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Der Krieger Roman von Jones, Geraint (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Krieger

A. D. 9, im Norden Europas.
Die germanischen Stämme sind nahezu in die Knie gezwungen. Der Wille Roms wird von den Legionen mit eiserner Härte durchgesetzt. Der römische Statthalter Varus soll die letzten nördlichen Germanenstämme unterwerfen. Ihm zur Seite steht Arminius, ein germanischer Fürst, der nun wie viele seiner Stammesgenossen auf Seiten Roms kämpft. Doch Arminius, der es als Fremder geschafft hat, in höchste Ränge aufzusteigen, wird von vielen Römern bis aufs Blut gehasst. Für Varus ist Arminius ein Garant zum Überleben, denn nur er kennt die dichten Wälder und das tückische Gelände des wilden, barbarischen Landes. An einem schicksalhaften Tag ändern sich für beide Krieger die Pfade ihre Lebens: In den finsteren Wäldern Germaniens kommt es zu einer gewaltigen Schlacht, welche die Geschichte Europas für immer verändern wird ...

Geraint Jones war als Soldat in Irak und Afghanistan, bevor er nach seinem Ausscheiden aus dem Militär zu schreiben begann. Jones ist fasziniert von der Antike und dem Überlebenskampf des Menschen. Mit seinem Roman Der Krieger erschafft er den Auftakt zu einer Blockbuster-Historienserie, die Ihresgleichen sucht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223014
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Blood Forest
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Der Krieger

3

A nfang des Sommers war die Stadt Minden von mehre ren Hundert Cheruskern bewohnt gewesen, Ange hörigen jenes germanischen Volksstammes, der Arminius' Geschlecht die Treue geschworen hatte. Wie in den beiden vorherigen Jahren hatte der Statthalter der germanischen Provinzen - ein Aristokrat namens Varus - drei seiner fünf Legionen hinter den Steinmauern ihrer Kastelle am Rhein hervorgeholt und durch die angrenzenden Gebiete marschieren lassen, um Freund wie Feind gleichermaßen zu beeindrucken. Auf Arminius' Rat hin hatte der Statthalter beschlossen, das Feldlager in diesem Sommer in Minden aufzuschlagen. Eine Zeltstadt war entstanden, die zwanzigtausend Soldaten beherbergte.

Vor der Ankunft der Römer war Minden nicht mehr als eine bloße Siedlung gewesen. Nach der Ankunft der Armee war es immer noch eine Siedlung, nur dass diese Siedlung jetzt über jede Menge Prostituierte verfügte, darunter auch einige Einheimische, die die Gelegenheit nutzten, die ihnen so unverhofft sozusagen in den Schoß gefallen war. Andere waren der Armee aus den Winterquartieren entlang des Rheins gefolgt. Und sie kamen nicht allein. In ihrer Begleitung waren Musiker, Gaukler, Diebe und die inoffiziellen Frauen und unehelichen Kinder der Soldaten. Den Legionären war es verboten zu heiraten, doch solange ihr Anhang den Kommandanten keine Probleme bereitete, drückten diese ein Auge zu.

Außerdem hatte die Truppe einen gewaltigen Durst mitgebracht, und so gab sich jedes zweite Haus in Minden, mochte es noch so klein und schäbig sein, als Wirtshaus aus. In die anderen Häuser wurden die jungen Frauen des Ortes eingesperrt, um ihre Jungfräulichkeit nicht zu gefährden.

Dies alles erzählte mir Pavo, mein neuer Zenturio. Er war noch ziemlich jung für diesen Posten, was entweder bedeutete, dass er besonders tüchtig war oder über Beziehungen verfügte. Der gut aussehende Mann strahlte das für seinen Rang erforderliche Selbstvertrauen aus, doch sein verächtlicher Blick verriet eine gewisse Bitterkeit, die an ihm zu nagen schien.

Zunächst hatten wir das germanische Lager schweigend durchquert. Pavo hatte mich anfangs wie einen streunenden Hund durch Grunzen und schnelle Handbewegungen herumgescheucht. Ich war ihm hinterhergetrottet und hatte weiter die Rolle des Verwirrten gespielt. Irgendwann war mir aufgefallen, dass er sich ständig nach mir umdrehte. Anscheinend hatte ich seine Neugier geweckt, und als wir uns dem Hauptlager und Minden selbst näherten, plauderte er mit mir über die Siedlung und den diesjährigen Feldzug wie mit einem alten Freund.

Ihm zufolge hatte es überhaupt keinen richtigen Feldzug gegeben. Statthalter Varus hatte die drei Legionen von der westlichen Rheinseite aufmarschieren lassen, um mit dieser Machtdemonstration die streitlustigen germanischen Stämme einzuschüchtern. Doch anstatt die Gebiete der Länge und Breite nach zu durchstreifen, hatte sich Varus damit begnügt, seine Zelte in Minden aufzuschlagen und dort Hof zu halten, den Tribut von den verbündeten Stämmen zu kassieren und diejenigen, die sich nicht blicken ließen, ungeschoren davonkommen zu lassen. Aus eigener Erfahrung wusste ich jedoch, dass nicht alle Germanen willens waren, die römische Besatzung noch länger zu tolerieren.

"Und jetzt, Herr?", fragte ich den Offizier.

"Hast du etwas gesagt?", fragte er. Anscheinend war er in Gedanken gewesen.

Ich nickte respektvoll und wiederholte meine Frage.

"Jetzt?", knurrte er. "Jetzt packen wir unsere Sachen und marschieren zum Rhein zurück. Ein ganzes verdammtes Jahr ohne Beute."

Kriegsbeute. Das also war seine Schwäche. Pavo war entweder geldgierig, verschuldet oder - was am wahrscheinlichsten war - beides. Hatte ihn Arminius etwa damit in der Hand?

Jetzt, da ich endlich den Mund aufgemacht hatte, zerstreute Pavo meine Besorgnis mit einem heuchlerischen Lächeln. "Ich habe vo

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