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Der Himmel über Afrika von Raybourn, Deanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Der Himmel über Afrika

Paris, 1923: Die junge Delilah Drummond führt ein ausgelassenes Leben. Gesellschaftliche Konventionen kümmern sie wenig. Doch als ihr neuester Skandal hohe Wellen schlägt, trifft ihre Familie eine Entscheidung: Bis Gras über die Sache gewachsen ist, soll Delilah nach Kenia reisen und auf der Farm ihres Stiefvaters endlich zur Ruhe kommen. Schneller als ihr lieb ist, findet sie sich in dem ihr fremden Land wieder und vergeht fast vor Heimweh. Doch dann lernt sie den Abenteurer Ryder White kennen, dessen Liebe für die Schönheit und die Gefahren Afrikas sie berührt wie nichts zuvor. Kann er sie überzeugen, dass der fremde Kontinent auch für sie eine Heimat sein könnte?

Deanna Raybourn arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist als Autorin historischer Romane sehr erfolgreich und liebt es, mit ihren Protagonisten fremde Länder zu erkunden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736300422
    Verlag: LYX
    Originaltitel: A Spear of Summer Grass
    Größe: 910 kBytes
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Der Himmel über Afrika

2

Quentin hob sein Champagnerglas. "Einen Toast. Auf meinen tapferen Liebling Delilah und auf alle, die mit ihr gehen. Bon voyage !"

Kaum vierzehn Tage waren vergangen, doch ich hatte bereits alle Vorkehrungen getroffen. Ich hatte Kleidung bestellt, Koffer gepackt und Papiere besorgt. Das klingt einfach, doch tatsächlich bedeutete es endlose Besuche bei Couturiers und Ausrüstern, in Buchläden und stickigen Büros, um Tickets, Formulare und Genehmigungen zu besorgen. Am Ende war ich erschöpft, also beschloss ich natürlich, noch einmal richtig auf den Putz zu hauen und das Beste aus meinem letzten Abend in Paris herauszuholen. Quentin hatte vorausgesehen, dass ich ein wenig niedergeschlagen sein würde, und er hatte es so eingerichtet, dass er mich ausführen konnte. Alles in allem war es ein ziemlich mieser Tag gewesen. Fast ein Dutzend Mal wollte ich einen Rückzieher machen, was Afrika betraf, aber an diesem Morgen erschien Mossy in meiner Suite und schwenkte die neueste Ausgabe einer ordinären französischen Zeitung, der es irgendwie gelungen war, Fotos des toten Misha am Ort seines Selbstmordes zu kaufen. Sie wagten zwar nicht, sie zu veröffentlichen, aber die Beschreibungen waren grauenhaft genug, und sie hatten sich schauderhafte Freiheiten bei der Prosa erlaubt.

"'Der Fluch der Drummonds'", murmelte Mossy. "Wie können sie es wagen! Ich bin keine Drummond. Irgendwann im Jahr 1891 war ich ungefähr zehn Minuten lang mit Pink Drummond verheiratet. Ich kann mich kaum noch an sein Gesicht erinnern. Wenn sie über einen Fluch schreiben wollen, der auf den Frauen unserer Familie liegt, dann sollten sie über den L'Hommedieu-Fluch schreiben", sagte sie und knallte die Tür hinter sich zu, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen.

Und damit hatte ich jede Hoffnung aufgegeben, das Exil vermeiden zu können, und fing an, mir Cocktails einzugießen. Als Quentin mich abholte, war ich leicht beschwipst, aber er war verschwenderisch mit dem Champagner, und als wir im Club d'Enfer ankamen, war ich restlos betrunken.

Ich schwärmte für den Club d'Enfer . Wie der Name erwarten lässt, war das Etablissement eine Nachbildung der Hölle. Unter der Decke hing roter Satin in der Form von Flammen, und karminrote Lichter tauchten alles in eine sündhafte Glut. Ein durchtriebener kleiner Teufel stand an der Tür und begrüßte die Gäste, indem er mit seinem gespaltenen Schwanz raschelte und den Leuten mit seiner Forke ins Hinterteil piekte.

Quentin rieb sich den Allerwertesten. "Also wirklich, musste das denn sein?"

"Oh, Quentin, sei kein Spielverderber. Das hier hat swing. "

Hinter uns stieß meine Cousine Dora einen spitzen Schrei aus, als die Forke ihren Po berührte.

"Spar dir die Mühe", sagte ich zu dem Teufel. "Sie ist Engländerin. Du wirst dort nichts finden als knochige Missbilligung."

"Delilah, also wirklich", protestierte sie, doch ich hörte schon nicht mehr zu. Ein dämonischer Kellner winkte uns zu einem Tisch in der Nähe der Bühne, und noch bevor wir Platz genommen hatten, bestellte Quentin Champagner.

Um uns pulsierte Musik, eine merkwürdige, misstönende Melodie, die an jedem anderen Ort völlig fehl am Platz gewesen wäre, in den Club d'Enfer jedoch passte sie ausgezeichnet.

Als wir saßen, näherte sich der Inhaber. Er - oder sie? - war eine eigenartig androgyne Kreatur mit den Gesichtszügen einer Frau und der Stimme eines Mannes in einem perfekt geschnittenen Smoking. Bei meinem ersten Besuch des Clubs hatte das Wesen sich mir als Régine vorgestellt und schien weder weiblich noch männlich zu sein. Oder beides. Ich hatte gehört, dass Régine eine Vorliebe für stark behaarte Männer oder Frauen mit Pferdegesichtern hatte, was ich beides nicht war.

Régine beugte sich tief über meine Hand, doch dann klemmte er oder sie sie entschlossen in ihre oder seine Armbeuge.

"Mein Herz

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