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Die Assistentinnen von Perri, Camille (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2016
  • Verlag: INK
eBook (ePUB)
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Die Assistentinnen

Weiter nach den Regeln spielen oder endlich auch ein Stück vom Kuchen abbekommen? Vor dieser Entscheidung steht Tina Fontana, die als Assistentin für Robert Barlow, den übermächtigen CEO eines internationalen Medienkonglomerats, arbeitet. Ihr Gehalt reicht kaum für ein Leben in New York, geschweige denn dafür, ihren Studienkredit abzubezahlen. Nach sechs Jahren, in denen die 30-Jährige ihrem Boss Tische in Restaurants reserviert hat, die sie sich nicht leisten kann, und ihm Drinks aus Flaschen ausgeschenkt hat, die mehr als ihre Miete kosten, steckt ihre Karriere in einer Sackgasse. Ein Fehler bei der Spesenabrechnung eröffnet Tina die Chance, ihre Schulden auf einen Schlag zu tilgen. Eine Summe, die für sie die Welt bedeutet, für ihren Chef aber nur Taschengeld ist. Ihre Entscheidung setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben der vielen überqualifizierten und unterbezahlten jungen Frauen der Stadt verändern wird ... Camille Perri war lange Redaktionsassistentin bei Esquire, bevor sie als Redakteurin für die Cosmopolitan begann. Sie schrieb eine Reihe von Büchern für Alloy Entertainment, bevor sie mit Die Assistentinnen ihren ersten eigenen Roman verkaufte, der im Mai 2016 in den USA erscheinen wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 318
    Erscheinungsdatum: 11.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863965884
    Verlag: INK
    Originaltitel: The Assistants
    Größe: 789 kBytes
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Die Assistentinnen

KAPITEL 1

Und so fing der ganze Schlamassel an: Robert musste nach L.A. zu einem wichtigen Meeting mit der Führungsriege einer Titan -Tochter von der West Coast, und das Triebwerk seiner privaten Boeing besaß die Frechheit, auszufallen.

"Tina!", schrie er aus seinem schallisolierten, gläsernen Büro.

Robert ist eigentlich von Natur aus kein Schreihals, aber was sollte er tun, wenn er gegen die Schallisolierung ankommen und durch die offene Bürotür gehört werden wollte. An seinem Ton erkannte ich, dass er meinen Namen gerufen hatte. Er hatte für jeden von uns einen eigenen Ton. Ein barsches, einsilbiges Bellen galt dem Ressortleiter, ein raues Brüllen dem Chefredakteur, ein eher schrilles Kreischen dem Produktionsleiter. Für mich war es sehr wichtig, diese Feinheiten unterscheiden zu können, denn es gehörte zu meinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass der, nach dem er rief, auch bei ihm erschien. Wenn er nach mir verlangte, senkte sich seine Stimme und klang beinahe bittend, ja vertraulich. Denn an mich wandte sich Robert mit allen persönlichen Anliegen - wenn sein Magen rebellierte und er etwas gegen Sodbrennen brauchte, wenn er einen Geburtstag vergessen hatte und ganz schnell noch ein Geschenk besorgt werden musste, oder wenn er es ums Verrecken nicht schaffte, eine neue Software auf sein iPad zu laden. Seine Verletzlichkeit bestätigte mich in solchen Momenten darin, dass ich für den Erfolg dieses mächtigen Mannes unerlässlich war - eines Mannes, den die halbe Welt für ein Monster hielt, weil er ein Mysterium für sie war und immer bleiben würde.

In weniger als einer Sekunde stand ich vor seinem Schreibtisch, den Notizblock im Anschlag. Hinter mir an der Wand liefen auf diversen Flatscreens die Nachrichtensendungen von Titan und seinen sogenannten Konkurrenten. Robert verfügte über die unheimliche Fähigkeit, das Geschehen auf allen Bildschirmen gleichzeitig verfolgen zu können.

Insgesamt war er im Besitz von neun Satellitensendern, einhundertfünfundsiebzig Zeitungen, einhundert Kabelsendern, vierzig Buchverlagen, vierzig Fernsehstationen und einer Filmproduktion. Damit erreichte er im Schnitt 4,7 Milliarden Menschen, was ungefähr drei Viertel der Weltbevölkerung entspricht. Aber The News waren sein Baby. Er sah sich jede einzelne Ausgabe an, er nahm Einfluss, er intervenierte. Deswegen lag sein Büro auch in der Zentrale von Titan News , wo er nicht nur die Flatscreens, sondern auch seine Journalisten genau im Auge behalten konnte. Ein so mächtiger Mann wie Robert hätte auch von einem Liegestuhl auf den Seychellen aus die Fäden des Konzerns ziehen können, zurückgezogen, weit weg von seinen Angestellten - aber er wollte hier sein, mitten im Geschehen.

In unseren Büroräumen sah es nicht aus wie in den Nachrichtenredaktionen, die man aus Film und Fernsehen kennt. In den Stockwerken unter uns schon eher - die Fernsehstudios, die Printredaktionen und der Newsdesk hätten dem Film Matrix entsprungen sein können. Die modernen Studios, in denen die 24-Stunden-News und unsere kontroversen Talkshows produziert wurden, nahmen einen ganzen Stock ein. Unsere Büros auf der vierzigsten Etage waren weit weniger aufregend - nur endlose Reihen von Schreibtischen und Trennwänden. Trotzdem waren wir der Kopf des Ganzen, von wo aus alle Befehle nach unten sickerten. Hier saßen auch die Chefredakteure und die Ressortleiter, denen Robert am meisten vertraute; so konnte er sie spontan zu seinen Treffen mit Wirtschaftsbossen und Promis hinzuziehen - und mit Vertretern der politischen Parteien (ja, beider Parteien) bekannt machen, die vorbeikamen, um ihn auf ihre Seite zu ziehen. Was ich damit sagen will: Die vierzigste Etage war zwar nicht sonderlich beeindruckend, dafür aber umso einflussreicher.

Robert hatte die Hemdsärmel hochgekrempelt und rieb sich den Kopf mit beiden Händen, wie immer, wen

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