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Das Paddelboot II Spurensuche von Oczipka, Erika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Das Paddelboot II

Seit Anna den Campingplatz in Köln verlassen und damit ihren gemeinsamen Urlaub mit ihrem Mann Paul abgebrochen hat, fährt sie nicht, wie geplant, zurück nach Leer, sondern bleibt einige Tage in Köln, wo sie lange gelebt und auch studiert hat. Dass ihr Mann Paul mit einem Paddelboot auf dem Rhein ums Leben gekommen ist, glaubt sie immer noch nicht. Das mindert jedoch nicht ihre Schuldgefühle. Sie geht in Köln an ihre Lieblingsplätze, sinniert viel über ihr Leben mit Paul und warum sie sich von ihm trennen wollte. Das Bild, das sie von Paul hatte, wandelt sich von Tag zu Tag mit der Erkenntnis, dass er zwar anders war als die Menschen, die sie kannte, aber dass ihr Leben mit ihm ihr viel bedeutet. Sie verfällt in eine Unruhe, von der sie nicht weiß, worin sie sich begründet. Vorzeitig verlässt sie Köln. Zurück in Leer in ihrer Wohnung, nimmt sie Kontakt zu Dirk auf, einem Freund und erfährt, dass er die schwere Aufgabe der Identifizierung Pauls übernommen hatte. Dirk trägt ein Geheimnis Pauls mit sich herum, das ihn quält. Noch kann er sich nicht entschließen, Anna einzuweihen. Erika Oczipka, in einer nordwestdeutschen Küstenstadt aufgewachsen, lebte in Brasilien, Berlin und Köln, bis sie 2009 in ihre Heimat zurückkehrte. Fast die Hälfte ihres Lebens verbrachte sie in Köln, lernte diese Stadt kennen und lieben, wurde inspiriert durch viele Themen und Fragestellungen. Manches Mal fällt es ihr schwer zu akzeptieren, dass die Phantasie niemals die Realität überflügeln wird. Das klingt paradox, ist aber so. Ein schreibender Mensch wird ständig mit der Nase auf diese Erkenntnis gestoßen. Weitermachen bleibt ihre Devise.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 14.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739281391
    Verlag: Books on Demand
    Serie: Das Paddelboot .2
    Größe: 1010kBytes
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Das Paddelboot II

Anna in Köln, im Hotel am Chlodwigplatz

Der erste Gedanke, als Anna am Morgen aufwacht, ist ein von der Realität noch ungetrübter. Die Hände unterm Kopf gefaltet, liegt Anna in den Kissen und schaut hinaus ins Licht eines neuen Tages. Wie schön, dass die Vorhänge nicht zugezogen sind. Es besteht kein Zweifel: Sie ist in Köln und sie fühlt sich frei. Nach den Erfahrungen der letzten Tage würde sie ahnen können, wäre jemand ihr auf der Spur, doch ein solcher Gedanke ist nicht einmal ansatzweise vorhanden.

'Was für ein schönes Gefühl, ich liege hier in einem Hotel in der Südstadt Kölns, werde gleich frühstücken gehen und mich frei bewegen.'

Der erste Blick auf die Uhr sagt ihr, dass es kurz vor Mittag ist. Sie springt aus dem Bett, geht ins Bad, um anschließend festzustellen, dass sie in ihrer Tasche nur ein einziges Kleid hat. 'Macht nichts, ich gehe in die nächste Boutique und werde mich beraten lassen. Auf der Severinstraße und in den Seitenstraßen und Gassen muss doch etwas zu finden sein', erinnert sie sich.

Im Empfangsbereich sitzt ein junges Mädchen. Anna stellt sich vor und legt ihren Personalausweis auf den Tresen.

"Gestern war es schon sehr spät, als ich hier ankam, eigentlich war es schon heute", erklärt sie.

"Ja, ich weiß", lächelt ihr das junge Mädchen zu und macht ihre Eintragungen. "Wie lange haben Sie vor zu bleiben?"

"Das kann ich noch nicht sagen", antwortet Anna wahrheitsgemäß".

"Es ist nur wegen der zwei Messen, die morgen beginnen und ein paar Tage dauern. Da sind wir leicht ausgebucht. Sie haben sowieso Glück gehabt mit dem Doppelzimmer.

Vielleicht können Sie mir im Verlauf des Tages eine konkrete Antwort geben", sagt sie freundlich.

"Ich werde es versuchen."

Vor einem kleinen Café auf dem Sachsenring, unweit des Hotels, sitzen Gäste in der Sonne und plaudern miteinander. Die Inhaber sind Italiener und schon einige Jahre an diesem Platz, wie Anna weiß. Sie begrüßt im Innenraum die Frau des Hauses und fühlt sich schnell wie eine alte Bekannte, die mal wieder hineinschaut. Anna bestellt ein Baguette mit Mailänder Salami und einen Milchkaffee.

Ein freier Platz findet sich auch, sie blinzelt in die Sonne. Ihre Sonnenbrille liegt im Wohnmobil. Ein verbotener Gedanke, denn es würde eine lange Reihe von Gegenständen werden, zählte sie sie alle auf. Sie verbietet es sich noch einmal ganz explizit.

Sie sieht den Straßenbahnen nach und überlegt, ob sie nicht ins Zentrum fahren solle. Bei diesem Wetter könnte ein gemütlicher Spaziergang vom Neumarkt über die Schildergasse und Hohe Straße zum Dom eine Abwechslung sein und zugleich ließen sich einige notwendige Einkäufe damit verbinden.

Mit dem Blick auf vorübergehende Frauen wird Anna klar, dass sie einige Kleidungsstücke wird kaufen müssen. Das könnte sie hier in der Südstadt auch, aber da dieser Tag ein Samstag ist und Anna weiß, was bei schönem Wetter im Zentrum los sein wird, lässt sie sich auf ihren selten aufkommenden Wunsch ein, sich in die Menschenmenge zu werfen, sich treiben zu lassen, sich wie ein Tourist, jedoch mit Insiderwissen, dem Kommerz hinzugeben. In Leer ist das nicht möglich, warum eigentlich nicht? Anna glaubt, dass die Biederkeit der Ostfriesen keinen Raum lasse für Experimente oder, freundlicher gesagt, ist bei der recht geringen Anzahl der Frauen und Männer, die das dann doch mitmachen würden, der finanzielle Aufwand für die Geschäftsleute zu groß und damit auch das Risiko, auf angemessene Gewinne verzichten zu müssen.

'Ach, was denke ich da', lacht Anna über sich selbst, 'ich tue ja so, als wäre ich eine der mutigen Frauen, die in der Mode immer den Ton angeben möchten und das auch um jeden Preis. Stimmt ja gar nicht. Erstens könnte ich es mir nicht leisten, und zweitens, was würde Paul ...'' Anna stockt. 'Er schleicht sich wieder in mein neues Leben, oder stecke ich noch mitten drin im alten? Klar ist das so!'

Ihr eige

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