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Der Löwe von Flandern Sprachlich neu bearbeitet von Conscience, Hendrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (PDF)
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Der Löwe von Flandern

Ein historischer Roman über den Freiheitskampf der Flamen gegen die Franzosen unter Philipp dem Schönen Ende des 13. Jahrhunderts und die 'Schlacht der goldenen Sporen'. Nach der Ausbeutung des Landes und der willkürlichen Gefangennahme des flämischen Grafen Gwijde erheben sich ein Teil des Adels und die Handwerkerzünfte in Antwerpen und Brügge und kämpfen gegen einen militärisch weit überlegenen Feind. Pieter de Coninc und Jan Breidel, die Dekane der Weber und Schlachter und Graf Robrecht van Bethune (der 'Löwe von Flandern') müssen nicht nur gegen die Besatzer, sondern auch gegen die Feinde im eigenen Land kämpfen. Conscience schuf mit Fantasie ein realistisches, idealisierendes und spannendes Werk, das in Flandern ein Klassiker ist. Hendrik Conscience (1812-1883) war ein flämischer Erzähler und Mitbegründer der flämischen Literatur. Er diente in der belgischen Armee und nahm danach für das Flamentum Stellung. Neben dem 'Löwen von Flandern' schrieb er mehrere erfolgreiche Romane und übte damit einen zunehmenden Einfluss auf die niederländischsprachige Literatur in Belgien aus. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er gilt nicht nur als der volkstümlichste Autor Flanderns, sondern hatte auch einen hohen Stellenwert in der europäischen Literatur.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863463038
    Verlag: Kuebler Verlag
    Originaltitel: De leeuw van Vlaenderen
    Größe: 2439 kBytes
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Der Löwe von Flandern

Kapitel 1

Langsam ließ die rote Morgensonne ihr Nachtwolkengewand fallen und jeder Tautropfen strahlte ihr leuchtendes Bild zurück. Blaue Dunstwolken stiegen von der Erde auf, ruhten zögernd in den Baumwipfeln, und zaghaft erschlossen sich taufeuchte Blumenkelche den ersten Strahlen des jungen Tages. Immer wieder hatte die Nachtigall ihr sanftes Lied erklingen lassen, aber das verworrene Zwitschern der anderen Waldsänger ließ ihre schmelzenden Töne verstummen.

Ein kleiner Trupp Ritter zog schweigend nach Rousselare. [3] Ihre Rosse stampfen und Waffengeklirr störte den schweigenden Waldfrieden. Ein Hirsch wurde aus seiner Einsamkeit aufgeschreckt, schoss aus dem Buschholz hervor und floh vor der drohenden Gefahr.

Gewänder und Waffen der Ritter waren so kostbar, dass man beim ersten Blick darauf schließen konnte, dass man Grafen oder noch höhere Herren vor sich hatte.

Ein seidener Waffenrock fiel in wallenden Falten von ihren Schultern, und ein versilberter Helm mit purpurnen und blauen Federn schmückte ihr Haupt. Die Stahlschuppen ihrer Panzerhandschuhe und die Goldmaschen ihrer Knieplatten blitzten in der flammenden Morgensonne. Die Schlachtrosse waren mit weißem Schaum bedeckt und ließen sich nur schwer bändigen. Bei ihren heftigen Bewegungen funkelten Silberknöpfe und Seidentroddeln ihres reichen Zaumzeuges in glitzerndem Farbenspiel.

Obwohl die Ritter keine Harnische angelegt hatten, waren sie doch vor feindliche Überfälle auf der Hut.

Die gepanzerten Arme sahen aus dem Wams hervor. Gewaltige Schlachtschwerter hingen an ihren Sätteln. Knappen folgten mit mächtigen Schilden. Auf der Brustseite des Gewandes trug jeder Ritter sein gesticktes Wappen, so dass man auf den ersten Blick Geschlecht und Familie erkennen konnte.

Die Morgenfrische hatte ihnen die Lust zum Sprechen genommen. Dämmerung lag schwer auf ihren Augenlidern; nur mit Mühe kämpften sie gegen den Schlummer, der sie einhüllen wollte.

Ein junger Führer schritt der edlen Schar voraus. Langes, blondes Haar wallte auf seine breiten Schultern herab. Feurige blaue Augen sprühten unter dichten Brauen hervor. Leichter Flaum beschattete sein Kinn. Um sein wollenes Gewand hatte er einen Gürtel geschlungen, und als Waffe trug er ein "Kreuzmesser" in einer ledernen Scheide.

In seinem Gesicht konnte man leicht lesen, dass die Gesellschaft, die er führte, ihm keineswegs angenehm war. Man konnte sogar glauben, dass er einen geheimen Plan gegen sie im Schilde führte; denn von Zeit zu Zeit warf er einen Seitenblick auf die ihm folgenden Ritter. Er war von hoher, ungewöhnlich kräftiger Gestalt. Sein fester Schritt war so schnell, dass die Pferde nur mit Mühe folgen konnten.

So trabte der kleine Tross vorwärts, als plötzlich das Pferd eines Ritters über einen Baumstumpf strauchelte und stürzte, so dass der Ritter mit der Brust auf den Nacken seines Pferdes fiel und beinahe aus dem Sattel fiel.

"Was soll das bedeuten?", rief er in französischer Sprache. "Ich glaube, mein Gaul ist im Trab eingeschlafen!"

"Herr von Châtillon", rief ihm sein Begleiter lachend zu, "einer von beiden hat sicher geträumt."

"Lache nur, soviel du willst, du Spötter", entgegnete ihm der Graf von Châtillon, "es ist darum nicht weniger wahr, dass ich nicht schlief. Denn schon seit zwei Stunden blicke ich nach jenen Türmen, die sich anscheinend immer weiter entfernen, je mehr wir ihnen näher kommen wollen. Aber es ist leichter, an den Galgen zu kommen, als einmal von dir ein freundliches Wort zu erhalten."

Während die beiden Ritter spöttisch miteinander scherzten, machten sich ihre Begleiter vergnügt auf Kosten des Grafen lustig, und der leichte Unfall hatte die Müdigkeit d

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