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Der Rosengarten am Meer Roman von Jacobsen, Nele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Der Rosengarten am Meer

Der Duft der Rosen am Meer. Nachdem ihr Mann sie verlassen hat, sucht die Landschaftsarchitektin Isabel einen Neuanfang. Aus der Enge Wiens zieht es sie an die Ostsee, wo sie dem Künstler Alex beim Wiederaufbau eines prächtigen Schlossgartens helfen soll. Schnell stellt sie fest, dass der Garten ein Geheimnis birgt: Er scheint die Kopie eines legendären Rosariums aus dem zwanzigsten Jahrhundert zu sein. Isabel begibt sich auf eine Spurensuche, die sie bis an den Rand der Karpaten bringt - und auf die Fährte einer außergewöhnlichen Frau. Sie entdeckt eine die Zeiten überdauernde Liebe und kommt ihrem eigenen Glück ein ganzes Stück näher ... Mit zauberhaften Rosenrezepten zum Nachkochen Nele Jacobsen, geboren 1976 in West-Berlin, ist Diplom-Politologin und Journalistin und arbeitete jahrelang für Print und Fernsehen. Mit ihrer Familie lebt und schreibt sie in der Nähe von Dresden. In ihrem Garten am Elbhang blüht ihre Lieblingsrose, eine 'Eliza', jedes Jahr ab Juni in silbrig schimmerndem Pink. Bei atb ist außerdem ihr erster Roman 'Unser Haus am Meer' lieferbar. Mehr Informationen zur Autorin unter www.nele-jacobsen.com.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216953
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2082 kBytes
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Der Rosengarten am Meer

4

Coras Dutt wippte, als sie die Kundin mit dem in Zellophan eingepackten Bouquet aus Pagageienblumen, Kornblumen und Rosen verabschiedete und zur Tür brachte, wo Isabel schon auf sie wartete. Cora nahm sie in den Arm und führte sie durch den kühlen, herrlich duftenden Laden, der eher einer Galerie glich, so elegant präsentierte Cora ihre floralen Schätze. Der Laden existierte schon seit zwanzig Jahren, und sie hatte sich inzwischen einen Namen in der Stadt gemacht. Stammkunden kamen sogar aus anderen Bezirken, um sich von Cora den perfekten Strauß, das ideale Gesteck und den passenden Tischschmuck für jede Gelegenheit binden zu lassen.

Am Bindetresen, der aus einem antiken Refektoriumstisch bestand, zauberte sie hinter einer Vase mit orangefarbenen Gladiolen eine Schachtel Pralinen hervor und reichte sie Isabel. "Pro Praline ein Kilo mehr, aber eine Sorge weniger", sagte sie und nahm sich selbst auch eine.

"Was hast du denn für Sorgen?", fragte Isabel kauend und schob mit ihrem Schuh - dem Manolo Blahnik, den sie zur Aufmunterung angezogen hatte - ein paar Schnittreste unter den Bindetresen. Marzipan und Nougat zergingen auf ihrer Zunge. Sie nahm noch eine Praline.

Cora winkte ab, wählte drei Gladiolen und fünf Gardenien aus und ordnete Grünzeug drum herum an. "Reden wir lieber über deine Sorgen, meine Liebe. Heute ist Tag eins deines neuen Lebens voller Freiheit. Wie fühlst du dich?"

Isabel schnaubte nur und nahm die dritte Süßbombe. Die Schokoladenkaffeebohne, die zur Deko auf der Praline geklebt hatte, fiel beim Hineinbeißen herunter und hinterließ eine Schokospur auf ihrem Samtblazer.

"Sieh es mal so: Endlich kannst du frei entscheiden, was du machen willst." Cora band den Strauß mit einem Band zusammen und schnitt mit einem Messer die Stiele an. "Kein Klotz, ich meine, kein Marco am Bein, der dich dauernd bevormundet."

Isabel hörte auf zu kauen. "War das dein Eindruck?"

Cora hielt ihr den Strauß vor die Nase. "Was meinst du, dreißig oder fünfunddreißig Euro?"

Isabel schob ihn zur Seite. "Ich habe immer nur das getan, wozu ich Lust hatte und was richtig für mich war."

Cora zog die Augenbrauen hoch und ließ Wasser in eine Vase laufen.

"Hab ich wirklich! Ich habe mich während unserer Ehe wohl gefühlt und weiterentwickelt."

"Entwickelt?" Ihre Freundin stellte die Vase mit dem Gladiolenstrauß ins Schaufenster. "Zum Stubenhocker?"

"Meine Liebe, falls ich dich erinnern darf: Den zwanzigsten Geburtstag haben wir beide vor knapp zwanzig Jahren gefeiert. In unserem Alter darf man auch mal einen gemütlichen Abend zu Hause genießen."

"Dreihundertfünfundsechzig gemütliche Abende pro Jahr, meinst du wohl."

"Tu doch nicht so, als wärst du die Gesellschaftskönigin."

Die Türglocke läutete. Mit ausgebreiteten Armen lief Cora einer Kundin entgegen, die trotz der moderaten Temperaturen im Fuchsmantel unterwegs war.

"Frau Haller! Was für eine Freude! An Sie habe ich gerade heute Morgen gedacht. Ein Gladiolenstrauß wäre doch etwas für die Kirschholzkonsole in Ihrem Vestibül." Sie zeigte auf den Strauß im Schaufenster. "Schauen Sie, ist der nicht entzückend?"

Frau Haller schob ihre Gucci-Sonnenbrille ins blond getönte Haar und nickte wohlwollend. "Den nehme ich gerne. Und wenn Sie mir bis heute Abend noch ein Tischbouquet mit Rosen und Margeriten machen könnten? Ich bekomme überraschend Gäste. Der Bürgermeister und seine Frau, spontane Menschen." Ihr Handy klingelte in der gesteppten Handtasche. "Bringen Sie es mir vorbei, seien Sie so gut, ja?" Sie zog das Telefon heraus. "Hallo, Liebling! Wartest du bitte kurz? Ich bin nur schnell bei Cora, die Blumen bestellen. Was? Nein, den Tafelspitz habe ich noch nicht abgeholt."

Cora tat, als ob sie sich die Bestellung notieren müsste. "Selbstverständlich, Frau Haller. Um achtzehn Uhr ist das Bouquet bei Ihnen."

Die Kundin verabschiede

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