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Das Mädchen im roten Kleid Roman von McIntosh, Fiona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)

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Das Mädchen im roten Kleid

Die mitreißendste Liebesgeschichte seit "Der Englische Patient"!
England, Herbst 1918. Ein junger Mann erwacht in einem Sanatorium ohne jede Erinnerung an sein früheres Leben. Er weiß nur, dass er während des Ersten Weltkriegs in Flandern gekämpft und dort Schreckliches erlebt hat. Als er an einem Tag im November im Garten der hübschen Schneiderin Eden Valentine begegnet, die einen Botengang für ihren Vater erledigt, überredet er sie, ihm zur Flucht zu verhelfen. Tom und Edie verlieben sich, doch können sie nicht ahnen, dass eine junge Frau verzweifelt auf der Suche nach Tom ist und ihn im Sanatorium nur knapp verpasst hat. Bald schon wird die Vergangenheit das glückliche Paar mit aller Macht einholen und ihre Liebe auf eine harte Probe stellen ...

Fiona McIntosh, geboren in Brighton, England, ist zeit ihres Lebens viel gereist: Sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Afrika, arbeitete in Paris und siedelte schließlich nach Australien über. Gemeinsam mit ihrem Mann gibt sie ein Reisemagazin heraus. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Adelaide, Südaustralien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 01.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217860
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Tailor's Girl
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Das Mädchen im roten Kleid

1

November 1918

Der Mann schreckte aus dem Schlaf auf. Er starrte auf die vertraute Deckenfarbe, die Blasen warf, aber je mehr er versuchte, die Erinnerungen aus seinem Traum festzuhalten, desto schneller trieben sie davon, wie spinnwebfeine Seidenfäden im Wind. Doch die nächtlichen Schrecken hinterließen eine beißende Bitterkeit in seinem Mund, den metallischen Geschmack von Blut, den üblen Gestank von fauligem Fleisch und menschlichen Ausscheidungen, den durchdringenden Schießpulvergeruch und den von kaltem Tabak, Schweiß ... aber vor allem den eisigen, scharfen Geschmack von Angst. Diejenigen, die ihn pflegten, versicherten ihm, er würde lediglich die Zeit in den Schützengräben noch einmal durchleben - Das kommt häufig vor; machen Sie sich keine Sorgen, es wird vergehen, und andere freundliche Beschwichtigungen -, aber nichts vermochte den wiederkehrenden Albtraum zu verscheuchen.

Er fröstelte unter der Decke des Krankenhausbettes. In einer Ecke war der Name seines gegenwärtigen Heims blau eingestickt. Edmonton-Militärhospital. Die Decke war grob und viel zu klein, aber immerhin stand sein schmales Eisenbett neben der Heizung. Der uralte, pfeifende Heizkörper tröstete ihn, und er fragte sich, wie viele andere Männer wohl in diesem Bett gelegen hatten und warum. Ein flüchtiger Beobachter hätte ihn für gesund halten können. Die Wunden waren so gut wie verheilt, und mittlerweile zeugte nur noch ein leichtes Humpeln von der Verletzung, die er sich an der Front zugezogen hatte. Wesentlich schlimmer war die unsichtbare Narbe, die er im Inneren mit sich trug.

Er konnte sich nicht daran erinnern, wie er verletzt worden war, und weil er als "unbekannter Soldat" eingeliefert worden war, konnten ihm die Ärzte und Schwestern auch nichts dazu sagen. Sie waren einhellig der Meinung gewesen, dass er dem Zustand seiner Wunden und dem besonderen Kreuz-und-quer-Stil seines Verbands nach zu urteilen eine Zeitlang in einem Feldlazarett gelegen haben musste, wahrscheinlich in Flandern. Und deshalb dachte er, er habe möglicherweise in Ypern gekämpft.

Vor einigen Monaten war er nach Hause geschickt worden, und man hatte ihn hierher nach London gebracht. Die meiste Zeit war er aufgrund einer schweren Gehirnerschütterung bewusstlos gewesen, zwischendurch hatte er Fieberanfälle durch die Infektionen gehabt und vor Schüttelfrost mit den Zähnen geklappert.

Abgesehen von den lebhaften Traumbildern, die ihm sofort entglitten, wenn er aufwachte, konnte er sich an nichts erinnern, was vor dem Juni 1918 passiert war. Seine erste klare Erinnerung war, dass er auf einem Schiff aufwachte, das den Kanal nach England überquerte. Um ihn herum sangen, rauchten, redeten Männer leise in den Ecken, während andere vor Schmerzen stöhnten. Allen war heiß, und die meisten wären wohl lieber an Deck gewesen, aber niemand beklagte sich. Sie alle waren in der Hölle gewesen und hatten überlebt. Mit ausdruckslosem Gesicht hatte er die Szene um sich herum betrachtet. Er fühlte nur Verwirrung - er konnte sich einfach nicht an das erinnern, was sie alle zu vergessen versuchten.

"Morgen, Jonesy." Eine helle Stimme durchschnitt seine Erschöpfung und brachte ihn in die Gegenwart zurück. "Brrr ... heute ist es aber kalt."

"Guten Morgen, Nancy", sagte er und rang sich für die Krankenschwester, die niemals ihre gute Laune zu verlieren schien, ein Lächeln ab.

"Wie geht es uns?" Sie fühlte ihm den Puls.

" Uns geht es gut", sagte er. Das strahlende Weiß ihrer gestärkten Schürze, das einen starken Kontrast zu ihrer blauschwarzen Schwesterntracht bildete, beeindruckte ihn sehr. Beides trat jedoch in den Hintergrund vor ihren leuchtend roten Haaren. Nancy hatte die Krankenschwesternhaube so weit wie möglich zurückgeschoben, wodurch goldrote Löckchen hervorquollen. Sie war nicht unbedingt ein Hingucker, aber er fand sie trotzdem äußerst attraktiv. Ihre kecke

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