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Der letzte Auftrag des Ritters Historischer Roman von Chadwick, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der letzte Auftrag des Ritters

Um seine Seele zu retten, muss er einen gefährlichen Weg zurücklegen ...
Ein langes, ruhmreiches Leben neigt sich dem Ende, doch William Marshall hat einen letzten Auftrag: Sein Knappe soll die Seide, die er als junger Mann in Jerusalem selbst gewoben hat, zum Orden der Templer bringen. Während er darauf wartet, dass seine letzte ritterliche Pflicht erfüllt wird, erinnert er sich an seine Vergangenheit. Denn er trat einst die lange Reise nach Jerusalem an, um seinem geliebten Prinzen ein Gelübde zu erfüllen. Doch die dunklen Pfade, auf denen er wanderte, brachten ihm neben großer Leidenschaft auch großen Verlust. Und doch wurde William Marshall in der heiligsten und gefährlichsten Stadt der Welt zum größten Ritter aller Zeiten ...

Elizabeth Chadwick lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Nottingham. Sie hat inzwischen über 20 historische Romane geschrieben, die allesamt im Mittelalter spielen. Vieles von ihrem Wissen über diese Epoche resultiert aus ihren Recherchen als Mitglied von "Regia Anglorum", einem Verein, der das Leben und Wirken der Menschen im frühen Mittelalter nachspielt und so Geschichte lebendig werden lässt. Elizabeth Chadwick wurde mit dem Betty Trask Award ausgezeichnet, und ihre Romane gelangen immer wieder auf die Auswahlliste des Romantic Novelists' Award.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229535
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Templar Silks
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Der letzte Auftrag des Ritters

3

Turm von Rouen, Juli 1183

Ancel hielt die Zügel von Williams mächtigem rotbraunem Schlachtross Bezant. "Ich behaupte noch immer, dass du verrückt bist. Warum überlässt du dem König dein bestes Pferd - deine beiden besten Pferde, um genau zu sein?" Er deutete auf Williams zweites Schlachtross, Bezants jüngeren Halbbruder Cuivre, um das sich Eustace kümmerte.

William rang um Geduld. Sie hatten bereits mehrere Male darüber diskutiert, aber wenn Ancel sich einmal eine Meinung gebildet hatte, hielt er unerschütterlich daran fest. "Ich habe dir doch erklärt, warum. Ich will nicht riskieren, die Tiere auf einer langen, anstrengenden Reise einzubüßen, und ich weiß, dass der König nichts anderes im Gegenzug für Geldmittel akzeptieren wird." Abgesehen davon verspürte William das persönliche Bedürfnis, Buße zu tun und seine Schuld zu sühnen. Seine besten Pferde zu opfern würde dazu beitragen, dass er seine Sünde wieder ausgleichen konnte.

"Die Lords, die vor langer Zeit aufgebrochen sind, um Jerusalem zu befreien, haben ihre Schlachtrösser mitgenommen", wandte Ancel ein.

"Und sie haben sie unterwegs verloren. Glaubst du wirklich, auch nur ein Mann ist auf dem Pferd in Jerusalem eingetroffen, auf dem er daheim losgeritten ist?"

Ancel öffnete den Mund, um erneut zu widersprechen, aber William zwang ihn mit einem scharfen Blick zum Schweigen und machte sich auf den Weg zu seiner Audienz beim König.

Er hatte mit Henry bereits über den Tod seines Sohnes gesprochen - eine schmerzliche Befragung über sich ergehen lassen, die im königlichen Feldzugszelt im Limousin stattgefunden hatte. Henrys Trauer war tief und aufrichtig gewesen, aber hinter einer Fassade aus eiserner Selbstbeherrschung verborgen geblieben. Nun, da Harry in der Kathedrale von Rouen begraben worden war, war es an der Zeit für eine zweite Audienz. William war von der Aussicht nicht sonderlich angetan, aber darauf vorbereitet und gefasst.

Er wurde in das Gemach des Königs geführt, in dem es von Beamten, Schreibern, Geistlichen, Edelleuten, Dienern und Boten wimmelte - all den vielen kleinen und großen Rädchen, die die Maschinerie des dynamischsten Hofes des Christentums in Betrieb hielten. Der für die Steuerung all dieser Rädchen verantwortliche Mann saß zusammengesunken in seinem mit Kissen gepolsterten Stuhl und umfasste mit einer Hand seinen grau gesprenkelten rötlichen Bart. Sein Gesicht war ausdruckslos, und für einen König, der den geradezu legendären Ruf hatte, keinen Moment zur Ruhe zu kommen, war diese stumpfe, lebensüberdrüssige Haltung erschreckend ungewöhnlich. Allerdings hatte er gestern seinen ältesten Sohn begraben.

William kniete vor Henry nieder und senkte den Kopf. Henry schwieg lange, ließ zu, dass die Stille an Gewicht gewann. Als er endlich das Wort ergriff, haftete seiner Stimme die weiche Sandigkeit gesiebter Asche an. "Ihr kommt also zu mir, und ich muss mich fragen, warum Ihr das tut und warum ich Euch jemals wieder empfangen sollte."

"Sire, Ihr seid mein Lehnsherr. An wen sollte ich mich sonst wenden?", gab William zurück.

"So habt Ihr nicht gedacht, als Ihr mir in den Rücken gefallen seid, nicht wahr?" Henry richtete sich auf und beugte sich ein wenig vor, sodass sein Hals ein Stück zwischen seinen Schultern verschwand. "Warum sollte ich Euch an meinem Hof dulden? Warum sollte ich Euch nicht hinauswerfen oder in den Kerker sperren lassen?"

Williams Nackenhaare richteten sich auf. Es wäre für Henry ein Leichtes, ihn zum Sündenbock für seine Trauer zu machen. "Sire, Ihr habt mir den Posten als Marschall Eures Sohnes übertragen, und ich habe mich stets bemüht, dieser Aufgabe nach Kräften gerecht zu werden. Mehr stand nicht in meiner Macht - ich wünschte, es wäre anders."

Henry verstummte erneut. William warf ihm einen verstohlenen Blick zu und sah, dass der König mit dem Saphirring herumspielte, den Harry auf seinem Sterbelager ge

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