text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Mann im Kleiderschrank von Gruber, Birgit (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
kostenlos
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Mann im Kleiderschrank

Eine überraschende Erbschaft! Leider mit hohen Kosten verbunden. Nicht gerade die beste Ausgangsposition für die arbeitslose Louisa. Doch ermuntert durch ihre liebenswürdige, aber zugegebenermaßen schrille Großmutter, lässt sich Louisa auf das Abenteuer ein. Mit Sack und Pack zieht sie in die Nähe von Leipzig, um das alte Gutshaus zu renovieren. Dabei lernt sie nicht nur den durchaus attraktiven Bauunternehmer Christian kennen, sondern erhält auch noch tatkräftige Hilfe eines charmanten Geistes ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 311
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743866751
    Verlag: BookRix
    Größe: 1986 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Mann im Kleiderschrank

1.

Die Reifen quietschten, dann folgte ein leichtes Rumsen, und das Auto kam zum Stehen.

"Wer um Himmels willen hat denn genau da einen Wasserhydranten hingestellt?" Elisabeth von Wendekamp drückte erst ihre Nase gegen die Windschutzscheibe, dann schüttelte sie unwillig den Kopf und rückte ihre Brille zurecht.

Louisa lehnte sich seufzend auf dem Beifahrersitz zurück. "Alles in Ordnung?", fragte sie und schielte zu ihrer Oma hinüber, die gerade den Schlüssel aus dem Zündschloss zog.

"Warum denn nicht, bitte schön?", kam prompt die fassungslose Antwort. "Ich bin vielleicht nicht mehr die Jüngste, aber ich fahre noch immer wie der Teufel."

Wie Recht sie damit hatte. Elisabeth von Wendekamp war zweiundsiebzig, trug gerne flippige Klamotten und war ziemlich rüstig für ihr Alter.

Bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag kannte Louisa ihre Oma nur von den seltenen Erzählungen ihrer Eltern, denen immer der Hinweis folgte, dass sie sich von "dieser unmöglichen Frau" ja fernhalten sollte. Kontakt war strengstens untersagt. Louisas Vater stöhnte immer bei dem Gedanken an seine Schwiegermutter und murmelte nur stets: "Alt und durchgeknallt." Damit war das Thema dann auch schon für ihn beendet. Bereits vor Louisas Geburt hatten ihre Eltern jeglichen Kontakt zu Elisabeth abgebrochen, denn in ihren Augen war diese Frau eine Zumutung und sie schämten sich für sie. Warum, hatte Louisa nie genau erfahren. Wahrscheinlich lag es daran, dass ihre Oma einfach Spaß am Leben hatte, ganz im Gegensatz zu ihren Eltern.

Bei dem Gedanken an ihre Eltern verdrehte Louisa instinktiv die Augen.

Sie waren schlichtweg spießige Nörgler. Das Glas war nach ihrer Meinung halb leer statt halb voll, und dementsprechend sah auch Louisas Kindheit aus. Sie musste als Einzige noch mit siebzehn Jahren um neun Uhr abends zu Hause sein. Ein Freund war sowieso tabu, und egal wie sie sich auch anstrengte, ihre Eltern fanden immer etwas an ihr auszusetzen.

Sie war froh, als sie endlich achtzehn wurde und ausziehen konnte. Kurz danach machte sie sich auf die Suche nach Elisabeth. Schon immer war sie auf ihre Oma neugierig gewesen und auf den wenigen Fotos sah sie ziemlich sympathisch aus. Außerdem beteuerten ihre Eltern stets, dass die Flausen, die Louisa im Kopf hätte, den Genen ihrer Großmutter zuzuschreiben wären.

Ihre Oma wohnte seit einigen Jahren in Leipzig. Dort hatte sie sich ein Penthaus nahe der Innenstadt gekauft.

Die beiden verstanden sich auf Anhieb, und Louisa fand, dass ihre Oma eigentlich ganz normal war. Na gut, andere Omas in dem Alter fuhren nicht unbedingt einen Porsche und sie zogen sich auch keine hautengen Hosen in knallbunten Farben an oder vertrieben sich die Zeit mit Judo und Bungee-Jumping. Doch genau deshalb liebte sie ihre Oma. Mit ihr gab es immer etwas zum Lachen, und sie genoss es, Zeit mit ihr zu verbringen.

Es war überhaupt die bisher schönste Zeit ihres Lebens. Endlich konnte sie für sich selbst entscheiden und musste niemandem Rechenschaft ablegen. Sicherlich war es auch nicht einfach. Um ihr Studium und die Miete für die kleine Wohnung finanzieren zu können, jobbte sie als Servicekraft in einem Café und als Aushilfe in einem Blumenladen. Aber sie hatte Spaß, und dank Elisabeth erhielt ihr Konto wie durch Zauberhand auch hin und wieder eine kleine Aufbesserung, obwohl Louisa das eigentlich gar nicht recht war.

Inzwischen hatte Louisa ihr Studium erfolgreich beendet und war nun Lehrerin für Sport und Biologie. Mit Ende zwanzig hatte sie allerdings noch immer keine feste Anstellung gefunden. Zwar schrie ständig alle Welt, dass das Schulwesen mehr Lehrer bräuchte, aber trotzdem waren sie und viele andere ihres Studienjahrgangs arbeitslos. Ihre Eltern schrieben diesen Umstand natürlich sofort dem Umgang mit Elisabeth zu. "Das ist der schlechte Einfluss deiner Großmutter. Wer braucht schon eine Lehrerin für Sport? Wir haben dich

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen