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Der Himmel über Darjeeling von Vosseler, Nicole C. (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Himmel über Darjeeling

Wenn die Schatten der Vergangenheit die Gegenwart verdunkeln und jegliche Zukunft in Gefahr bringen Cornwall, 1876. Helena Lawrence, mit siebzehn Jahren Vollwaise, sieht sich und ihren kleinen Bruder vor dem finanziellen Ruin. Der attraktive Ian Neville macht ihr ein Angebot: Er wird für ihr Auskommen sorgen, wenn sie ihn heiratet und auf seine Teeplantage im indischen Darjeeling begleitet. Nach anfänglichem Widerwillen sieht Helena keinen anderen Ausweg und reist mit Ian quer über den Subkontinent bis nach Darjeeling. Sie verliebt sich in das exotische, märchenhafte Land - und in ihren Mann. Doch Ian verbirgt ein dunkles und gefährliches Geheimnis, das Helenas Leben und ihre aufkeimende Liebe zu ihm für immer zu zerstören droht ... Eine große Liebesgeschichte, die von der stürmischen Küste Cornwalls in die Wüsten Rajputanas und zu den grünen Hügeln und Tälern am Fuß des Himalaya führt. eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. Nicole C. Vosseler wurde 1972 in Villingen-Schwenningen geboren und studierte nach dem Abitur Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, wo sie heute lebt. 2007 wurde die SPIEGEL-Bestsellerautorin für ihren Roman 'Der Himmel über Darjeeling' mit dem Konstanzer Förderpreis in der Sparte 'Literatur'ausgezeichnet. Ihre Bücher wurden bisher in acht Sprachen übersetzt. Wie die Heldinnen ihrer farbenprächtigen Romane sucht auch sie gerne mal das Abenteuer. Mehr über die Autorin und Hintergrundinformationen zu ihren Romanen finden Sie unter: https://www.nicole-vosseler.de/

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 543
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732559121
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1588 kBytes
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Der Himmel über Darjeeling

Prolog

Argostolí / Kephallinia, 13. August 1864

G eliebte Schwestern,
nur wenige Stunden nachdem sich diese Zeilen auf den Weg zu euch gemacht haben, werden wir ebenfalls aufbrechen, auch wenn sich unsere Reise als ungleich langwieriger und mühseliger erweisen wird. Eure Sorge um unser Wohlergehen kann ich nachfühlen, doch haben wir weder zur Zeit des englischen Protektorates noch seit der Rückgabe der Inseln Ioniens an Griechenland vor fünf Monaten Feindseligkeiten irgendeiner Art erfahren. Ich kann nicht genug betonen, nicht allem blind zu glauben, was in den Zeitungen geschrieben steht; niemals ist uns anders als zuvorkommend und gastfreundlich begegnet worden.

Dennoch ist in uns der Entschluss gereift, wieder in das Land unserer Herkunft zurückzukehren. Sieben Jahre ist es nun her, dass ich England und euch verlassen habe - sieben Jahre hier im goldenen Süden, die kaum mehr als ein paar Monate gewesen zu sein scheinen, und doch gleich einer Ewigkeit. London ist nur noch ein schwaches Abbild in meiner Erinnerung - der Lärm auf den Straßen, der so gänzlich anders ist als der Lärm hier, kühler und auf seine Weise geordneter - der Ruß und der Nebel und vor allem der Regen, der kalte immerwährende Regen ...

Fast den ganzen Weg werden wir zu Wasser zurücklegen, über Italien und Frankreich, was nicht nur schneller, sondern auch angenehmer ist, wenn wir so auch den einen oder anderen wehmütigen Blick auf die Landstriche entbehren müssen, die uns so lange Heimat waren. Wir rechnen damit, unter günstigen Voraussetzungen in drei bis vier Wochen nach Dover überzusetzen, von wo aus ich euch dann eine Nachricht zukommen lassen werde. Meine besten Wünsche an Theodore und Archibald, auch in Arthurs Namen.

Der Federhalter ruhte einen Augenblick über dem Papier, ehe er erneut ansetzte, seine zierliche Spur hinterlassend.

Es wäre schön, nach dieser langen Zeit zurückzukehren und zu wissen, dass Vater seinen Groll gegen mich und vor allem gegen Arthur gemildert hätte und wenigstens einmal einen Blick auf seine Enkeltochter werfen würde, die er noch nie gesehen hat.

In Liebe umarmt euch - Celia

Sie atmete tief durch, wie von einer Last befreit, als sie die Feder aus der Hand legte und sich mit raschelnden Röcken erhob. Das Läuten der Kirchenglocken, die das Ende eines langen Arbeitstages verkündeten, drang durch die Schlitze der Fensterläden, die das Zimmer vor der Hitze des Sommers schützten, und brachte mit sich den Duft von sonnendurchglühtem Fels und trockenem Laub. Sie trat an das hohe Fenster, dessen Flügel in den Raum hinein aufstanden, löste den Haken aus seiner Verankerung und gab den Läden einen Stoß, dass sie nach außen aufschwangen und mehr von dem tiefen, rhythmischen Klang hereinließen, dazu eine Flut abendlichen, kupfergoldenen Lichts: heiß, ohne grell und giftig zu sein wie mittags.

Wie ein Spiegel lag das Wasser der Bucht da. Argostolí, die Hauptstadt der Insel, erstreckte sich vor dem Fenster: ein Meer aus mehrstöckigen, in klassischem Stil gebauten Häusern, blendend weiß und Kühle versprechend unter ihren Ziegeldächern. Zwischen ihnen ragten die Türme der vier orthodoxen Kirchen auf, deren nachhallende Glockenstimmen miteinander wetteiferten. Pinien und Zypressen lockerten die strenge Geometrie der Straßenzüge und ihrer Gebäude auf. Selbst zu dieser Stunde, die die Menschen von ihrem Tagwerk nach Hause zog, wirkte die Stadt verschlafen, als flösse die Zeit hier langsamer vorüber.

Zwei Hirten kamen an dem einsam an seinem Berghang klebenden Haus vorüber. In Pluderhosen, blusige Hemden und ärmellose Westen gekleidet, trieben sie mit lockenden Zurufen ihre Ziegen zwischen den mit Thymian durchsetzten Felsen hindurch. Den weißen Fes durch die Luft schwenkend, riefen sie der schönen jungen Frau des angglikós sográphos , des englischen M

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