text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Traum der Schneetänzerin Roman von Nicolai, Judith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2016
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Traum der Schneetänzerin

Zu stolz für eine zweite Chance? Auf der Suche nach dem großen Glück: 'Der Traum der Schneetänzerin' von Judith Nicolai jetzt als eBook bei dotbooks. Manchmal muss man seine Heimat verlassen, um ein neues Zuhause zu finden. Deswegen packt auch Anna ihre Koffer und besteigt einen Dampfer, der sie in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bringen soll. Nur ganz so strahlend ist die Neue Welt leider nicht: Zahllose Einwanderer suchen verzweifelt nach Arbeit. Eine zarte Hoffnung auf Glück tut sich auf, als Anna Anstellung auf einer Ranch findet. Endlich wieder Weite und Pferde, Sonnenduft und Pfirsicheistee - und eine neue Liebe? Doch auch in diesem Paradies ziehen bald dunkle Wolken auf ... Das große Finale der Schneetänzerin-Saga: Ein bewegender Roman über die Kraft von Freundschaft und Liebe in Zeiten voller Schrecken und Dunkelheit. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der Traum der Schneetänzerin' von Judith Nicolai. Dramatisches und berührendes Lesefutter für alle Fans des Bestseller-Erfolgs 'Sternentochter' von Anna Valenti. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Judith Nicolai wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits mit 14 Jahren. Dennoch machte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte anschließend Gartenbauwissenschaften. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. Bei dotbooks erschienen bereits Judith Nicolais Romane "Die Frauen vom Schlehenhof" "Schneetänzerin" "Das Herz der Schneetänzerin" "Der Traum der Schneetänzerin" Die komplette "Schneetänzerin"-Trilogie ist auch als Sammelband unter dem Titel "In Zeiten des Sturms" und "Schneetänzerin - Das Herz der Schneetänzerin - Der Traum der Schneetänzerin. Drei Romane in einem eBook" erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 325
    Erscheinungsdatum: 31.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958248748
    Verlag: dotbooks
    Größe: 416 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Traum der Schneetänzerin

Kapitel 1

Bremen, 31. Dezember 1950

Jetzt steckten Gisi und Lore schon wieder die Köpfe über Gisis Verlobungsring zusammen und kicherten wie zwei Backfische. Ich schüttelte den Kopf und begann, die Eier zu füllen. Den Kartoffelsalat mussten wir noch machen, und die Bowle war auch nicht fertig.

Ich hatte meine Freundin Gisi, mit der ich schon seit über fünf Jahren zusammen in der Kantine der amerikanischen Streitkräfte arbeitete, eingeladen, Silvester mit uns zu feiern. Denn seit Gisi ihren Eltern erzählt hatte, dass sie sich mit ihrem Freund Teddy, einem GI, verlobt hatte, stand es bei ihr zu Hause um die Stimmung nicht zum Besten. Ihr Vater weigerte sich immer noch, mit ihr zu sprechen. Da Teddy Dienst hatte, verbrachte sie den Abend bei uns. Auch meine Tanten Käthe und Heidrun und unsere Mieterin Lore würden mit uns feiern.

"Könntet ihr mir vielleicht auch mal helfen, oder wollt ihr für den Rest des Jahres den Ring bewundern?"

Gisi und Lore beachteten meine säuerliche Bemerkung überhaupt nicht, sondern tratschten einfach weiter. "Erzähl doch mal, wie der Antrag war", bat Lore mit funkelnden Augen. "War es romantisch? Hat er dich aus den Puschen geworfen?"

"Das kannst du laut sagen." Gisi streichelte mit der rechten Hand zärtlich ihren Ring, als wäre er Teddys Hand. Ich verdrehte die Augen. Die Geschichte von Teddys Antrag kannte ich schon. "Teddy wollte unbedingt einen Spaziergang machen, dabei wusste er genau, dass ich den ganzen Tag auf den Beinen gewesen war. Mir war furchtbar kalt, also hat er meine Hand zu seiner in die Manteltasche geschoben, und plötzlich hatte ich den Ring am Finger. Als er dann meine Hand genommen und mich gefragt hat, ob ich seine Frau werden will, wäre ich fast umgefallen."

Lore seufzte und rührte versonnen in der Mayonnaise. "Du Glückspilz. Wenn ich da an Walterchens Vater denke ..."

"Wieso?", fragte ich. "Wie hat er denn um deine Hand angehalten?"

"Eigentlich gar nicht, wenn ich es mir so recht überlege. Walterchen war unterwegs", fügte sie erklärend hinzu. "Als ich gemerkt habe, dass ich schwanger bin, habe ich ihm einen Brief geschrieben. Er hat mir geantwortet: 'Volltreffer, so ein Mist! Dann müssen wir eben heiraten.'"

"Autsch", sagte ich mitfühlend.

"Er hat eine Woche Sonderurlaub bekommen, und wir sind ab aufs Standesamt." Sie zuckte mir den Schultern. "Tja, das war dann meine Brautzeit und die Hochzeit."

"Und wie ging es weiter?", wollte Gisi neugierig wissen.

"Na ja, während unserer Flitterwochen, wenn man das so nennen kann, war mir ständig schlecht, sodass er nicht viel mit mir anfangen konnte. Als sein Urlaub vorbei war und er wieder fort musste, waren wir beide ganz froh. Sechs Wochen später war er tot, und ich war Witwe mit 21." Lore begann, Kartoffeln für den Salat zu pellen. Als keine von uns etwas sagte, hob sie den Kopf und sah unsere betroffenen Gesichter. "He, nun schaut mal nicht so drein wie die Hühner, wenn's donnert", sagte sie mit einem schiefen Lächeln. "Es war Krieg. Was meint ihr, wie vielen Frauen es ähnlich gegangen ist wie mir?"

"Ja, schon", meinte Gisi niedergeschlagen. "Aber es ist so traurig, wie wenig Zeit ihr miteinander hattet."

"Ach, ich weiß nicht." Lore griff nach der nächsten Kartoffel. "Ich glaube, mit uns beiden wäre es sowieso nicht gut gegangen. Wäre ich nicht schwanger geworden, hätten wir nie geheiratet. Wenn ich nur daran denke, wie wir seine Urlaubswoche in meinem kleinen Zimmer verbracht haben. Ich habe mich so geschämt, wenn ich mich übergeben musste. Am liebsten hätte ich mich unter der Bettdecke verkrochen und wäre gestorben. Und er hatte sich seine Flitterwochen natürlich auch ein wenig anders vorgestellt, der arme Kerl. Aber im Krieg gelten andere Regeln. Man wusste ja nicht, wie lange man noch zu leben hatte. Natürlich tut es mir leid, dass er so jung sterben musste und dass Walterchen nun ohne Vater aufwachsen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen