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Der Himmel über Manhattan Roman von Blum, Jenna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Himmel über Manhattan

Eine atemberaubende Liebesgeschichte vor dem glamourösen Setting New Yorks der 1960er Jahre. Peter Rashkin ist ein faszinierender Mann. Er betreibt eines der feinsten Restaurants im Manhattan der 1960er Jahre. Doch ihn umgibt auch etwas Tragisches. Nur wenige wissen, dass sein Restaurant nach seiner verstorbenen Frau Masha benannt wurde und dass er nicht nur sie, sondern auch seine beiden Töchter auf tragische Weise verlor. Eigentlich will Peter alles vergessen und nie wieder an Liebe denken. Als er jedoch die junge June unter dem riesigen Kronleuchter sitzen sieht, fühlt er sich von ihr angezogen. Ein Stromausfall führt die beiden zusammen und in eine leidenschaftliche, turbulente Beziehung. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht verdrängen, auch wenn man es noch so gerne will ... Jenna Blum, geboren 1970, unterrichtet kreatives Schreiben und ist Mitarbeiterin verschiedener Zeitschriften. Sie hat mehrere Romane sowie Kurzgeschichten verfasst. "Der Himmel über Manhattan" ist ihr erster Roman bei Blanvalet. Die Autorin lebt in Boston und im Mittleren Westen der USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 26.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226169
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Lost Family
    Größe: 1170 kBytes
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Der Himmel über Manhattan

1

MASHA'S

Zum ersten Mal sah Peter das Mädchen während der Abendschicht im Masha's. Sie saß am Mitteltisch unter dem Kronleuchter, und ihr Gesicht war vom Licht getüpfelt. Peters Mitarbeiter nannten diesen Platz den Todessitz in Anbetracht dessen, was demjenigen passieren würde, der das Pech hatte, dort zu sitzen, falls der Kronleuchter, eine zweihundert Pfund schwere Kaskade aus venezianischen Kristalltropfen, jemals beschließen sollte herabzufallen. Das Mädchen - die junge Frau - ließ den Blick im Restaurant umherwandern, als langweilte sie ihr Tischgenosse, ein Kerl mit silbergrauem Haar, einer dicken Hornbrille und einem Kopf, so viereckig wie ein Zuckerwürfel. Er war mindestens doppelt so alt wie sie. Als Peter auf sie aufmerksam wurde, lehnte er sich gerade herüber und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Das Mädchen rümpfte die Nase und schob ihren Verehrer, falls er das war, von sich - und dann, als sie Peter erblickte, grinste sie auf eine Weise, die sie völlig verwandelte, und ihr Gesichtsausdruck wechselte vom leicht mürrischen Überdruss eines New Yorker Großstadtmädchens, das schon alles gesehen und getan hat, zu etwas anderem, insgesamt Sonnigerem und Liebenswerterem. Peter zog daraufhin die Brauen hoch. Das helle Haar des Mädchens war kurz geschnitten wie bei einem Jungen - ein Stil, den er nicht besonders schätzte. Sie trug ein weißes dünnes Hemdkleid mit Pelzbesatz an Kragen und Ärmeln und rote hochhackige Stiefel, deren oberer Rand unter dem Tischtuch verschwand. Ihre Augen waren von dicken schwarzen Kringeln umringt. Peter war eigentlich kein Freund dieser neuen Modetrends - auch wenn er wie jeder andere Mann in Manhattan Gott, hätte er an ihn geglaubt, für den Minirock gedankt hätte. Aber dieses Mädchen schlug ihn in seinen Bann.

Er trat seine Runde an, wie er es einmal in jeder Schicht zu tun pflegte, klopfte hier auf eine Schulter und gab da einer Frau Feuer für ihre Zigarette. Hübsche Frauen waren im Masha's immer in der Überzahl, vor allem beim Lunch, wenn die Tische fast ausnahmslos von sehnsuchtsvollen Junggesellinnen und ihren entschlossenen Müttern besetzt waren. Das war so, seit im Jahr zuvor die Kritik in der Times erschienen war. Die Damen priesen die Salate, aber sie kamen wegen des alleinstehenden Eigentümers mit der traurigen Geschichte. Abends überwogen die Stammgäste, Bewohner des Viertels an der Upper East Side, die zu den Veranstaltungen der Stadt unterwegs waren, zu Theater, Konzert, Oper und Ballett, oder von dort zurückkamen. Aber es mischten sich immer noch genug hoffnungsvolle Romantikerinnen unter sie, um Peter wachsam und unnahbar sein zu lassen. Zumindest hatte er das geglaubt. Warum ausgerechnet diese junge Frau sein Interesse weckte, wusste er nicht genau. Er warf verstohlene Blicke zu ihr hinüber, während er sich mit den Lynns unterhielt, die ihren Abend mit einem Schlummertrunk im Masha's zu beenden pflegten, seit das Lokal eröffnet worden war, und während er ignorierte, dass die alte Mrs. Allison, die an Tisch 14 Hof hielt, immer wieder mit zitternder Hand unter den Tisch langte, um ihren Pudel Lucius mit kleinen Häppchen zu füttern, über dessen Anwesenheit das Personal routinemäßig hinwegsah. Peter fing doch nicht etwa wieder mit seinem Spiel an - oder doch? Suchte er wieder nach Menschen, die längst nicht mehr da waren? Ein fruchtloses Unterfangen, ermahnte er sich streng. Und grausam dazu. Dennoch ... Die junge Frau auf dem Todessitz sah jünger aus als vierzig, was Mashas Alter gewesen wäre, und älter als zwanzig - nicht viel älter, aber doch älter.

Peter wollte eben hinübergehen und das Mädchen persönlich im Masha's begrüßen, als eine diskrete Unruhe bei den Tischen in der Nähe des Eingangs darauf hindeutete, dass Mr. Cronkite hereingekommen war und die Empfangsdame ihm den Mantel abnahm und ihn zu seinem Stammplatz führte, dem zweiten Tisch, dessen Sitzbänke mit hohen rotledernen Lehnen ausgestattet waren. Mr. C

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