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Die andere Schwester Roman von Hannah, Kristin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die andere Schwester

Bei der Liebe meiner Schwester. Seit Jahren haben die Schwestern Claire und Meghann kaum Kontakt. Dann möchte Claire einen Mann heiraten, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hat. Davor will sie die ältere Meg unbedingt bewahren - ist sie doch selbst zu oft enttäuscht worden, als dass sie noch an Liebe glauben könnte. Ausgerechnet jetzt lernt Meg jemanden kennen, der es wert wäre, ihre Angst vor Nähe zu überwinden. Doch dann droht den Schwestern ein erneuter Verlust, und sie werden gezwungen, sich ihrer schwierigen Vergangenheit zu stellen. Ein so kluger wie gefühlvoller Roman über zwei ungleiche Schwestern. Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen der USA und lebt mit ihrem Mann im Pazifischen Nordwesten der USA. Nach zahlreichen Bestsellern war es ihr Roman "Die Nachtigall", der Millionen von Lesern in über vierzig Ländern begeisterte und zum Welterfolg wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 16.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215314
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Between Sisters
    Größe: 2649 kBytes
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Die andere Schwester

ERSTES KAPITEL

G eduldig wartete Dr. Harriet Bloom auf eine Antwort.

Meghann Dontess lehnte sich zurück und studierte ihre Fingernägel. Sie mussten manikürt werden. Dringend. "Wie Sie wissen, versuche ich, nicht allzu viel zu grübeln, Harriet. Das nimmt mir irgendwie die Lebensfreude."

"Kommen Sie deshalb seit vier Jahren jede Woche zu mir? Weil Ihnen Ihr Leben so großen Spaß macht?"

"Darauf würde ich an Ihrer Stelle lieber nicht hinweisen. Das spricht nicht gerade für Ihre fachliche Kompetenz. Schließlich ist es durchaus vorstellbar, dass ich zunächst völlig normal war und Sie mir nur einreden , ich wäre verrückt."

"Sie versuchen wieder einmal, sich mit einer witzigen Bemerkung aus der Affäre zu ziehen."

"Sie überschätzen mich. Das war nicht komisch."

Harriet Bloom verzog keine Miene. "Ich kann auch nur sehr selten über Sie lachen."

"Und dahin ist er, mein Traum von einer Karriere als Stand-up-Comedian."

"Sprechen wir über den Tag, an dem Claire und Sie getrennt wurden."

Unbehaglich rutschte Meghann auf ihrem Sessel herum und suchte nach einer schlagfertigen Antwort, mit der sie das Thema umgehen konnte. Aber es fiel ihr nichts ein. Sie wusste genau, worauf die Therapeutin hinauswollte, und das war auch Harriet Bloom klar. Wenn sie die Antwort verweigerte, würde die Frage einfach noch einmal gestellt werden. "Getrennt - was für eine nette, saubere Formulierung. Sie gefällt mir, sogar sehr, aber das Thema ist abgeschlossen."

"Es ist immerhin interessant, dass Sie den Kontakt zu Ihrer Mutter aufrechterhalten, sich von Ihrer Schwester jedoch absolut distanzieren."

Meghann zuckte mit den Schultern. "Meine Mutter ist Schauspielerin, ich bin Anwältin. Wir verdienen beide unseren Lebensunterhalt, indem wir uns verstellen."

"Das heißt?"

"Kennen Sie vielleicht eins ihrer Interviews?"

"Nein."

"Sie erzählt jedem von unserem bitterarmen, aber liebevollen Familienleben. Wir tun beide so, als wäre es wahr."

"Sie wohnten doch in Bakersfield, als dieses angeblich bitterarme, aber liebevolle Familienleben endete, oder?"

Meghann schwieg. Harriet Bloom hatte es geschafft, sie in die schmerzliche Vergangenheit zurückzuführen wie eine dressierte Ratte.

"Claire war damals neun Jahre alt", fuhr die Therapeutin fort. "Wenn ich mich recht erinnere, hatte sie eine Zahnlücke und in der Schule Probleme mit dem Rechnen."

"Hören Sie auf." Meghanns Hände krallten sich um die Armlehnen des Sessels.

Die Therapeutin sah sie an. Ihr Blick unter den dunklen Brauen war ernst und konzentriert. Die kleinen, runden Gläser der Brille vergrößerten ihre Augen. "Weichen Sie nicht aus, Meg. Wir machen Fortschritte."

"Noch ein paar mehr dieser Fortschritte, und Sie können mich in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses einliefern lassen. Wir sollten lieber darüber sprechen, was mir das Leben wirklich schwer macht. Deshalb komme ich schließlich zu Ihnen. Mein Alltag im Familiengericht ist kaum noch zu ertragen, kann ich Ihnen versichern. Gestern fuhr allen Ernstes ein Typ mit einem Ferrari vor, um dann zu behaupten, er wäre total pleite. Dieser Mistkerl will einfach nicht für die Ausbildung seiner Tochter zahlen. Zu dumm für ihn, dass ich mitbekommen hatte, welchen heißen Schlitten er sich offenbar leisten kann."

"Warum bezahlen Sie mich eigentlich, wenn Sie mit mir nicht über die Gründe für Ihre Probleme reden wollen?"

"Weil ich keine Probleme habe. Und es bringt absolut nichts, in der Vergangenheit zu stochern. Damals war ich sechzehn, jetzt steuere ich auf die zweiundvierzig zu. Es ist höchste Zeit, das alles ruhen zu lassen. Ich habe das Richtige getan. Mehr ist dazu nicht zu sagen."

"Und warum haben Sie dann noch immer Albträume?"

Meghann spielte mit ihrem silbernen Armband. "Ich träume auch von Spinnen mit Oakley-Sonnenbrillen.

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