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Der Kreuzzug des Fischers Historischer Roman von Schumacher, J. M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2015
  • Verlag: Bergischer Verlag
eBook (ePUB)
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Der Kreuzzug des Fischers

Neuenberge, heute Schloss Burg an der Wupper, Stammsitz der Grafen von Berg, ist Ausgangs- und Endpunkt einer epischen Reise in die Welt des Mittelalters. Im Herbst 1212 wartet der vierzehnjährige Thomas mit seinem Vater an den Stromschnellen der Wupper auf die Rückkehr der Lachse, dabei retten sie den vom Pferd gestürzten Grafen Adolf III. von Berg das Leben. Zum Dank schenkt der Landesherr dem Vater einen wertvollen Dolch und bietet dem Fischersohn an, ihn zum Knappen ausbilden zu lassen. So tritt Thomas in den Dienst des Grafen und ist bald zunehmend von dem Wunsch beseelt, eines Tages Ritter zu werden, um die Liebe seines Lebens, Sybilla, die Tochter des Burgvoigtes, heiraten zu können. Doch als Sohn armer Leute stehen seine Chancen nicht zum Besten, schnell ist er Ziel von Spott und Anfeindungen junger Adeliger. 1217 begleitet er den Grafen Adolf und tausende Ritter aus ganz Europa auf den 5. Kreuzzug. Ihr Ziel ist das Heilige Land, aber sie enden in Ägypten. Am Ufer des Nils warten uneinnehmbare Mauern, das Heer des Sultans, Sümpfe, Seuchen, Liebe, Tod und Kerker auf die Bergischen Ritter. Werden sie jemals zurückkehren?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 29.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943886900
    Verlag: Bergischer Verlag
    Größe: 3019 kBytes
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Der Kreuzzug des Fischers

2. Buch, Prolog

Im Niltal, Herbst 1220

"Jerusalem", klang es dem geschwächten Gefangenen in den Ohren, als ihn die Schergen in die Folterkammer schleppten, denn selber gehen konnte er schon lange nicht mehr. "Jerusalem", geradezu hämisch schienen die Kerkerwände das Echo seiner Gedanken zurückzuwerfen.

Um Jerusalem den Händen der Sarazenen zu entreißen, deswegen waren sie alle dem Beispiel des Stauferkönigs gefolgt und hatten begeistert das Kreuz genommen.

Aber weder war der König selbst zu dem von ihm so gepriesenen Kreuzzug aufgebrochen noch hatten sie Jerusalem je zu Gesicht bekommen.

Stattdessen hatte es sie von Palästina nach Ägypten verschlagen, wo die Mauern eines geradezu lächerlichen, aber wehrhaften Turmes inmitten des großen Stromes ihren Vormarsch zum Stillstand gebracht hatten.

Und nun sah es so aus, als würde er Jerusalem, die heilige Stadt der Christen, Juden und Moslems gleichermaßen, ohnehin nie zu Gesicht bekommen. Nun schleppte man ihn zur Schlachtbank, ging es ihm nüchtern, ja fast teilnahmslos durch den Kopf, oder zu einer weiteren Tortur, wie er sie schon zuhauf über sich hatte ergehen lassen müssen. Aber das war ihm im Grunde einerlei.

Er bedauerte lediglich, dass es so sinnlos enden würde.

Dabei hätten sie Jerusalem zurückerobern können, ohne überhaupt vor dessen Toren zu stehen. Sie hätten es sogar erobern können, ohne auch nur einen einzigen Mann zu verlieren.

Wären sie nur dem Rat der mahnenden Stimmen, auch seines Herrn, und des frommen Mönches aus italienischen Landen gefolgt. Hätten sie nur das Friedensangebot des Sultans angenommen, als noch Zeit und die militärische Lage günstig waren. Ach, alles hatte so hoffnungsvoll angefangen ...

Im Tal der Wupper, Pfingsten 1216

"Jerusalem" - Thomas klang das frenetische Spektakel immer noch in den Ohren, obwohl seither etliche Monate vergangen waren.

Auf dem Rückweg hatte der Graf verlauten lassen, dass er gedenke, etwa zwanzig Ritter mit auf den Kreuzzug zu nehmen - und eine entsprechende Anzahl von Knappen.

Nun stand er mit seinem Freund Heinrich auf dem Bergfried, beobachtete die Reihen der Ritter, die sich über den staubigen Weg der Burg näherten, und malte sich aus, es wären Kreuzritter auf dem Weg zur heiligen Stadt.

Doch der Kreuzzug zögerte sich noch hinaus. Da Friedrich gelobt hatte, sich binnen vier Jahren auf den Weg zu machen, schien vordergründig auch keine Eile geboten. Einzig aus dem Südosten des Reiches kam Kunde, dass man sich dort und jenseits der Grenzen bereits für den Zug nach Outremer, dem Land über dem Meer, rüstete.

König Andreas II. von Ungarn und Herzog Leopold VI. von Österreich wollten dem Regenten von Jerusalem bereits im kommenden Jahr zu Hilfe eilen. An Rhein, Ruhr, Sieg und Wupper hatten vorerst andere Dinge Vorrang, zuerst galt es, den Frieden im Land zu sichern sowie die Schäden, die durch die Fehden der letzten Jahre entstanden waren, zu beheben. Dies galt auch für die finanziellen Einbußen, denn die Schatzkammern und Börsen der meisten Adeligen waren leer. Dafür musste endlich einmal wieder eine ordentliche Ernte eingebracht werden. Adolf hatte zudem damit begonnen, die an vielen Stellen zerstörte Burg Kaiserswerth, die ihm der König überantwortet hatte, wieder aufzubauen. Diesbezüglich hatte er auch, wie versprochen, dem Kanonikerstift der Kaiserinsel den Gegenwert der beschlagnahmten Steine zurückerstattet, mehr noch, er hatte ihnen sogar noch einmal dieselbe Summe oben draufgelegt. Mit den Baumaßnahmen war vor allem Arnold von Cleve beschäftigt, der dabei große Eile an den Tag legte, wollte er doch unbedingt bis zum Beginn des Kreuzzugs fertig sein, um diesen keinesfalls zu versäumen.

"Das wird die größte Heerfahrt unseres Lebens, sozusagen die Krönung dessen", pflegte er zu sagen und konnte es gar nicht mehr erwarten.

Sibylla teilte solcherlei Begeisterung für den Kreuzzug nich

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