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Der Weg zum Glück von May, Karl (eBook)

  • Verlag: Ktoczyta.pl
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Der Weg zum Glück

Mehrere unabhängig voneinander eingeführte Handlungsstränge verbinden sich im Laufe des Romans, der zum allergrößten Teil in einem geografisch recht knapp gefassten Gebiet zwischen Bayern, Österreich und Böhmen spielt. Die voneinandern unabhängigen Episoden verweben sich immer wieder zu einem äußerst unterhaltsamen und interessanten Gesamtwerk. 'Der Weg zum Glück' war der letzte große Fortsetzungsroman des großen deutschen Schriftstellers. Behandelt wird die Lebensgeschichte des berühmten Bayernkönigs Ludwig II. Die Helden dieses Romans sind ein schrulliges bayerisches Original, genannt Wurzelsepp, und der bayerische König Ludwig II. Beide greifen in das Schicksal von mehreren Personen ein und sorgen dafür, dass diese glücklich werden können. So wird die arme Sennerin Magdalena, das Patenkind des Wurzelsepp, die von dem Wilderer Krickelanton sitzengelassen wurde, eine gefeierte Opernsängerin und Gräfin von Senftenberg. Einen Großteil des Romans nimmt aber der Kampf gegen die Machenschaften der beiden Bösewichte 'Peitschenmüller' und 'Silberbauer' ein, die vor langer Zeit in der Walachei eine Fürstin ermordet und ihr Kind entführt haben. Karl May bemüht sich in diesem Roman mit einem selbstgebasteltem und äußerst fehlerhaften bayerischen 'Dialekt' erfolgreich um Lokalkolorit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 4150
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788381365581
    Verlag: Ktoczyta.pl
    Größe: 9348 kBytes
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Der Weg zum Glück

Erstes Capitel.

Auf der Alm.

"Als ich d'rauf am Morgen schied,
Hört ich ferne noch ihr Lied,
Und zugleich mit Schmerz und Lust
Trug ich's fort in meiner Brust.
Und seitdem, wo ich auch bin,
Schwebt mir vor die Sennerin,
Und sie ruft: "Kehr um geschwind!"
Auf der Alm, ja
Auf der Alm, ja
Auf der Alm, da giebt's ka Sünd!"

So klang es hell und getragen von der Höhe in das Thal hinab, gesungen von zwei Menschenkindern, welche, obgleich verschieden nach Alter und Geschlecht, diesen dritten Vers des bekannten und beliebten Liedes aus voller Brust ertönen ließen. Ihre Gesichter glänzten förmlich vor Vergnügen, und aus ihren blitzenden Augen leuchtete die herzliche Freude über das Echo, welches ihr Jodler an den gegenüber liegenden Felswänden wach rief. Einer, der sie jetzt hätte beobachten können, wäre ganz gewiß zu der Ueberzeugung gekommen: "Das sind zwei gute Menschenkinder! Der Refrain ihres Liedes steht ihnen auf der Stirn geschrieben: Ja auf der Alm, da giebt's ka Sünd!"

Die Sonne eines schönen Herbsttages neigte sich den im Westen glänzenden Gletschern und Firnen entgegen. Ihr Licht brillirte im Wasser des Giesbaches, welcher schlank und in weiten Sätzen von der östlichen Höhe sprang. Sonntägliche Ruhe lag unten im Thale, und sonntäglich war auch die Sennerin gekleidet, welche neben der Thür am Holzstoße lehnte und dem Zither spielenden Alten fröhlich zunickte.

Sie mochte kaum achtzehn Jahre zählen, war aber körperlich und vielleicht auch geistig bereits weit über dieses Alter hinaus entwickelt. Das in niedrigen Schuhen steckende Füßchen war im Vergleiche zu ihrer hohen, vollen Gestalt klein und niedlich zu nennen. Das kurze, aus roth und blau gestreiftem Zeuge gefertigte und unten mit einer breiten Kante versehene Röckchen reichte nur Wenig über das Knie herab und gab die drallen, von schneeweißen Zwickelstrümpfen umschlossenen Waden frei. Die Taille war ungewöhnlich eng und von einem glanzledernen Gürtel umschlossen, an welchem die Schlüssel hingen.

Das dunkelgrüne Sammetmieder war tief ausgeschnitten, so daß über den drei silbernen Spangen, welche es zusammen hielten, die ganze Fülle des Busens zu sehen war, welcher, wenn sie während des Gesanges tief Athem holte, die feinen Fälteleien des weißen Hemdes zu sprengen drohte. Die runden, üppigen Schultern trugen einen kräftigen Hals, um welchen sich eine feine Schaumperlenkette legte, an der ein glasgoldenes Kreuzchen hing. Das Gesicht war gebräunt, energisch ausgeprägt und doch von einem weichen Ton überhaucht, der den Ausdruck innerer Selbstständigkeit bedeutend milderte. Das dunkle Haar war in zwei lange, schwere Zöpfe geflochten. Man sah deutlich, daß sich die vollen Locken nur schwer der Strenge des Kammes gefügt hatten, und um die Stirn und an den beiden Schläfen hatten sich einige rebellische Kräusel befreit und krönten nun wie ein Diadem das frische Angesicht.

Die silbernen Spangen waren von sehr alter Arbeit, wohl ein Erbstück von der Ahne her, Kette und Kreuz von ganz geringem Werthe. Das Mädchen war arm, aber von der Natur mit dem größten Reichthum: Schönheit und Gesundheit, begabt, welcher wohl manche reiche, hoch stehende Dame neidisch gemacht hätte. Dieser Vorzug erhielt einen ganz besonderen Werth durch die ausgesprochene Sauberkeit, welche aus jedem Fältchen glänzte. Man sah es deutlich - das Mädchen hielt Etwas auf sich.

Auch die Hütte und die ganze Umgebung derselben war ein Bild der größten Ordnung und Reinlichkeit. Da gab es kein erblindetes Fenster und keinen Schlamm- und Schmutzsee vor der Thür, durch welchen man, wie bei so vielen Sennereien, nur auf einzelnen hinein geworfenen Steinen springend gelangen kann.

Die Thür stand offen, und da erblickte man die weiß gescheuerten Holzgefäße und den glänzenden Kessel, welcher über dem Heerde hing. Auf dem schmalen Fensterbrette stand ein Vogelgebauer, in

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