Wind fuhr ihm durchs blonde Haar, das mal wieder einen Schnitt vertragen könnte, obwohl die lange, unordentliche Frisur ihm etwas Verwegenes verlieh, das Lynne insgeheim besser gefiel. Es war perfekt, um ihre Hände darin zu vergraben, wenn er sie zu einem leidenschaftlichen Kuss an sich zog.

Lynne rückte ihren Rucksack zurecht, als jemand ihren Arm umschloss.

"Wo willst du hin?" Sie schloss frustriert die Augen, atmete tief durch und drehte sich zu ihrem Bruder um, de

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