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Das Sonnenwirtle - Friedrich Schwahn und seine Braut Historische Romanbiografie von Württemberger, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.08.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Das Sonnenwirtle - Friedrich Schwahn und seine Braut

Waiblingen, 1760 - Als man Christina verhaftet, bricht ihre Welt erneut zusammen. Dabei hatte sie geglaubt, endlich dem langen Schatten des Sonnenwirtle entkommen zu sein. Die ungl ckliche Beziehung zu dem ber chtigten R"uber vernichtete das Leben der jungen Frau fast vollkommen. Kann sie sich den F"ngen der Justiz noch einmal entwinden? Der Fall des ber hmten Sonnenwirtle historisch genau, psychologisch stimmig und beraus spannend erz"hlt aus der Sicht der Christina M llerin, der Braut des R"ubers. Eva W rttemberger, Jahrgang 64, ist verheiratet, lebt in S ddeutschland und ist seit 14 Jahren als freiberufliche Musikerin, Komponistin und Autorin (unter dem Pseudonym Eva-Ruth Landys) t"tig. Musik war und ist f r die Gitarristin und S"ngerin ein wichtiger Lebensmittelpunkt. W"hrend ihres Studiums in Esslingen stieg sie in die Jazzszene ein und arbeitete mit namhaften Musikern. Seit 2010 arbeitet sie als Komponistin f r den Schulmusikverlag Fidula und als Musicalautorin. Die T"tigkeit als B hnenautorin f hrte sie zum Roman. Seit 2012 entstanden bislang vier historische Romane. Erstmals widmet sich die Autorin nun der deutschen Geschichte. Seit 2013 engagiert sie sich auch im Autorenverband HOMER - historische Literatur e.V.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 434
    Erscheinungsdatum: 03.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839250969
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2067 kBytes
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Das Sonnenwirtle - Friedrich Schwahn und seine Braut

Kapitel 1

Margarethe schob unnötigerweise die Schüsseln mit dem in Honig und Essig eingelegten Wintergemüse auf dem Brett ein weiteres Mal in eine andere Position. Als ob sie damit mehr Kunden anlocken könnte.

"Nun lass doch", ermahnte Christina ihre jüngere Schwester ärgerlich, "du machst mir noch die Webtücher schmutzig. Dann verkaufen wir erst recht nichts." Hastig zog sie den Stapel mit den sorgfältig geplätteten, groben Leinenstoffen beiseite. Ein paar schön geratene Stücke waren darunter, bei denen sie zusammen mit Anna und Margarethe in mühevoller Arbeit an langen Abenden zu Hause einzelne Webfäden herausgelöst und somit ein reizvolles Lochmuster hatte entstehen lassen. Das würde sich gewiss als Betttuch oder Aussteuerstück eignen. Wenn es doch nur jemand kaufen würde.

Doch die Bürger und Fuhrleute warfen, wenn überhaupt, nur achtlose Blicke auf ihre Waren. Ohnehin war wenig los an diesem Markttag. Aber auch wenn mehr Kaufwillige unterwegs gewesen wären, man misstraute ihnen. Die Bürger Ebersbachs jedenfalls zogen es vor, bei ihren Verwandten und Bekannten zu kaufen und nicht bei ihnen, die sie erst im Frühjahr hergezogen waren.

Dabei hatte sich der Vater einiges davon versprochen, die Brücken in Plüderhausen hinter sich abzubrechen und einen neuen Anfang im Oberamt Göppingen zu wagen. Woher allerdings die fast 1.000 Gulden kamen, die der nicht eben kleine Hof am Ortsrand Ebersbachs gekostet hatte, hatte Christina nicht zu fragen gewagt. Vermutlich hätte sie auch keine Antwort erhalten. Der Vater sprach nicht viel, und wenn, dann waren seine Worte barsch und ungnädig - und das ganz besonders ihr gegenüber. Christina wusste, dass er sie insgeheim für ein Kuckucksei hielt, das sein Weib ihm frech ins Nest gelegt hatte. Und wer konnte es ihm verdenken? Tatsächlich wirkte sie aus der Art geschlagen. Sie war ganz anders als ihre Schwestern und Brüder, die alle eher dunkel und von kräftigem Wuchs waren. Ihre Glieder jedoch waren schlank, zierlich, und ihr Haar seidig und lang und von einer Farbe wie reife Kornähren unter der Mittagssonne. Niemand in ihrer ganzen Familie hatte Haar von dieser Farbe. Nicht einer.

Margarethe murrte. "Ich mach das, wie ich es für richtig halte. Du hast mir gar nichts zu sagen!"

"Ich will nur nicht, dass du die Möglichkeit vergibst, doch noch etwas einzunehmen. Du weißt, wir brauchen das Geld."

"Ja, ja, ja , wir brauchen das Geld und alles andere auch."

"Sei nicht dumm, die Steuern müssen gezahlt werden, und wenn wir wieder nicht zahlen können ..."

"Hör schon auf! Das ewige Lamento, ich kann es nicht mehr hören." Ärgerlich wandte sich Margarethe ab, begann aber gleich darauf zu kichern. "Er guckt schon wieder."

"Wer?", fragte Christina unwillig. Ihre Schwester war nahezu besessen von dem Wunsch, das Interesse der Männer auf sich zu ziehen. Das geschah leider allzu selten. Die Mutter hatte ihre letzte Tochter schwer geboren. Das Kind, so hieß es, hatte einige Zeit im Mutterleib festgesteckt, und es war schon befürchtet worden, dass weder Mutter noch Kind die Geburt überleben würden. Dann aber war es dank der Kunstfertigkeit der Dorfhebamme nach etlichen Stunden doch noch gelungen. Das Neugeborene war jedoch nicht unbeschadet davongekommen. Eine leichte Lähmung des rechten Arms und vor allem der rechten Gesichtshälfte war die Folge gewesen und hatte den Mund Margarethes von früher Kindheit an schief und ihr Augenlid schlaff werden lassen. Kein schöner Anblick jedenfalls.

"Der da drüben. Da, bei den Metzgern." Margarethe kicherte erneut albern. Die Bauersfrau am Nachbarstand, die Eier und einige selbst geschlachtete Hühner feilbot, schüttelte missbilligend den Kopf.

Verstohlen folgte Christinas Blick dem ihrer Schwester. Tatsächlich, drüben auf der anderen Seite des Marktes, wo die Metzger ihre Stände aufgeschlagen hatten, stand ein junger Mann und sah zu ihnen hinüber.

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