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Der Uttenschwalb Vom geheimnisumwitterten Ursprung eines uralten Adelsgeschlechts - Ein Mittelalter-Roman aus Bayern von Böckl, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2016
  • Verlag: SüdOst Verlag
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Der Uttenschwalb

In einer Kirche aus der Kreuzzugszeit entdeckte der Erfolgsautor Manfred Böckl einen Totengedenkstein aus dem Jahr 1805. Und dieses Epitaph trug eine rätselhafte Inschrift mit dunklem Bezug auf die geheimnisvolle Ursprungslegende des bayerischen Adelsgeschlechts der Grafen von Closen. Böckl recherchierte und stieß auf eine zutiefst bewegende Geschichte aus dem zwölften Jahrhundert: eine dramatische Geschichte um leidenschaftliche Liebe, mörderischen Hass, blutige Fehden - und den jahrelangen Überlebenskampf einer tapferen Frau mit ihren Kindern in urtümlicher Wildnis. Auf der Basis dieses Stoffes, der an Isar und Donau angesiedelt ist, schrieb Manfred Böckl einen packenden Mittelalter-Roman, dessen besondere Faszination darin besteht, dass sich die geschilderten Ereignisse vor acht Jahrhunderten tatsächlich zugetragen haben. Manfred Böckl, geboren am 02.09.1948 in Landau/Isar (Niederbayern), war nach seinem Studium in Regensburg zunächst als Volontär und dann als Redakteur bei der 'Passauer Neuen Presse', und ab Januar 1976 als freier Schriftsteller tätig. Heute lebt er in Empertsreut im Bayerischen Wald. Er verfasst hauptsächlich Historische Romane, Sachbücher und Drehbücher. Außerdem war er Stadtschreiber von Otterndorf/Niedersachsen (1986) und Neumüller-Stipendiat der Stadt Regensburg (1987/88).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 344
    Erscheinungsdatum: 19.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783866467712
    Verlag: SüdOst Verlag
    Größe: 2713 kBytes
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Der Uttenschwalb

Prolog
Landau an der Isar
März 1806

Aus der Landshuter Gegend war der alte, fast schon siebzigjährige Baron isarabwärts gereist. Die vergangene Nacht hatten er und sein ebenfalls bereits betagter Kutscher im besten Landauer Gasthof am Oberen Stadtplatz verbracht, und nun, in der Vormittagsmitte, bestieg der Baron erneut seine wappengeschmückte Kalesche.

Nachdem sich der weißhaarige Adlige auf der lederbezogenen Sitzbank im Inneren des Reisewagens niedergelassen hatte, knallte der Kutscher mit der Peitsche. Die beiden kräftigen braunen Wallache stampften kurz; der eine drängte ein wenig von der Deichsel weg, dann zogen die Rösser an. Die Kalesche überquerte den von Fußgängern belebten Platz, rollte an einem Bierfuhrwerk vorbei und passierte die Stadtpfarrkirche. Ein kurzes Stück jenseits des Sakralbaues wurde am Ende einer Gasse die mittelalterliche Landauer Ringmauer sichtbar: vom Zahn der Zeit zerfressenes Stein- und Ziegelwerk, das unter verhangenem Himmel aufragte.

Die Pferde folgten dem Stadtwall bis zu einem halbverfallenen Torbau. Durch dessen unbewachten Schlund führte der Weg in den breiten, trocken daliegenden Stadtgraben hinab und erklomm sodann eine mäßige, schütter mit Sträuchern und einzelnen Bäumen bewachsene Anhöhe. Als die Rösser das Ende der Steigung erreichten, flatterten mit schwerfälligen Flügelschlägen ein paar Krähen davon: in Richtung eines eher unscheinbaren Kirchturmes, welchen der Baron, durch das Kutschenfenster spähend, jetzt weiter östlich ausmachen konnte.

Ein Ausdruck tiefer Trauer malte sich auf dem Antlitz des Adligen; wie in jähem Schmerz presste er die Lippen zusammen und wandte den Blick ab, um nun durch das andere Kaleschenfenster zu schauen. Ein Riegel ausgewucherten Gestrüpps wanderte an seinen Augen vorüber, dann sah er einen Bauernhof - und über dem Anwesen, auf einer flachen Hügelkuppe, lückiges, ruinöses Mauerwerk.

"Ahausen ...", murmelte der Baron; im nächsten Moment rief er dem Kutscher in einer spontanen Eingebung zu: "Fahr dort hinüber, nach links. Zu der Anhöhe hinter dem Hof."

Der Wagenlenker gehorchte; wenig später kam die Kalesche am Hügelfuß zum Stehen, und der Adlige befahl dem Alten auf dem Bock: "Du wartest hier, bis ich zurück bin."

Mit etwas verwundertem Gesichtsausdruck nickte der Kutscher; kurz darauf machte sich der Baron, auf seinen Gehstock gestützt, auf den Weg zum Hügelplateau. Einen Steinwurf von der Kalesche entfernt stieg er in einen halb verfüllten Graben hinunter, erreichte jenseits davon den steilen Hang der Anhöhe und folgte dort einem schmalen, nach oben führenden Pfad.

Aber schon nach ein paar Dutzend Schritten musste er innehalten und rasten. Sein Herz machte ihm zu schaffen; sein Atem ging schwer, und während er verschnaufte, dachte er: Die Jahre. Die vielen Jahre, die ich schon lebe. Weit ist's nicht mehr hin, bis auch mir die letzte Stunde schlägt ... Doch wenigstens geht's mir heute besser als vor drei Wochen. Da hätte ich noch nicht einmal die Fahrt nach Landau auf mich nehmen können, geschweige denn den Aufstieg hier zur Höhe. Aber der Anton, der alte Freund, wird's verstanden haben. Wird schon gewusst haben, warum ich nicht dabei war, als das Epitaph für ihn enthüllt wurde ...

Nach einer Weile atmete der weißhaarige Adlige wieder regelmäßig, und sein Herzjagen hatte sich gelegt, sodass er den Aufstieg fortsetzen konnte. Knapp unterhalb der Hügelkuppe gönnte er sich nochmals eine Verschnaufpause, dann legte er das letzte Wegstück zurück und erreichte den Rand des Ruinenareals, das er von der Kalesche aus gesehen hatte.

Zu seiner Linken erhoben sich, noch zwei, drei Meter hoch, die Überreste eines Torturmes. Der teilweise zusammengestürzte Abschnitt einer Wehrmauer schloss sich an; weiter hinten waren von der einstigen Burgmauer nur noch graue Steinrelikte zu erkennen, die in unregelmäßigen Abständen aus der Erde ragten und zumeist von Gestrüpp

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