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Die Alpenfee Heimat- & Liebesroman von Bürstenbinder, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2016
  • Verlag: e-artnow
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Die Alpenfee

Dieses eBook: 'Die Alpenfee' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Hoch über den schneegekrönten Häuptern der Berge stand ein leuchtender Regenbogen. Das Gewitter war vorübergezogen; noch grollte es fern und dumpf in den Schluchten und an den Bergwänden lagerten dichte Wolkenmassen, aber der Himmel war bereits wieder klar, die Hochgipfel hatten sich entschleiert, und jetzt begannen auch dunkle Wälder und grüne Matten langsam aufzutauchen aus dem Nebel- und Wolkenmeer. Das mächtige, von einem Wildwasser durchbrauste Alpenthal lag tief im Gebirge, so einsam und abgeschieden, als sei es der Welt und ihrem Treiben gänzlich entrückt, und doch hatte die Welt den Weg zu ihm gefunden. Auf der stillen Bergstraße, wo sich sonst nur selten ein Wagen oder ein wandernder Fußgänger zeigte, herrschte jetzt reges Leben und Treiben...' Elisabeth Bürstenbinder (1838 - 1918) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie schrieb unter dem Pseudonym E. Werner.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 293
    Erscheinungsdatum: 29.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026870203
    Verlag: e-artnow
    Größe: 649 kBytes
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Die Alpenfee

2

Inhaltsverzeichnis

Die Festräume des Nordheimschen Hauses strahlten im hellsten Lichtglanze, man beging zugleich mit dem Geburtsfeste der Tochter deren Verlobungsfeier. Es war eine überraschende Neuigkeit für die Gesellschaft gewesen, die trotz aller Gerüchte und Klatschereien doch niemals ernstlich an diese Verbindung geglaubt hatte. Es war ja auch unerhört, daß ein Mann, der notorisch zu den Reichsten des Landes gehörte, die Hand seines einzigen Kindes einem jungen Ingenieur zugestand, der bürgerlich, aus den einfachsten Verhältnissen hervorgegangen und gänzlich vermögenslos, nichts besaß, als sein Talent, das ihm allerdings die Zukunft verbürgte.

Daß es sich hier um keine Herzensgeschichte handelte, wußte man; Alice galt überhaupt für sehr beschränkt und keiner tieferen Neigung fähig. Trotzdem war sie eine Partie ersten Ranges und die Nachricht ihrer Verlobung rief manche bittere Enttäuschung hervor in aristokratischen Kreisen, wo man sich um die Erbin bemüht hatte. Dieser Nordheim zeigte wieder einmal, daß er die Vorrechte gar nicht zu schätzen verstand, die sein Reichthum ihm gewährte. Er hätte seiner Tochter eine Grafenkrone damit erkaufen können; statt dessen suchte er sich den Schwiegersohn unter den Beamten seiner Bahngesellschaft. Man war förmlich entrüstet darüber; dennoch kam alles zum Feste, was überhaupt geladen war. Man wollte doch den Glückspilz kennenlernen, der all den vornehmen Bewerbern den Rang abgelaufen hatte und den das Schicksal so plötzlich auf die Höhen des Lebens erhob, indem es ihn zum dereinstigen Herrn über Millionen machte.

Es war kurz vor dem Beginn des Festes und soeben trat der Präsident mit dem Bräutigam in den großen Empfangssaal. Er war augenscheinlich in bester Laune und im besten Einvernehmen mit seinem künftigen Schwiegersohn.

"Du mußt Dich ja heute erst der Residenzgesellschaft vorstellen, Wolfgang," sagte er. "Bei Deinen kurzen flüchtigen Besuchen hast Du immer nur in unserer Familie verkehrt. Jetzt knüpfen sich auch für Dich all diese Beziehungen an, da Ihr Euren künftigen Wohnsitz hier nehmen werdet. Alice ist an das großstädtische Leben gewöhnt und Du wirst auch nichts dagegen einzuwenden haben."

"Gewiß nicht, Papa," versicherte Wolfgang. "Ich liebe es sehr, im Mittelpunkte dieses großartigen Lebens und Treibens zu stehen, es vertrug sich bisher nur nicht mit meinen Berufspflichten. Daß es in Zukunft möglich sein wird, sehe ich freilich an Deinem Beispiel. Du leitest ja von hier aus Deine sämmtlichen Unternehmungen."

"Diese Thätigkeit fängt aber nachgerade an, erdrückend zu werden," versetzte Nordheim. "Ich habe es in der letzten Zeit doch gefühlt, daß ich einer Stütze bedarf, und rechne darauf, daß Du mich theilweise entlastest. Vorläufig bist Du allerdings noch unentbehrlich bei Vollendung der Bahnlinie; der Chefingenieur mit seiner zunehmenden Kränklichkeit giebt ja eigentlich nur den Namen her für die oberste Leitung."

"Ja, sie ruht tatsächlich in meinen Händen, und wenn er ganz zurücktritt - ich weiß, daß er ernstlich mit dem Gedanken umgeht - so habe ich Dein Wort, Papa, daß ich sein Nachfolger werde."

"Gewiß, und ich denke, diesmal wird man mir keine Schwierigkeiten dabei machen. Es ist freilich wohl das erste Mal, daß ein Mann in Deinen Jahren an die Spitze eines solchen Unternehmens gestellt wird; aber Du leistest mit der Wolkensteiner Brücke Dein Probestück, und meinem künftigen Schwiegersohne darf man die erste Stellung überhaupt nicht verweigern."

"Du giebst mir viel mit diesem Familienbande, Papa, ich weiß es," sagte Elmhorst ernst, "unendlich viel - ich kann Dir nur einen Sohn dafür geben."

Die Augen des Präsidenten ruhten nachdenklich auf dem Antlitz des Sprechenden, und mit einem Anflug von Wärme, der bei dem kühlen Geschäftsmann äußerst selten war, entgegnete er:

"Ich hatte einen einzigen Sohn, an den sich all meine Pläne und Hoffnungen knüpften;

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