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Der erste Kaffee am Morgen Roman von Galdino, Diego (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Der erste Kaffee am Morgen

Massimo ist Besitzer einer kleinen Bar im Herzen Roms und war noch nie im Leben richtig verliebt. Jeden Morgen schlendert er durch die noch schlafende Stadt, freut sich auf seinen ersten Kaffee und auf die Stammkunden, die nach und nach eintrudeln. Zufrieden mit seinem Leben, findet Massimo, dass es ihm eigentlich auch allein recht gut geht. Das alles ändert sich schlagartig, als eines Tages die junge Französin Geneviève die Bar betritt. Der Barista ist fasziniert von der schönen Fremden, kann sich ihr aber nicht verständlich machen, was zur Folge hat, dass sie keine fünf Minuten später den Inhalt einer Zuckerdose auf den Tresen kippt, ihm die Tür vor der Nase zuschlägt und ihn mit heftig pochendem Herzen zurücklässt. Doch die Frau mit den grünen Augen wird bald in die Bar Tiberi zurückkehren: Denn sie hat ein Geheimnis, das sie genau an diesen Ort bindet und von dem Massimo nichts ahnt. Vergeblich versucht der verliebte Barista ihr mit den Mitteln den Hof zu machen, die er am besten beherrscht: mit Espresso, Cappuccino und langen Spaziergängen durch das nächtliche Rom. Trotz aller Geheimnisse und des unglücklichen Umstands, dass die Angebetete nur Rosentee mag, gibt Massimo die Hoffnung nicht auf, irgendwann den ersten Kaffee des Morgens mit dieser Frau zu trinken. Und zwar jeden Morgen.

Diego Galdino, geboren 1971, lebt mit seiner Familie in Rom. Der stolze Vater von zwei Töchtern ist Barista aus Leidenschaft und betreibt eine kleine Caffè-Bar. Keiner weiß, woher er die Zeit zum Schreiben nimmt - seine zweite große Leidenschaft neben der Zubereitung eines perfekten Kaffees. Mit seinem Debütroman "Der erste Kaffee am Morgen" eroberte er die Herzen der Leser im Sturm. Weitere Romane folgten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492965279
    Verlag: Piper
    Größe: 2601kBytes
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Der erste Kaffee am Morgen

ERSTER TEIL

1

Die letzte Reise

Viele Menschen waren gekommen, und trotzdem war es seltsam still. Die Trauernden schienen sich jedes Wort, jede Bewegung und sogar jeden Seufzer genau zu überlegen.

Nur der Maurer hantierte mit raschen, geübten Handgriffen: eine dünne Schicht Mörtel, ein Ziegelstein, immer weiter, bis wieder eine Reihe fertig war. Schließlich bearbeitete er mit einem Meißel den letzten Ziegel, um ihm die richtige Größe zu geben, ehe er die Überreste mit der Kelle beiseiteschob.

Nie war einem Maurer größere Aufmerksamkeit zuteilgeworden, es war fast so, als wäre er der Priester dieser letzten Zeremonie.

Innerhalb weniger Minuten war der Sarg nicht mehr zu sehen und die Ruhestätte vollends geschlossen. Der endgültige Grabstein würde noch eine Weile auf sich warten lassen, aber bereits diese dünne Trennwand genügte, um die unwiderrufliche Grenze zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt zu markieren.

Was ist überhaupt der Sinn des Lebens, fragte sich Massimo. Es waren die üblichen Fragen angesichts des Todes. Sie mochten banal sein, aber in solchen Momenten brachen sie sich Bahn und warfen einen zurück in eine stockfinstere Welt, die keinen Anhaltspunkt bot. (Aus diesem Grund ließ Massimo auch stets ein kleines Nachtlicht in der Steckdose brennen. Nicht aus Angst vor der Dunkelheit, sondern aus Furcht, die Orientierung zu verlieren.)

Die Männer des Bestattungsunternehmens verließen den Friedhof mit schweren Schritten. Massimo murmelte ihnen etwas Unverständliches zu, einen Abschiedsgruß, den die Männer mit ebenso unverständlichen Worten erwiderten.

Dann erwachte das Grüppchen aus seiner Versteinerung und setzte sich langsam in Bewegung. Ein Trauergast nach dem anderen trat an die Grabstätte, umarmte Massimo und entfernte sich mit knirschenden Schritten über den Kiesweg.

Außer den Freunden waren selbstverständlich alle Stammgäste der Caffè-Bar Tiberi gekommen.

"Es sind immer die Besten, die gehen müssen", sagte Tonino, der Automechaniker (verlängerter Espresso).

"Ja, ja, und wir müssen dableiben!", fiel Pino, der Friseur (Espresso im Glas), ein.

Auch Luigi, der Schreiner (Espresso Corretto Sambuca), hatte seinen Kommentar abzugeben. "Der verflixte Oberschenkelhals! Wie bei meiner armen mamma , möge sie in Frieden ruhen."

Nach und nach zogen sie alle an Massimo vorbei: Lino (Espresso mit Ginseng) und sein unvermeidlicher Hund Junior, Alfredo, der Bäcker (Espresso im Glas mit viel Schaum), Gino, der Metzger (Espresso Macchiato im Glas), und Rina, die Blumenhändlerin (Espresso im Glas und ein Extra-Glas Wasser).

Dario (Espresso extrastark in angewärmter Tasse), der Massimo in der Bar zur Hand ging, bildete das Schlusslicht dieser merkwürdigen Prozession. "Ich warte im Auto auf dich", sagte er. Er wusste mit Formalitäten nicht viel anzufangen.

"Ist gut", entgegnete Massimo, dessen Kommunikation sich bisher darauf beschränkt hatte, die tröstlichen Schulterklopfer der Trauergäste zu erwidern. "Ach, und sag den anderen, dass sie heute Abend kurz vor Schluss noch mal in der Bar vorbeischauen sollen. Wir wollen auf sie anstoßen!"

Massimo ging vor dem Grab der Signora Maria in die Hocke und strich mit der Hand über den Marmorsockel.

Er schloss die Augen und tauchte in die Vergangenheit ein, auf der Suche nach Erinnerungen. Es waren so viele, dass ein ganzer Tag nicht ausgereicht hätte, sie Revue passieren zu lassen.

Deshalb versuchte er, aus dem Strom der Erinnerungen ein besonderes Bild herauszufischen. Das erste, das ihm in den Sinn kam, war eine Momentaufnahme von der Hochzeit seiner Schwester Carlotta.

Die Signora Maria hatte damals so viele Tränen vergossen, dass der Tiber um ein Haar über seine Ufer getreten wäre. Als beste Schneiderin in Trastevere und Umgebung be

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