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Der Fluch der Opale von Holt, Victoria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Der Fluch der Opale

Edelsteine - dem einen verschaffen sie unermesslichen Reichtum, andere stürzen sie in Unglück und Verderben. Kostbare Opale von einzigartiger Schönheit haben Jessica Clavering und ihre Familie ins Elend gestürzt. Ein Fluch scheint von ihnen auszugehen. Immer wieder wird Jessica mit ihnen konfrontiert, und als sie ihren Namen 'Jessica Opal' auf einem Grab im Park findet, ahnt sie, dass es ein Geheimnis um sie und den neuen Besitzer ihres Elterhauses geben muss. Ein Geheimnis, das Jessica im fernen Australien auf überraschende Weise aufklärt. Alles deutet auf jene mysteriösen Opale hin. Besonders auf einen legendären Stein von eigenartiger Leuchtkraft, den 'grünen Blitz'... Victoria Holt, die Meistererzählerin des Unheimlichen, verbindet in diesem aufregenden Roman ein Höchstmaß an Spannung mit einer romantischen Handlung, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 15.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305116
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1365 kBytes
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Der Fluch der Opale

DER WITWENSITZ

Daß mich ein Geheimnis umgab, merkte ich bereits in meiner Kindheit. Sehr früh stellte sich bei mir schon das Gefühl ein, nicht dazuzugehören, und es sollte mir treu bleiben. Ich unterschied mich von den anderen auf dem Witwensitz. Gern ging ich zu dem Bach hinunter, der zwischen unserem Wohnsitz und Oakland Hall verlief, und starrte in sein glasklares Wasser, als hoffte ich, dort die Antwort zu finden. Daß ich gerade eine bestimmte Stelle dazu aussuchte, war wohl irgendwie bedeutungsvoll. Maddy, unser Mädchen für alles, das teilweise auch mich betreute, entdeckte mich einmal dort, und das Entsetzen in ihren Augen konnte ich lange nicht vergessen.

"Warum kommen Sie denn ausgerechnet an diesen Platz, Miß Jessica?" rief sie. "Wenn Miß Miriam das wüßte, würde sie es Ihnen streng verbieten!" Schon wieder ein Geheimnis! Was hatte sie gegen das Bächlein und die hübsche Brücke, die darüberging? Mir gefiel die Stelle besonders gut, weil man von hier aus gut die grauen Mauern von Oakland Hall betrachten konnte, die sich drüben so majestätisch erhoben.

"Mir gefällt es eben hier", sagte ich widerspenstig. Und da verbotene Früchte mir wohl noch süßer schmeckten als irgend jemandem sonst, ging ich um so öfter hin, seit ich wußte, daß es einen Grund gab, warum ich nicht dort sitzen sollte.

Immer wieder mahnte mich Maddy, es nicht zu tun. Und ich wollte natürlich wissen, warum. Das war überhaupt ein Charakteristikum an mir, und Maddy nannte mich deshalb auch "kleine Miß Warum-Wo-und-Was".

"Geradezu krankhaft ist es!" schalt sie. "Das haben Mr. Xavier und Miß Miriam auch gesagt. Krankhaft!"

"Warum?"

"Da hat man's wieder", seufzte Maddy. "Es ist eben so. Darum - und gehen Sie nicht dauernd dorthin."

"Ist die Stelle vielleicht verwünscht?"

"Ja, das mag wohl sein."

Was konnte es hier für eine Gefahr geben, fragte ich mich. Außer bei schweren Regenfällen war das Wässerchen ganz flach und so klar, daß ich die Kiesel auf dem braunen Boden erkennen konnte. Eine Trauerweide hing über das gegenüberliegende Ufer. Trauerte sie um jemanden? War dies das Krankhafte?

So kam ich also immer wieder zum Bach und träumte dort, vor allem über mich selbst, und das Hauptthema war stets: Irgendwie gehörst du nicht zu denen auf dem Witwensitz. Nicht, daß es mich gestört hätte. Ich war anders und wollte auch anders sein. Schon mein Name war anders. Ich hieß ja in Wirklichkeit Opal - Opal Jessica - , und überlegte oft, wie meine Mutter wohl dazu gekommen war, mir einen so seltsamen Namen zu geben, denn zu Seltsamkeiten dieser Art neigte sie eigentlich nicht. Mein armer trauriger Vater hatte bestimmt nichts damit zu tun; eine Wolke überschattete ihn stets, und manchmal meinte ich, daß sie auch über mir hinge.

"Opal" wurde ich nie gerufen. Daher nannte ich mich in Selbstgesprächen manchmal so, und ich führte oft Selbstgespräche. Wahrscheinlich, weil ich so viel allein war. Und dadurch wurde ich mir auch der geheimnisvollen Aura um mich herum bewußt, die mich wie ein Nebel umgab, den ich nicht sehen konnte. Maddy brachte manchmal ein bißchen Licht in die Düsterkeit, aber es war nur ein schwacher Schimmer, der dann alles noch viel schwerer erkennbar machte.

Da besaß ich also einen Namen, bei dem mich niemand rief. Warum hatten sie ihn mir gegeben, wenn sie ihn gar nicht anwenden wollten? Meine Mutter kam mir sehr alt vor. Sie war offenbar schon über vierzig, als sie mich zur Welt bra

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