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Das Weihnachtswunder Roman von Schwarzhuber, Angelika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Weihnachtswunder

Die schönsten Wunder geschehen, wenn es schneit! Singlefrau Kathi arbeitet als Sekretärin in der Werbeagentur WUNDER. Dort heimsen andere regelmäßig die Lorbeeren für ihre kreativen Erfolgsideen ein. Ein neuer Auftrag führt sie mit dem Fotografen Jonas zusammen. Auf der Weihnachtsfeier der Agentur vermasselt es sich Kathi durch ein Missverständnis so sehr mit ihm, dass Jonas denkt, ihr liege nichts an ihm. Zudem gerät ihr Job in Gefahr. Unglücklich verlässt Kathi die Party und stürzt im dichten Schneetreiben. Als sie aufwacht, ist ein Mann über sie gebeugt, der sich als ihr Schutzengel vorstellt. Er will Kathi auf wunderbare Weise dabei helfen, endlich ihr Glück zu finden ... Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als erfolgreiche Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde für das Drama "Eine unerhörte Frau" unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum Schreiben lebt sie gern auf dem Land, träumt aber davon, irgendwann einmal die ganze Welt zu bereisen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 01.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225889
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1336 kBytes
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Das Weihnachtswunder

Kapitel 2

Eine Woche vorher

S orgfältig überprüfte Kathi, ob sie den Herd ausgemacht hatte.

"Aus. Aus. Aus. Aus", murmelte sie und deutete dabei mit dem Finger auf jede einzelne Herdplatte. Zur Sicherheit schoss sie noch ein Handyfoto. Dann erst war sie beruhigt. Aus dem Regal nahm sie eine Blechdose mit Plätzchen und steckte sie in ihre große Umhängetasche. Ein Blick auf die Uhr an der Wand verriet ihr, dass sie noch reichlich Zeit hatte. Trotzdem würde sie sich gleich auf den Weg machen. Man konnte ja nie wissen, was einen unterwegs womöglich aufhielt. Und heute durfte sie auf keinen Fall zu spät kommen.

Im kleinen Flur zog sie einen Haargummi aus der Hosentasche ihrer Jeans und band die langen kastanienroten Naturlocken zu einem lockeren Dutt zusammen, den sie unter einer weißen Mütze versteckte. Dann schlüpfte sie in ihre blaue Winterjacke, schlang den weißen Schal um den Hals, den ihre Mutter zusammen mit der Mütze gestrickt hatte, und ging ins Treppenhaus. Fünf Sekunden später sperrte sie die Tür noch mal auf und vergewisserte sich, dass auch der Heizlüfter im Badezimmer aus war. Sicherheitshalber zog sie noch den Stecker, bevor sie die Wohnung endgültig verließ.

Schneller als sonst eilte sie die zwei Stockwerke nach unten.

"Hallo, Herr Pham", grüßte sie ihren Nachbarn, der gerade seine Zeitung aus dem Briefkasten fischte. Pünktlich wie ein Uhrwerk täglich um halb acht.

"Guten Morgen, Anemone", grüßte er mit einem Lächeln, das wie immer direkt aus seinem Herzen zu kommen schien. Kathi fühlte sich jedes Mal gut, wenn sie dem aus Vietnam stammenden Mann begegnete, der die Angewohnheit hatte, Menschen nach Pflanzen zu benennen, denen sie seiner Ansicht nach ähnelten.

"Sie sind eine Anemone", hatte er ihr vor fast zwei Jahren an dem Tag gesagt, als Kathi den letzten Umzugskarton in ihre neue kleine Wohnung geschleppt hatte und bereits ziemlich außer Atem gewesen war.

"Eine Anemone? Ich?", hatte sie verblüfft gefragt und dann gelacht, da sie sich selbst eher als Pfingstrose oder Hortensie eingeordnet hätte. Gewächse eben, deren Blüten voluminöser waren und ihre mollige Figur treffender zum Ausdruck brachten.

"Oh ja!", hatte Herr Pham gesagt und mehrmals bestätigend genickt. "Eine Anemone. Und mit Verlaub gesagt, das ist eine meiner Lieblingsblumen."

Kathi hatte zuerst angenommen, dass das ein plumper Anmachspruch sein musste. Bis sie erfahren hatte, dass Herr Pham als Biologe im Zoo arbeitete. Dort sorgte er für die Auswahl und Hege von einheimischen wie exotischen Pflanzen, um eine artgerechte Haltung der Tiere zu gewährleisten, bei der das natürliche Umfeld aus dem jeweiligen Herkunftsland berücksichtigt wurde.

"So früh heute schon?", fragte er.

"Ja. Es ist ein wichtiger Tag für mich, drücken Sie mir bitte die Daumen, Herr Pham."

"Jeder Tag ist wichtig, liebe Anemone", sagte er salomonisch. "Aber für den heutigen wünsche ich dir ganz besonders viel Glück. Und hab viele schöne Momente."

"Danke. Sie auch."

Sie öffnete die Haustür und wollte gerade auf den Bürgersteig treten, da jagte Luna zwischen ihren Beinen ins Haus und Kathi musste sich am Türrahmen festhalten, um nicht zu stolpern.

Als sie sich umdrehte, sah sie, wie Herr Pham die Katze hochhob, die nicht nach dem Mond benannt worden war, wie Kathi zuerst vermutet hatte, sondern nach einer besonderen Sorte Hibiskus mit großen weißen Blütenblättern, die in der Mitte ein kleines rotes Auge hatten. Lunas Augen waren hellblau, aber im Zwielicht funkelten sie manchmal geheimnisvoll rötlich. Und so passte der Name perfekt, wie Kathi fand.

"Na, meine hübsche Luna, wo hast du dich denn wieder herumgetrieben?", fragte Herr Pham sanft und kraulte sie hinter den Ohren. Luna schloss zufrieden die Augen und begann laut zu schnurren.

Kathi trat auf die Straße und bemerkte sofort, dass sie viel zu warm angezogen war. Der Himmel

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