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Der Brombeergarten Roman von Bramley, Cathy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Brombeergarten

Und plötzlich ist das Gras auf meiner Seite wieder grün ...
Mit Ende Zwanzig erfüllt sich Tilly Parker den Traum von einem eigenen Garten. Und die Gärtner-Community, der sie beitritt, nimmt sie mit offenen Armen auf. Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Gemma veranstaltet sie Gartenfeste, backt Obstkuchen und verkauft selbstgemachte Marmelade. Alles scheint perfekt, bis plötzlich der attraktive Aidan in Tillys Leben tritt: Er stellt ihre geordnete Welt auf den Kopf. Auch wenn Tilly es nicht zugeben will, sie könnte sich in ihn verlieben ...

Cathy Bramley lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und ihrem Hund in einem kleinen Dorf in Nottinghamshire. Sie war schon immer eine Leseratte und las früher oft mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Damit war erst Schluss, als ihr Mann ihr einen E-Reader mit Beleuchtung schenkte. Nachdem sie achtzehn Jahre lang eine Marketingagentur geleitet hatte, startete sie als Autorin noch einmal neu durch. Von ihrem Erfolg war sie dabei wohl als einzige selbst überrascht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223823
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Ivy Lane
    Größe: 1831 kBytes
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Der Brombeergarten

Kapitel 1

Ich zog den Reißverschluss meines Mantels zu, setzte eine wollene Baskenmütze auf und wickelte mir einen überlangen Schal um den Hals, bis nur noch Nase und Augen zu sehen waren. Ich hätte für jeden Verständnis gehabt, der bei meinem Anblick auf den Gedanken gekommen wäre, ich wollte inkognito aus meinem neuen kleinen Reihenhaus verschwinden. Aber so war es nicht. Dafür gab es keinen Grund; hier kannte mich sowieso kein Mensch.

Das liebte ich ja so daran. Und natürlich den originalen, antiken Kamin mit den hübschen alten Kacheln im Wohnzimmer. Der war ausgesprochen schön.

Hier in Kingsfield, einer Kleinstadt am Rande von Derbyshire, konnte ich einen neuen Anfang machen. Auch wenn ich nur schlappe zwanzig Meilen weit weggezogen war, würde sich mein Leben allein schon dadurch entschieden zum Guten wenden, dass mir das mitleidige Lächeln und das verlegene Schweigen von Nachbarn und Bekannten erspart blieben, so viel stand fest.

Nebenbei war auch die Haustür mit dem Buntglaspaneel ausgesprochen hübsch. Am Tag der Besichtigung war es mir nicht einmal aufgefallen. Jener Dezembertag war wie im Traum verflogen. Ich hatte mich, ohne mir große Hoffnungen zu machen, in der Vorschule All Saints zu einem Bewerbungsgespräch eingefunden, und vollkommen unerwartet wurde mir die Stelle sofort angeboten. Nur so aus Jux und Tollerei ging ich von der Schule schnurstracks in ein Maklerbüro und ließ mir dort das Angebot zu einem "überaus charmanten Haus in begehrter Lage" zeigen, "ideal für Madame". Zehn Minuten später stand ich zur Besichtigung auf der Matte. Die Innenausstattung war veraltet, die Küche winzig, und die Kacheln im Badezimmer hielt nur noch der Schimmel zusammen, doch das Haus lag nur fünf Minuten von der Schule entfernt, und mir gefiel der klare offene Grundriss. Im Briefkasten steckte eine Werbebroschüre für Kleingartenparzellen, und mir kam die Erleuchtung.

Ein glücklicher Zufall, gelinde gesagt, doch ich griff, ohne zu zögern, zu. Wetten, dass ich schon bei der Wahl eines Takeaway länger gebraucht habe!

Ich hielt mit der einen Hand die Haustür auf und manövrierte mit der anderen vorsichtig, an den restlichen Umzugskartons vorbei, mein Fahrrad über die Schwelle, darauf bedacht, nach dem gestrigen Malheur mit der Anglepoise-Lampe, an der Tapete im Flur nicht noch mehr Schaden anzurichten. Draußen warf ich einen Blick in den Himmel.

Wenn James jetzt hier wäre ...

Schon standen mir wieder die Tränen in den Augen, und ich blieb einen Moment stehen. Ich musste mir wirklich abgewöhnen, jeden Gedanken mit diesem Satz einzuleiten, doch da es Neujahr war, übte ich Nachsicht mit mir.

Wäre James jetzt tatsächlich hier, würde er in die Wolken blicken und sagen: "Ah, Cumulus und Cirrus (oder so was in der Art) - das perfekte Wetter für ein Fünfzehn-Kilometer-Pensum einen steilen Bergpfad hinauf."

Da er aber nun mal nicht hier war, musste es genügen, dass der Himmel vielversprechend blau und von hauchzarten Wolkenfetzen durchzogen war - für einen Neujahrstag wahrlich nicht schlecht.

Ich drehte mich zu den Garderobenhaken im Flur um und beschloss, auf die gelbe Signalweste zu verzichten. Bevor es richtig dunkel sein würde, wäre ich längst wieder zuhause, und so wichtig ich meine Verkehrssicherheit nahm, war sie in diesem Fall mit meinem Mantel unvereinbar. Ich habe da einen Standard, von dem ich nicht gerne Abstriche mache. Der Fahrradhelm dagegen war ein Muss, und so stülpte ich ihn mir über die Baskenmütze.

Ich stieg auf das Fahrrad, steckte meine Hausschlüssel in die Tasche, fuhr los und war ausnahmsweise einmal dankbar für die Polster am Hintern, das Ergebnis eines langen Jahres, in dem ich im Wesentlichen darauf gesessen und mich in Selbstmitleid ergangen hatte.

"Immer schön nach vorne sehen, Tilly!", hätte meine liebe alte Mum gesagt.

Auch wenn ich mich in meiner neuen Umgebung noch nicht so gut auskannte, wusste ich

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