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Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer Roman von Peters, Julie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer

Zauberhafte Inselweihnacht. Frieke zählt die Tage bis Heiligabend, sie kann gar nicht mehr aufhören, das alte Kapitänshaus oder die Buchhandlung zu schmücken. Nur warum liegt jeden Adventstag ein Briefchen vor ihrer Haustür? Was hat dieser besondere Adventskalender zu bedeuten? Und warum ist Bengt so abweisend, seit sie im Überschwang der Schwangerschaftshormone darüber gesprochen hat, dass sie ja heiraten könnten? Warmherzig und humorvoll: Frieke findet das Glück zwischen verschneiten Dünen... Julie Peters, geboren 1979, arbeitete einige Jahre als Buchhändlerin und studierte ein paar Semester Geschichte. Anschließend widmete sie sich ganz dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Westfälischen. Im Aufbau Taschenbuch ist bereits der Roman "Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg" von ihr erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 13.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841218209
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2185 kBytes
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Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer

Kapitel 1

Frieke warf einen letzten Blick in den Badezimmerspiegel. Sie war zufrieden mit dem, was sie da sah. Okay, die Wangen wirkten irgendwie voller, aber da das aktuell auf ihren ganzen Körper zutraf - sogar die Zehen lagerten fröhlich Wasser ein, als wären sie im Wettbewerb mit den zu kleinen Stummelwürstchen angeschwollenen Fingern, - und es, wie ihre Hebamme Meike immer wieder versicherte, nur ein vorübergehendes Phänomen war, versuchte sie, sich damit zu arrangieren.

Soweit das eben möglich war, wenn man sich in ein teures, enges Kleid zwängte, weil man auf einer Hochzeit eingeladen war.

"Vor einer Woche hat es noch gepasst", murmelte Frieke deprimiert. Ihre Hand ruhte auf dem Bauch, der offensichtlich schon wieder gewachsen war.

"Ist ja nicht mehr lang." Bengt schob sich in das kleine Badezimmer und küsste ihren Nacken. Frieke hatte die dunklen Locken in mühsamer Kleinarbeit gebändigt und hochgesteckt. Als Krönung hatte sie eine alte, petrolfarbene Federbrosche mit Pailletten hineingesteckt und das Ganze mit so viel Haarspray fixiert, dass sich garantiert kein Härchen hervorwagen würde.

Bengt rümpfte die Nase. "Hast du gerade das Ozonloch über dem Südpol um drei Prozent vergrößert?"

Spielerisch versetzte sie ihm einen Klaps auf den Unterarm. "Manchmal bist du mit deinem Ökobewusstsein ein bisschen arg Achtziger!" Sie betrachtete ihn zärtlich. Sie konnte gar nicht glauben, dass dieser unglaublich attraktive Mann mit den Wuschelhaaren und dem gepflegten Dreitagebart wirklich zu ihr gehörte.

Bengt trug einen schlichten, grauen Anzug und eine rote Krawatte zu dem weißen Hemd. Der Anzug war schon etwas älter und zu weit geschnitten, wie es vor zehn Jahren nun mal Mode gewesen war. Auch bei der Krawatte hatte er nicht mit sich reden lassen. Friekes Vorschlag, er könnte doch eine Krawatte wählen, die zu ihrem Kleid passte, hatte er abgeschmettert. "Die geht noch", hatte er behauptet. Und so richtig unpassend war sie nicht zu dem cremefarbenen Empirekleid mit Spitzenrock, der zum Glück bis zum Boden reichte. Dadurch wurde der Bauch zwar noch mehr betont, aber zugleich wurden die ziemlich unpassenden und leider auch sehr unstylischen Birkenstocks kaschiert, die sie anhatte, die Riemen bis auf das äußerste Loch geschnallt. In Schuhe mit Absätzen hätte sie heute definitiv nicht gepasst. Da hätte Bengt sie auch zur kleinen Inselkirche tragen können, und nein, das würde er nicht tun. War ja nicht so, als hätte sie ihn nicht danach gefragt.

"Ich habe extra eins genommen, das im Ökotest gut abgeschnitten hat", verteidigte sie ihre Betonfrisur. "Und ich mache es ja nur dieses eine Mal. Ja?"

Bengt brummelte etwas vor sich hin. Er hielt seinen Kamm unter kaltes Wasser und begann, die gewohnt krausen Haare zu bändigen. Ja, wenn sie so kurze Haare hätte, dann hätte sie auch kein Problem, sich eine Frisur zu zaubern. Feuchter Kamm durch, zack, fertig.

Damit Bengt sich in Ruhe fertig machen konnte, verließ Frieke das Badezimmer. Im Flur standen die Birkenstocksandalen neben einem Paar flachen Ballerinas, die sie letzte Woche im Secondhandladen auf dem Festland gefunden hatte. Sie passten perfekt zu der petrolfarbenen Schleife über ihrer Babykugel und dem Kleid. Darüber würde sie ihren Mantel tragen, denn es war nach einem traumhaften Sommer und einem goldenen Herbst in den letzten Wochen empfindlich kalt und feucht geworden.

Manchmal fand sie es anstrengend, dass sie auf einer Insel lebte. Und ja, gelegentlich fand sie sogar Bengt anstrengend, der ein Leben mit möglichst wenig Müll und einem Augenmerk auf Nachhaltigkeit führen wollte. Er war in der Hinsicht ein Perfektionist. Frieke war alles Mögliche. Gut zwei Jahre an der Seite von Bengt hatten sie sicher in Bezug auf ihre eigene Ökobilanz zu einem besseren Menschen gemacht, wenn besser bedeutete, dass man weniger konsumierte, mehr über den Konsum nachdachte und vieles gebraucht kaufte

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