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Der Spion des Königs Historischer Roman von Beaufort, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Der Spion des Königs

Im Jahre 1101 kehrt Sir Geoffrey Mappestone aus Jerusalem nach England zurück. Doch auch hier kann er sich nicht von den Gräueln des Kreuzzuges erholen. Niemand hat mit seiner Rückkehr gerechnet, und so heißt man ihn nicht eben herzlich willkommen. Zudem liegt sein Vater im Sterben. Er behauptet, von den eigenen Kindern vergiftet worden zu sein, was niemand glaubt, bis er eines Morgens tot aufgefunden wird: erstochen mit Geoffreys Messer. Auch von außen droht Gefahr: Der Earl of Shrewsbury und der Waliser Rhodri of Llan Martin strecken ihre gierigen Hände nach dem Besitz der Mappestones aus. Wieder einmal muss Geoffrey sich als Detektiv betätigen - und stößt bald auf eine Intrige, die bis zum Königshof reicht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 590
    Erscheinungsdatum: 19.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838750439
    Verlag: Bastei Lübbe
    Originaltitel: A Head for Poisoning
    Größe: 2171kBytes
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Der Spion des Königs

Prolog

An der walisischen Grenze, Mai 1100

D er frühe Morgennebel lag dick und weiß über dem Fluss, und die Luft war eisig. Der junge Priester zitterte unter der abgewetzten Kutte, während er auf den Grundherrn und seine Familie wartete, die durch das hoch stehende Gras des Friedhofs auf die Kirche zukamen. Er blickte zum blassblauen, wolkenlosen Himmel empor, der einen weiteren schönen Frühlingstag versprach. Hinter sich hörte er ein ungeduldiges Seufzen, dann zorniges Gemurmel.

"Nur noch einen Augenblick", ermahnte er mit gedämpfter Stimme die wartenden Dorfbewohner. "Sie sind gleich da."

"Wir müssen die Saat fertig kriegen", ließ sich Tom Ingram mit gereizter Stimme vernehmen. Er war ein mürrischer Mann, der sich gerne beklagte. "Die da droben in der Burg finden vielleicht nichts dabei, wenn sie morgens nicht aus den Federn kommen. Aber uns läuft hier der Tag davon, während wir auf die hohen Herrschaften warten müssen."

"Das ist wahr, Vater!", schimpfte der Totengräber der Gemeinde. "Wir können nicht den ganzen Tag hier rumstehen und auf sie warten. Wir müssen auf die Felder, solange das Wetter hält."

"Ich weiß", erwiderte Vater Adrian. "Aber da sind sie schon. Und Lady Pernel ist auch dabei."

Eigentlich hatte er nicht vorgehabt, diese Tatsache so zu betonen. Aber er war einfach zu überrascht, als er die Dame inmitten ihrer Verwandten auf die Kirche zukommen sah.

"Lady Pernel?", wiederholte Tom Ingram ungläubig. Er drängte sich an dem Priester vorbei, um es mit eigenen Augen zu sehen. "Was will die denn hier? Die lässt sich doch sonst nie in der Kirche blicken!"

"Behalte deine Überlegungen lieber für dich, Tom", warnte Adrian. "Wenn Lady Pernel sich entschieden hat, für ihre Sünden Buße zu tun, dann geht das nur Gott und sie selbst etwas an. Dir steht kein Urteil zu."

Ingram schnaubte höhnisch. "Buße tun! Vermutlich will sie nachschauen, ob's hier in der Kirche irgendwo Silber zu stehlen gibt! Diese Mappestones in der Burg erzählen ständig, sie haben kein Geld für unsere Dächer übrig. Aber sie selbst leben gut genug von dem, was die Ländereien abwerfen. Lady Pernel läuft immer nur in Kleidern rum, die auch einer Königin gut anstehn würden!"

Von den anderen Dorfbewohnern war zustimmendes Gemurmel zu hören, das erst verebbte, als die erhabene Gesellschaft von Burg Goodrich die Kirche erreichte. Mit distanzierter Würde schritten die Herrschaften zur Ehrenbank vor dem Altarraum. Adrian wartete ab, bis sie Platz genommen hatten. Ingram und seine Kumpane würden diese zusätzliche Zeitverschwendung sicher missbilligen, aber der Priester hoffte, dass sie ihren Unmut für sich behielten. Sir Godric Mappestone, der jähzornige Gutsherr und einstige Held der Schlacht von Hastings, duldete keine Unverschämtheiten von seinen Untergebenen, und Adrian wollte in seiner Kirche keine Schwierigkeiten.

Der Priester sah zu, wie es sich die Mappestones auf den harten Holzbänken so bequem wie möglich machten. Sir Godric saß auf dem besten Platz. Er blickte missmutig vor sich hin und spielte am silbernen Griff eines abgenutzten Dolches – angeblich ein Geschenk von Wilhelm dem Eroberer. In jüngeren Jahren war Godric ein kräftiger, hoch gewachsener Mann gewesen, mit dichtem, hellbraunem Haar. Aber in den letzten Jahren alterte er zusehends. Das Haar war ergraut, und das Gesicht wirkte ausgezehrt und grau von den Leiden einer Krankheit, die ihn nun schon seit Wochen plagte.

An seiner Seite sa

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