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Das Mädchen, das den Blumen zuhörte Roman von Knipper, Stephanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Das Mädchen, das den Blumen zuhörte

Der internationale Bestsellerüber eine ganz besonderes Mädchen, seine Fähigkeiten und über die Kraft der Liebe: Für alle Fans von Vanessa Diffenbaugh undEowyn Ivey Antoinette Martin leidet an einer starken Form von Autismus, noch nie in ihrem Leben hat sie ein Wort gesprochen. Aber das kleine Mädchen besitzt eine große Gabe: Ihre Berührungen sind heilend. Doch jede Heilung kostet Kraft und mit jeder Berührung riskiert sie ihr Leben. Zusammen mit ihrer Mutter Rose wohnt sie auf der großen Blumenfarm "Eden Farms". Als Rose lebensbedrohlich erkrankt, bittet sie ihre Schwester Lily um Hilfe. Die beiden Frauen waren als Kinder unzertrennlich - bis ein trauriger Vorfall sie auseinanderriss. Nun kehrt Lily mit gemischten Gefühlen zurück auf die Blumenfarm. Doch dank der unglaublichen Liebe zu Antoinette und der einzigartigen Wunder, die das kleine Mädchen vollbringt, lernen die Schwestern endlich, einander zu verzeihen... "Die Einzigartigkeit dieses Debüts zieht den Leser in seinen Bann." Publishers Weekly Stephanie Knipper ist in Kentucky, USA, aufgewachsen. Ihre Liebe zu Büchern war von klein auf grenzenlos, und obwohl die Familie nicht viel Geld besaß, sorgte ihre Mutter immer dafür, dass ihre Tochter etwas zum Lesen hatte. Ihr Vater wiederum förderte ihre Begeisterung für die Flora und Fauna und lehrte sie, welche Pflanzen sich in welchem Boden am wohlsten fühlen. Knippers Liebe zu Büchern und Blumen prägte ihr gesamtes Leben: Nach ihrem Abschluss in Englischer Literatur an der Northern Kentucky University studierte sie Gartenbau. "Antoinettes geheime Sprache der Blumen" ist Knippers Debütroman. Ihre Tochter Grace war das Vorbild für die Heldin dieses Buchs. Stephanie Knipper lebt mit ihrem Mann, Grace und fünf weiteren Kindern in Kentucky und schreibt derzeit an ihrem zweiten Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 11.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492977968
    Verlag: Piper
    Originaltitel: The Peculiar Miracles of Antoinette Martin
    Größe: 1810 kBytes
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Das Mädchen, das den Blumen zuhörte

1. Kapitel

Antoinette Martin stand in der Küche und betrachtete die Alarmanlage über der Hintertür. Das rote Licht brannte nicht; das Ding würde also nicht losschreien und ihre Mutter wecken, wenn sie die Tür öffnete. Sie könnte in den Garten gehen.

Wilde Freude packte sie. Sie wippte auf den Zehenspitzen und ließ die nackten Füße auf die alten Eichendielen klatschen. Das glatte Holz fühlte sich an wie das Wasser des Bachs im Juli. Ein glücklicher Gedanke. Sie wippte noch einmal.

Als ihr Körper sich beruhigt hatte, griff sie nach dem Türknauf. Sie zögerte. Ihre Mutter und sie lebten auf einer Blumenfarm in Redbud, Kentucky. Obwohl ein Großteil der zwanzig Hektar gerodet und in Blumenfelder verwandelt worden war, wucherte dichter Wald hinter ihrem Anwesen. Antoinette durfte nicht alleine hinausgehen. Auf einer Farm konnte man sich leicht verletzen.

Sie drückte die Nase an die kalte Scheibe in der Küchentür. Draußen brauchte sie weder Musik noch Kunst, um das weiße Rauschen zu unterdrücken, das sie zu verschlingen drohte: das Brummen des Kühlschranks, das Rauschen der Spülmaschine, das Sirren der Klimaanlage. Draußen sang das Land, und das war noch besser als die Kompositionen von Mozart und Händel, die ihr Nachbar Seth Hastings auf seiner Geige spielte.

Abends saß Antoinette auf der Veranda hinter dem Farmhaus und lauschte, wenn Seth Geige spielte, oder blätterte in einem der Kunstbücher ihrer Mutter herum. Ralph Vaughn Williams' The Lark Ascending erkannte sie schon beim ersten Trillern der Geige. Und wenn sie die Augen schloss, konnte sie das geheimnisvolle Lächeln von Leonardos Mona Lisa oder das Gefälle des Hügels in Wyeths Christinas Welt vor ihrem inneren Auge heraufbeschwören, Pinselstrich für Pinselstrich.

Ungewöhnlich für eine Zehnjährige. Andererseits war kaum etwas gewöhnlich an Antoinette.

Gleißendes Sonnenlicht fiel durch die Tür. Tränen schossen ihr in die Augen, und sie kniff sie zusammen. Sie fühlte sich innerlich wie eingeschnürt, als wären ihre Muskeln zu stramm. Vor ihren Lidern glühte die Sonne immer noch, aber der Schmerz war fort, und so traf sie eine Entscheidung. Sie brauchte Musik, um sich zu beruhigen.

Nun, da ihr Geist leer war, zwang sie sich, den Arm auszustrecken, bis ihre Fingerspitzen den abgeblätterten Lack an der Tür berührten. Er schien ihre Haut aufzuschlitzen, und sie hätte fast einen Rückzieher gemacht. Aber wann war die Alarmanlage schon einmal ausgestellt?

Um die Kontrolle wiederzuerlangen, wedelte sie mit der Hand und stieß gleichzeitig mit der anderen die knarrende Tür auf.

Nun knallte ihr das Sonnenlicht noch gleißender ins Gesicht. Mit geschlossenen Augen reckte sie sich der Sonne entgegen und wünschte, sie würde sie ins Freie ziehen. Oft fehlte ihr die Kontrolle über ihren Körper, aber an diesem Morgen bewegte sie sich wie eine Ballerina, wiegte sich in den Hüften und glitt wie ein Seidenband zur Tür hinaus.

Auf der Veranda warf sie die Arme in die Luft und wäre am liebsten zur Sonne geflogen. Dann lauschte sie. Das Land sang für alle, die lange genug stillstanden, um die Melodie in sich aufzunehmen.

Die Menschen sangen auch, aber Antoinette musste sie berühren, um ihre Melodie zu hören. Manchmal griff sie nach der Hand ihrer Mutter und spürte, wie der sanfte, süße Klang einer Panflöte ihren Körper erfüllte. In diesen Momenten hatte Antoinette das Gefühl, alles tun zu können. Selbst sprechen.

Heute klang die Außenwelt klagend, wie die Oboe in Peter und der Wolf . Antoinette wankte. Fast hätte sie die Augen geöffnet, aber dann besann sie sich eines Besseren. Das wäre unweigerlich das Ende. Ihr Gehirn würde sich an den Grashalmen verhaken und zu zählen beginnen. Eins, zwei, drei ... vierhundert, vierhunderteins, vierhundertzwei. Sie wäre für Stunden blockiert.

Mit geschlossenen Augen stie

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