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Der verschmähte Liebesbrief - Ein Groschenroman von Bolsani, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der verschmähte Liebesbrief - Ein Groschenroman

Jessicas Zukunft sieht eher düster aus: Ihren Job ist sie los, ihr Freund hat sie verlassen. Klar, dass sie sofort bereit ist, zu ihrer Tante zu fahren, als diese Hilfe in ihrem Café benötigt. Doch in dem kleinen, verschlafenen Örtchen inmitten romantischer Weinberge warten nicht nur schöne Kindheitserinnerungen auf Jess. Auch ihre erste große Liebe hat sie in den Sommerferien hier getroffen. Doch der Traumprinz war nicht interessiert und bescherte der jungen Jessica ihren ersten großen Liebeskummer. Dumm nur, dass Luke - das Ziel ihrer mädchenhaften Schwärmerei - als erfolgreicher Geschäftsmann immer noch in der Gegend weilt. Ausgerechnet Luke ist Jessicas erster großer Kunde bei ihren vorsichtigen Schritten in die Selbstständigkeit. Was weniger schlimm wäre, wenn sie von dem erwachsenen Mann nicht ebenso fasziniert wäre wie zehn Jahre zuvor von dem Jungen. Doch kann sie einem Mann vertrauen, der sie früher so schmählich behandelt hat? Ist Luke wirklich an ihr interessiert oder nur auf ein kurzes Abenteuer aus? Schon früh war Eva für Geschichten aller Art zu begeistern - seien es jene, die ihre Mutter ihr vor dem Schlafengehen vorlas, oder jene, die sie sich selbst ausdachte und mit ihren Stofftieren nachspielte. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Der Bus kommt nicht, das Wartezimmer ist überfüllt? Alles kein Problem, endlich genug Zeit, neue Figuren zu erfinden und diese in ein weiteres Abenteuer zu stürzen. Irgendwann kam bei Eva der Wunsch auf, diese Geschichten aufzuschreiben. Und so entsteht nach und nach eine Sammlung kleiner, romantischer Erzählungen, bestens geeignet, um für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen. Wenn Sie mögen, begleiten sie Evas Heldinnen und Helden auf der Suche nach der großen Liebe. Währenddessen sitzt die Autorin in einem kleinen Bauernhof im Allgäu an ihrem Schreibtisch und erfindet einen neuen Charakter, der sich gerade die bange Frage stellt: "Liebt er mich auch?"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 117
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734752933
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3856 kBytes
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Der verschmähte Liebesbrief - Ein Groschenroman

18. August 2014

Endlich gelang es der Sonne, die hartnäckigen Regenwolken zu verdrängen. Ihre Strahlen brachen sich in den regenfeuchten Weinbergen links und rechts der Straße und verwandelten diese in einen Glitzerwald.

Jess kniff die Augen zusammen, nahm den Fuß jedoch nicht vom Gaspedal. Sie hatte ihren altersschwachen, rotbraunen Ford nicht umsonst nach der Schildkröte Kassiopeia benannt. Den Schwung würden sie für die nächste Steigung benötigen.

"Und jetzt ein Song der norwegischen Band Katzenjammer, 'I will dance'!", quakte die Stimme des Moderators aus dem Radio. Jess drehte die Lautstärke hoch und kurbelte das Fenster herunter. Einer ihrer Lieblingssongs, wie schön! Der Fahrtwind blies ihr die langen, braunen Haare ins Gesicht. Jess lachte und sang lauthals und ziemlich schräg mit.

In diesem Moment war alles vergessen. Bert, ihr Exchef, der sich nun schon auf dem Weg nach Ibiza befand, um dort mit seinem Lebensgefährten eine Bar zu eröffnen. Ihr Exfreund, der sich gerade mit einer anderen im Bett wälzte. Die Tatsache, dass tatsächlich all' ihre Habseligkeiten in die rostige Kassiopeia gepasst hatten.

Nach dem Anruf ihrer Tante hatte Jess beschlossen, dass ab sofort alles wieder gut werden würde. Auch wenn sie das Tante Carla nicht direkt auf die Nase binden würde. Schließlich wollte sie lieber als die edle Retterin im Café eintreffen, die eigens herbeigeeilt war, um der Tante nach ihrem Sturz von einer Leiter zur Seite zu stehen. Obwohl Jess natürlich in jedem Fall in das kleine Dorf Kupfingen gereist wäre, um Carla zu helfen, auch ohne die prekäre Situation, in der sie sich befand.

Sie freute sich schon auf das Kuchenbacken und natürlich auf das Wiedersehen mit Carla. Hoffentlich hatte die Tante nicht zu sehr unter dem gebrochenen Bein zu leiden. Das Bild einer resoluten, tatkräftigen Frau hatte sich in den unzähligen Sommerferien, die Jess bei Carla verbracht hatte, in ihr Gedächtnis eingebrannt. Als hilflose Kranke konnte sich Jess ihre Tante gar nicht vorstellen.

Sie lächelte. Fast meinte sie, die brennende Sonne auf ihren Armen und Beinen zu spüren, Carla zu hören, die alte Schlager trällerte, und natürlich den Duft von frischem Gebäck und Schokolade zu riechen, der unaufhaltsam aus der Küche von Carlas Café drang.

Die letzte Strophe des Liedes begann.

"... moving oooon", sang Jess aus voller Kehle.

Leider sah Kassiopeia das mit dem "Moving" irgendwie anders. Immer langsamer kroch der Wagen den vor ihnen liegenden Hügel hoch.

"Fahr ...", beschwor Jess das Gefährt, doch zu spät. Der Motor gab noch ein letztes, hässliches Rumpeln von sich, das Radio verstummte. Zwar war die Steigung geschafft, doch hier schien Endstation zu sein.

"Verdammt!" Jess hämmerte auf das Lenkrad ein und verfluchte den untreuen Wagen. "Ich hab doch gesagt, ab jetzt wird alles gut. Da kannst du doch nicht einfach so stehen bleiben."

Doch weder das Gezeter noch die Versuche, das Auto wieder zu starten, riefen irgendeine Reaktion hervor. Jess stieg aus.

"Verdammt!", wiederholte sie und trat in die Luft.

Das Auto zu treten hatte sie sich abgewöhnt. Schmerzende Zehen würden wenig hilfreich dabei sein, wenn sie das kleine Dorf Kupfingen erreichen wollte, das friedlich vor ihr im Tal lag. Und Kassiopeia würde sich sowieso nur durch eine sündteure Behandlung in einer Autowerkstatt wieder zum Leben erwecken lassen.

Zu dumm auch, dass die Weinlese noch nicht begonnen hatte. Mit einem knackigen jungen Retter war also eher nicht zu rechnen. Obwohl Jess in ihrer Situation auch mit Frankenstein persönlich vorlieb genommen hätte, sofern dieser über einen fahrbaren Untersatz verfügt hätte.

Doch so wie es aussah, würde Carlas Retterin Kupfingen wohl zu Fuß erreichen. Mit einem letzten verächtlichen Blick auf ihr Auto drehte Jess sich um und marschierte los.

Das schrille Klingeln des Tel

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