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Die Beute Erotische Geschichten von Müller, Phoebe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.05.2009
  • Verlag: Konkursbuch
eBook (ePUB)
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Die Beute

Geschichten vom Wunsch nach Selbstauflösung in der Lust, von liebe- und schmerzvollen Abhängigkeiten, von bedrohlichen und befreienden Aspekten einer Sexualität jenseits geordneter Beziehungs- und Partywelten. Phoebe Müller wendet sich in ihren neuen Erzählungen existenziellen Gefühlen in der Sexualität zu. Die Protagonistin entfernt sich von Geschichte zu Geschichte, die man auch inFolge wie einen Roman lesen könnte, weiter von der Welt routinierter Sexualität in liebevoll eintönigem Beziehungsalltag. Die 'Spielwiese' härterer Sexualität, S/M genannt, wird in poetischer Dichte hinterfragt. Phoebe Müller erzählt von liebe- und kraftvollen Inszenierungen, von dem Wunsch nach Selbstauflösung in der Lust, von lust- und schmerzvollen Abhängigkeiten, auch vom Älterwerden, von der Erinnerung. Von Gefühlen an der Grenze. Sie spürt diesen sexuellen Gefühlen in ihren bedrohlichen und befreienden Aspekten nach. Hat man sich einmal auf den Weg in diese 'andere' Welt begeben, wohin gelangt man? Ein atemberaubender Einblick in widersprüchliche erotische Welten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 28.05.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783887698591
    Verlag: Konkursbuch
    Größe: 251 kBytes
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Die Beute

Unter Wasser atmen

Es war kalt im Raum. Als hinge Frost in der Luft. Die Stille zwischen den Körpern war eisig. Die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos zeichneten Lichtschlieren an die Wände. Sein Körper lag unbeweglich auf ihrem. Die Rippenbögen hart an ihrer Brust, angespannt und kalt, sein Geschlecht steif an ihren Bauch gepresst. Ein Eiszapfen, dachte sie und erinnerte sich an die Zeiten, als sie noch unter den Decken gespielt hatten wie Kinder. "Nimm diese Eisblöcke weg von mir", hatte er kichernd gesagt, wenn sie ihre kalten Füße an seinem Körper wärmen wollte. Jetzt war die Kälte sein Metier geworden.

Sie atmete tief ein und aus, um sich zu entspannen. "Lieg ruhig", sagte er, "beweg dich nicht."

Sie schluckte und hielt den Atem an. "Es ist so kalt", flüsterte sie. "Es ist gut, dass es kalt ist", murmelte er und schob sich in sie. Ihr Körper zuckte kurz und die Ketten um ihre Handgelenke klirrten leise gegen das Bettgestänge. "Lieg ruhig", befahl er. Sie biss sich auf die Lippen. Ihr Körper war von Gänsehaut überzogen. Sie kam sich vor wie ein Hähnchen in der Fleischertheke, geschlechtslos, kalt und nackt. In den Ecken des Raumes schienen sich die Schatten zusammenzuballen wie Schaulustige.

Er bewegte sich fast unmerklich in ihr. Sie spürte, wie sie trotz aller Widerstände zerfloss und hasste es. Gegen ihren Willen seufzte sie, als er ihr das Kissen fest auf das Gesicht drückte. Es war ein festes Ritual geworden. Sie tauchte ab und ließ sich tief in die Matratze sinken, ließ ihren Körper unter ihm zurück.

Die anfängliche Angst war verflogen. Sie würde wieder auftauchen, das wusste sie jetzt, hatte gelernt, den Sauerstoff in ihren Lungen zu rationieren wie ein professioneller Taucher. Sie tauchte tief. Das Kissen löschte jegliches Licht und Geräusch aus, umfloss ihren Kopf wie Morast. Er stieß jetzt fester zu und sie spürte, wie das Innere ihres Geschlechts ihn gierig umschloss, ohne dass sie es wollte. Jeder ihrer Muskeln war angespannt, so still, so bewegungslos lag sie. Sein weit entfernter Schrei löste die Erstarrung, das Kissen löste sich von ihrem Gesicht, aber sie hielt weiter den Atem an. Die um das Bett versammelten Schatten kamen näher und näher. Es war, als würde sie Wasser atmen, während er sie grob, aber geschickt mit den Fingern bearbeitete. Als sie kam, atmete sie seufzend ein, ihre Lungen jaulten. Ein Orgasmus, als würde sie von Eiszapfen durchbohrt. Sein Körper kalt an ihren geklebt. Dann Stille.

"Wach auf, Prinzessin", flüsterte er, löste die Ketten und sie konnte den Sinn seiner Worte nicht in Verbindung bringen mit dem Kissen, dem Eis zwischen ihren Beinen.

Er strich ihr übers Haar wie einer Kranken, stand auf und ging ins Badezimmer. Er liebte heiße Duschen. Nach kurzer Zeit dampfte es unter der Tür hervor und sie hörte Wasserrauschen und Gesangsfetzen. Sie wusste, sie würde ungefähr zwanzig Minuten Zeit haben, bevor er ins Bett kroch, wo er warm nun und zufrieden einschlafen würde. Verbissen machte sie es sich noch zweimal selbst, bis es wehtat.

Die grelle Normalität des Frühstücks war stets ein Schock. Fasziniert beobachtete sie seine Hände, die ein Brötchen mit Butter bestrichen und die Tasse geschickt und beflissen zum Mund führten. Sah den zarten Haarflaum, der sich über seine Handgelenke zog und im Inneren des weißen Hemdes verschwand. Sah, wie sich seine vollen Lippen beim Kauen bewegten. Seine braunen, jungenhaften Augen, in denen Lichtreflexe spielten.

"So still heute, Prinzessin?", fragte er und leckte ihr ein wenig Marmelade aus dem

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