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Dewil's Dance von Hajduk, Marian (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Dewil's Dance

Alkoholexzesse, Drogen, schmuddelige Sexabenteuer und Schlafen bis zum Nachmittag - das sind die einzigen Fixpunkte im Leben des namenlosen Protagonisten, der seinen Alltag allein in einer heruntergekommenen Einzimmerwohnung fristet. Dabei war er immer der Meinung, dass ein großer Künstler in ihm schlummert. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als seiner Berufung zu folgen und Schriftsteller zu sein! Doch obwohl er alle Voraussetzungen geschaffen hat, um sich in Ruhe der Arbeit zu widmen - ihm gelingt nichts. Quälender als der ewige Stillstand sind nur sein Selbsthass und die Zweifel an seinem Vorhaben. Eine mysteriöse Begegnung aber reißt ihn schlagartig aus seiner Lethargie: Während eines nächtlichen Streifzugs trifft er auf eine skurrile, geheimnisvolle Gestalt namens Dewil. Und als hätte diese Begegnung das Tor zu einer fremden, phantastischen Welt aufgestoßen, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Da ist zunächst die Affaire mit einer unglaubwürdig schönen, geheimnisumwitterten Fremden. Und wenig später wird der Protagonist in ein finsteres Abenteuer aus Gewalt, Drogen und unheimlicher Begierde hinabgezogen, in dem allmählich die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Fast scheint es, als sei er über Nacht Teil seiner eigenen Geschichte geworden... Marian Hajduk lebt und arbeitet in München Schwabing.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 380
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738042474
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 815 kBytes
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Dewil's Dance

DEWIL

- 1 -

Die Feuchtigkeit begann, in meine Kleider zu kriechen, und ich war des Umherirrens müde. Der Rückweg war mir egal, ich würde einfach weitergehen, bis ich irgendwo auf eine U-Bahnstation oder einen Taxistand stieß. Noch ahnte ich nicht, dass ich das Geheimnis um Sherlock Holmes, Dorian Gray und Joe N.K. Harting bald lüften sollte...

Ich bog irgendwo ab.

Zwei gelbe Kugeln leuchteten durch die nebel- und regennasse Luft wie die Lichter eines U-Boots in der Tiefsee. Ein Hauseingang, von zwei Laternen eingerahmt. Das Erdgeschoss mit dunkelgrünem Holz verkleidet. Kein Licht in den Fenstern.

The Belgrave Square Inn sagten die dicken goldschimmernden Buchstaben über der Tür. Ein Drink würde mir jetzt guttun.

Ich stieß die Tür auf und eine lange schmale Treppe führte mich nach unten. Dann gab eine Schwingtür nach und ließ mich in ein gedrungenes Kellergewölbe ein. Die flachen, eng aneinandergesetzten Ziegel wölbten sich unter die Decke wie steinerne rote Raupen, die das Gemäuer auf ihren Rücken trugen. Auf der Innenseite der Tür erkannte ich das obligatorische Plakat Irish Writers mit den Konterfeis von Oscar Wilde, James Joyce und Samuel Beckett.

Ich nahm an der Bar platz und bestellte ein Stout.

Der Barkeeper war drahtig und groß, goldene Knöpfe zierten seine frisch gestärkten Manschetten. Er grüßte mich wortlos mit einer höflichen Kopfbewegung. Ich schien der einzige Gast zu sein.

Ich zündete mir eine Zigarette an, suchte nach einem Aschenbecher aber wurde zunächst nicht fündig. Erst nach einer Weile entdeckte ich einen ganzen Stapel auf der Arbeitsfläche hinter dem Tresen. Nachdem der Barmann verschwunden war, stand ich auf, beugte mich hinüber und griff nach einem der Aschenbecher - da entdeckte ich zwischen zwei silbergerahmten Getränkekarten ein Stück Papier. Es war in der Mitte einmal quer gefaltet und schien Notizen zu enthalten.

Ich war noch immer allein in dem Raum und konnte nicht widerstehen. Hastig zupfte ich das Papier hervor und entfaltete es mit nervösen Fingern. Tatsächlich! die Schrift gehörte zweifellos meinem unbekannten Freund:

Die Bar glänzt wie ein frisch poliertes Piano, dahinter türmt sich ein kristallener Berg aus schmalen, bauchigen, eckigen, runden, flachen, hohen, breiten, schweren, langen, massiven, zerbrechlichen Flaschen bis an die Decke. Hinter dem Tresen recken die Hebel der Zapfanlage ihre messingverzierten Köpfe in die Höhe wie ein Spalier schlaksiger Zinnsoldaten. In den Nischen und an den Säulen kauern rote und schwarze Sessel und Sofas aus fettem speckigem Leder, gespickt mit Rauten aus goldenen Nieten, die sie am überquellen hindern. Die Wände sind unverputzt. Nur der bemerkenswert echt aussehende, ungerahmte Druck eines William Turner Gemäldes an der Längsseite schmückt die sonst nackte Ziegelmauer. Das crémefarbene Parkett ist glatt wie ein Teich im Schein des Vollmonds, nur in der Mitte des Raums wird es von einem weichen persischen Teppich bedeckt, in den die Schuhe einsinken wie in tropisches Moos. Auf der Bar verströmt eine Reihe von Öllampen weiches gediegenes Licht, während in den Erkern mannshohe Kerzenleuchter den Raum mit zuckendem Schimmer erfüllen. Der schwere Geruch von Ruß und gesüßtem Tabak steigt mir in die Nase...

Auf den ersten Blick wirkt die Kulisse wie geradewegs aus einem Sherlock-Holmes-Abenteuer.

Doch gleichzeitig scheint ein mysteriöser Schleier über dem Raum zu liegen. Wie im Atelier von Basil Hallward, in dem Lord Henry zum ersten Mal das Bildnis des Dorian Gray erblickt. De

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