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Der Nagel von Homburger, Rainer (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Der Nagel

Sommer 1943: Die deutschen Wissenschaftler Hans Friedel und Dieter Kuhn erhalten den Auftrag, eine Geheimwaffe zu entwickeln, um dem Krieg die entscheidende Wende zu geben. Als der Leiter des britischen Geheimdienstes MI5, David Petrie, davon Wind bekommt, versucht er mit Hilfe von Carl Richert, dem Sohn des schwedischen Gesandten in Berlin, an weitere Informationen zu kommen. Getrieben von seinem Hass auf die Deutschen, die für den Tod seiner Frau verantwortlich sind, setzt er Carl rücksichtslos als Spielball seines persönlichen Rachefeldzugs ein. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Rainer Homburger wurde am 13. Februar 1964 in Weil am Rhein geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule in Furtwangen und arbeitet heute bei einem großen Unternehmen in der IT. Seine Leidenschaft zum Lesen brachte ihn schließlich auch zum Schreiben. 2004 schrieb er sein erstes Jugendbuch 'Lucies Abenteuer'. Dieses Buch kam 2005 in die Endauswahl des großen Wettbewerbs 'Deutschland schreibt'. Mit 'Der Nagel' erscheint nun sein erster historischer Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 628
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738043747
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1357 kBytes
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Der Nagel

Zehn Monate später bei Lorient, Frankreich, Donnerstag, 25. Mai 1944

"Stimmt es, dass die Invasion bald bevorsteht und die Deutschen dann wieder aus unserem Land vertrieben werden?"

"Ich weiß auch nur, was die anderen sagen." Bertrand sah seinen neunjährigen Sohn an. "Aber wir hoffen natürlich, dass das nicht mehr allzu lange dauern wird."

"Weißt du etwas darüber?"

"Nein." Bertrand zwinkerte seinem Sohn zu. "Aber darüber dürft ihr mit niemandem reden. Habt ihr das verstanden?" Er sah Daniel in die Augen, wandte sich dann Marie zu und legte den Zeigefinger auf die Lippen. "Es ist am besten, wenn ihr nichts davon wisst. Und jetzt gute Nacht."

Er beugte sich zu Marie hinunter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Schlaf gut, meine Kleine." Dann ging er zu Daniel ans Bett. "Solange die Deutschen da sind, müssen wir aufpassen, was wir sagen. Gute Nacht, mein Sohn."

Er fuhr Daniel über die Haare und ging dann zum Tisch. Die Kerze war heruntergebrannt und das Wachs über den Ständer gelaufen. Bertrand nahm den Kerzenhalter in die Hand und ging damit langsam durch den Raum. Die Türen und Fenster waren nicht mehr dicht. Das Haus war in die Jahre gekommen und es zog überall durch die sich öffnenden Ritzen und Spalten. Bertrand hatte kein Geld für Reparaturen. Er war froh, wenn er seine Familie durchbringen konnte.

Als er sich der Tür näherte, flackerte die Flamme wild und legte sich fast waagerecht neben den schwarzen Docht. Bertrand schloss die Tür und ging über den Flur zum anderen Ende des Gangs. Die Dielenböden knarrten unter seinem Gewicht und die Kerze beleuchtete schwach die tiefe Decke, an der sich einige Holzbretter lösten. Die muss ich dringend befestigen, sonst kommen sie bald runter, dachte er. Vom Gang ging es rechts in das kleine Badezimmer und nach links in einen Raum, der immer verschlossen war.

"Schlafen sie?", fragte Monique, als Bertrand die Schlafzimmertür hinter sich schloss. Sie lag bereits im Bett. Auf ihrem Nachttisch brannte eine Kerze, daneben lagen zwei alte Bücher. Monique las gerne und verbrachte einen großen Teil ihrer spärlichen Freizeit damit. Sie besaß sogar eins in deutscher Sprache, und da sie früher etwas Deutsch gelernt hatte, war sie es gewesen, die in der ersten Zeit der Besetzung den Verkauf ihrer angebauten Lebensmittel mit den Besatzern abgewickelt hatte.

"Sie sind beide müde. Ich denke, sie schlafen heute schnell ein." Nach einer kurzen Pause fuhr er fort. "Wir müssen aufpassen, dass Daniel nicht zu oft über die Invasion spricht. Er ist unheimlich neugierig und fühlt sich manchmal schon sehr erwachsen. Dann will er den großen Mann spielen."

Er zog seine Kleider aus und legte sie auf den Stuhl neben dem Fenster. Monique beobachtete ihn dabei. Bertrand hatte einen muskulösen Körper, wenngleich er jetzt schmaler war als früher. Man sah ihm an, dass die täglichen Rationen auf dem Tisch kleiner wurden. Die Feldarbeit, die weitgehend von Hand ausgeführt werden musste, war reine Knochenarbeit und sehr anstrengend. Wann immer es möglich war, gab Bertrand den Kindern etwas von seinem Essen ab, damit sie halbwegs satt wurden, auch wenn er dies sehr gut selbst hätte gebrauchen können. Er zog den Schlafanzug an und legte sich zu Monique ins Bett. Er umarmte ihren warmen Körper von hinten, während sie die Kerze auf dem Nachttisch ausblies.

Am frühen Morgen wurde Bertrand von einem unheimlichen Lärm geweckt. Im ganzen Haus dröhnte es und das Gebäude schien in seinen Grundmauern zu vibrieren. Er setzte sich auf und stützte den Oberkörper auf beide Arme. Im Raum war es noch dunkel, nur um das Fenster herum zeichnete sich ein heller Rand ab.

"Was ist das?" Monique war zu ihm gerutscht und hielt seinen Unterarm fest umklammert. Ihre Stimme zitterte.

"Das kommt von der Straße."

Bertrand stieg aus dem Bett und schob den schweren Vorhang einige Zentimeter zur Seite. Der Tag hatte

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