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Der Dämon der Zarin Leben und Sterben des Grigorij Jefimowitsch Rasputin von Hahn, Josef (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
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Der Dämon der Zarin

St. Petersburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Ein Dämon beherrscht die Familie des Zaren und damit die ganze Hauptstadt. Er ist düster und hässlich wie der Tod, und doch werden ihm wundertätige Kräfte nachgesagt, und seiner finsteren Ausstrahlung verfallen Menschen in den allerhöchsten Kreisen. Sein Name wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: Rasputin. Der Bauernsohn, der den Zarewitsch von einer unheimlichen Krankheit geheilt haben soll und der seitdem der Zarin seinen Willen aufzwingt. 'Es ist Opium für die Seele', das sagt Josef Hahn über seine schriftstellerische Tätigkeit. Unter verschiedenen Pseudonymen schreibt er seit Jahren Theaterstücke, Balladen und Bücher mit abwechselnden Themen. Nach dem Marketingstudium ging er in die Versicherungsbranche und wagte dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Jahrelang betrieb er auch eine Kleinkunstbühne in Wien. Heute lebt er in Thailand. Seine Titel zeichnen sich durch besonders exakte Recherchen und ungewöhnliche Lösungen aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 216
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742750228
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 2856kBytes
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Der Dämon der Zarin

1869

Der 10. Januar 1869 war für den Bauern Jefim Jakowitsch ein aufregender Tag. Und auch ein saukalter! Eisiger Wind pfiff über das kleine Dorf Pokrovskoye hinweg und Schneekristalle tanzten hin und her.

Sonja Kuroda, die Hebamme, hatte ihn mit rüden Worten aus dem Haus geschmissen. Es sei völlig unmöglich, dass ein Mannsbild beim Eintauchen eines neuen Menschleins ins Leben anwesend wäre! Er möge sich gefälligst und rasch schleichen!

Murrend war er der Hebamme gefolgt und hockte seitdem auf der roh geschnitzten Bank vor dem Haus und fror entsetzlich. Gott sei Dank hatte er sich ein Fläschchen Wodka mit nach draußen genommen. Ab und zu trank er einen Schluck davon und freute sich, wenn die milde Flüssigkeit ihn ein wenig erwärmte.

Er wunderte sich bereits zum dritten Mal, wie lange so eine menschliche Geburt dauert.

Anna Wasiljewna, seine Frau lag seit Stunden in den Wehen. Ihr Schreien und Stöhnen war bis nach draußen zu hören. Warum stellen sich die Weiber nur so kompliziert an, dachte er? Gut, es war erst ihr drittes Kind. Vielleicht würde es bei den - hoffentlich noch - folgenden weniger kompliziert werden.

Bei seinen Viechern ging das wesentlich rascher und einfacher. Da gab es auch keine Hebamme, die einen hinauswerfen konnte. Keinem Tierarzt würde sowas in den Sinn kommen; glaubte er. So einen konnte man sich aber ohnehin nicht leisten. Der schickte ihn auch nicht weg.

Warum, so überlegte Jefim weiter, hat es der allmächtige Gott so eingerichtet, dass das Herauskommen eines Menschen aus dem Mutterleib so kompliziert ist? Und warum holt er danach einige der neuen Menschen gleich wieder zu sich?

Er fand darauf keine Antwort. Mit dem Popen konnte er darüber nicht reden. Der würde ihn niederbrüllen, ihn eine unverschämte und dumme Sau nennen und ihm unterstellen, er zweifle an der Weisheit des Herrn.

Nein!

Jefim zweifelte keineswegs daran. Aber er konnte es nicht kapieren, dass der Herr seine beiden ersten beiden Kinder so früh schon zu sich gerufen hatte. Hoffentlich würden sie das dritte Kind behalten dürfen. Er sprach ein kurzes Gebet, seufzte laut, trank das Fläschchen leer und fror weiter.

Jefims Familie gehörte zu den alteingesessenen Bauern des Dorfes mit - nach sibirischen bäuerlichen Verhältnissen - einigem Vermögen und respektablem Ansehen. Sie waren Bauern und besaßen eigenes Land sowie mehrere Kühe und Pferde.

Jefims Vorfahren waren als Rosputin Rasputin

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