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Der Weg zum Glück Alle 6 Bände von May, Karl (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Der Weg zum Glück

Dieses eBook: 'Der Weg zum Glück' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Und nun begann er, zu erzählen, von sich und seinen alten, armen Eltern, von der Leni, von ihren beiderseitigen Verhältnissen und Erlebnissen und endlich auch von dem Ereignisse der letzten Nacht. Das Interesse der Dichterin wuchs von Wort zu Wort. Die Liebe des Sohnes zu den Eltern that ihr wohl und nahm ihre ganze Sympathie in Anspruch. Und nun erst seine heutige Flucht!' Karl May (1842-1912) war ein deutscher Schriftsteller. Karl May war einer der produktivsten Autoren von Abenteuerromanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 2850
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788027301676
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2908 kBytes
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Der Weg zum Glück

Er bückte sich. Da rief der Alte:

"Nein, nein! Kreuzschockschwerebrett! Jetzt werde ich mir auch noch von meinem König die Wurzeln aufklauben lassen! Das kann ich schon selbst thun."

Aber seine Einrede wurde nicht beachtet. Der König hatte an dem Alten Wohlgefallen gefunden und weidete sich an der glückstrahlenden Verlegenheit desselben. Dann schieden sie, wobei Sepp eine so tiefe Verbeugung machte, daß ihm der Rucksack vom Rücken über den Kopf herabfiel.

Der Monarch hatte nicht weit zu steigen. Leni stand, als er oben ankam, an der andern Seite des Hauses; er sah sie also nicht und stieß nach der dortigen Sitte einen Juchzer aus. Sofort kam sie um die Ecke geeilt.

"Grüß Gott, Muhrenleni!"

"Grüß Gott auch! Ja, kennst mich denn?" fragte sie, ihn betrachtend.

"Ja; ich hab von Dir gehört. Gefall ich Dir?"

"So halb und halb! Wannst nicht ein Stadtherr wärst, so könnst mir halt besser gefallen."

"Ich will diese Nacht bei Dir bleiben."

"Da in der Hütten drin?"

"Ja."

"Jesses! Da kommst falsch an. Geh weiter!"

"Ich kann nicht weiter."

"Wer bist denn?"

"Ich hab mein Amt und Geschäft drin in München und heiße Ludwig. Der Wurzelsepp, Dein Pathe, kennt mich sehr gut und läßt Dir sagen, daß Du mich gut aufnehmen sollst."

Sie blickte ungläubig zu ihm auf.

"Obs auch wahr ist!"

"Es ist wahr. Ich habe da unten an der Felsenecke mit ihm gesprochen. Sehe ich denn wie ein Lügner aus?"

"Na, sauber und accurat bist schon, und ein guts Gesicht hast auch, so ein braves und vornehmes. Ich werde Dich also behalten. Setz Dich einstweilen daher auf die Bank, bis ich wiederkomme. Ich muß die Rinder und Ziegen in den Stall heimsen."

"Bleiben die heut nicht im Freien?"

"Sie könnten wohl; aber da jenseits giebt es einen Bären, eine große Rarität und Seltenheit, der sich von drüben herüber verlaufen hat. Wenn der dahergekraxelt käme und mir eine Kuh erwürgte, so könnte ich in meinem ganzen Leben schon gar keine Freud nicht mehr haben."

Sie ging. Er setzte sich und blickte ihr wohlgefällig nach. Als sie dann die Thiere getrieben brachte, beobachtete er ihre Bewegungen, nickte befriedigt vor sich hin und sagte im Stillen:

"Große Stimme, schöne Gestalt, gewandte Bewegungen, Umsicht und Gewissenhaftigkeit! Sie soll mir in die Schule. Das giebt eine Sängerin, einen Stern am Kunsthimmel. Ich glaube, ich habe da eine Brunhild, eine Walküre, eine Isolde gefunden."

Als sie dann die Heerde getränkt und in den Stall geschlossen hatte, meinte sie:

"Ein Bett werde ich Dir im Heu machen, ein schönes, weiches. Jetzt nun wirst aber auch Hunger haben?"

"Ja. Hier im Rucksack befindet sich Allerlei. Mach, was Du daraus bringst. Du sollst mit mir essen und mir dann von Dir erzählen."

Sie gewann Vertrauen zu ihm und gab sich ganz so, wie sie war. Sie aßen zusammen, grad als das Ave Maria-Glöckchen aus dem Thale emporschallte. Da er nicht so schnell das Messer weglegte wie sie, sagte sie:

"Mach, daß Du Dein Ave hersagst! So ist das hier oben bei mir Mode!"

Dann saßen sie vor der Sennhütte auf der Bank. Leni hatte ganz zutraulich neben ihm Platz genommen. Sie erzählte von ihrem Leben; es war still, einfach und ärmlich verflossen; aber das kleinste Ereigniß gab ihr Gelegenheit, ganz unbewußt ein reiches, tiefes, gemüthvolles Seelenleben zu entwickeln und eine Urtheilsschärfe zu entfalten, über welche sich der König höchlichst wunderte.

"Hast auch einen Schatz?" fragte er.

"Nein.

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