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Die Farben des Feuers Historischer Roman von Borodale, Jane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
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Die Farben des Feuers

Ein Feuerwerk, wie ihr Dienstherr John Blacklock es fertigt, hat die junge Agnes noch nie gesehen. Erst vor wenigen Tagen hat sie ihr beengtes Elternhaus in Sussex verlassen, um Schimpf und Schande von ihrer Familie fernzuhalten. Das Glitzern und Brausen fasziniert sie, und dank ihrer geschickten Finger lernt Agnes rasch, Raketen zu bauen, Wunderkerzen, Leuchtsterne und Feuerregen.
Doch ein Schatten liegt über Agnes' Leben. Sie ist schwanger, ungewollt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie es nicht mehr verbergen kann und sie auch ihr neues Heim verliert. Blacklock hat ebenfalls ein dunkles Geheimnis. Kann er ihr dennoch helfen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 18.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838715025
    Verlag: Bastei Lübbe E-Books
    Originaltitel: The Book of Fires
    Größe: 1268 kBytes
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Die Farben des Feuers

1
Das regelmäßige Schaben von Metall auf Stein erfüllt den Hof, als er die Messer schärft. Die Klinge gibt ein zitterndes Kreischen von sich, das mir durch und durch geht. Es ist November, und heute ist der Tag, an dem wir das Schwein schlachten werden.
Ich bin im Haus, beuge mich über die Herdstelle und lege kleine trockene Ulmenholzstücke und Baumrinde auf die Glut. Sie entzünden sich, und bald fängt das Feuer an zu flackern. Ein warmer Pilzgeruch steigt auf, und aus den Holzscheiten quellen Blasen aus Saft und Harz. Die Flammen knistern und prasseln, und farbige Strahlen schießen nach oben. Eine Säule aus dichtem Rauch steigt rasch den Schornstein hinauf und ergießt sich in den Himmel wie eine graue Flüssigkeit in Milch. Ich hänge den Blasebalg wieder ein und richte mich auf. Feuer gibt mir ein gutes Gefühl. Wenn ich Dinge zu Asche und zu Nichts verbrenne, habe ich meine Ziele klarer vor Augen.
Als ich mich umdrehe, sehe ich, dass die Küche voller Rauch ist. Außer Atem hetzt meine Mutter zwischen dem auf Böcken stehenden Tisch und der Feuerstelle hin und her. Auf ihren Wangenknochen erscheinen zwei rote Flecken. Dieses Feuer muss in glühenden Flammen lodern, den heißesten des Jahres. Es muss das Wasser in den großen, bis zum Rand gefüllten Töpfen, mit dem die Haut des Schweines abgebrüht wird, zum Kochen bringen. Später werden in diesen Töpfen Gerste und Blut köcheln, bevor der Brei aus Fett, Blut und Gerste in die ausgewaschenen Därme gefüllt wird und die Würste säuberlich im Wasserkessel garen. Ich gehe zur Tür und trete hinaus auf den Hof, um mehr Holz zu holen.
Noch ist es nicht so kalt, dass es einem den Atem verschlägt, aber ich spüre schon die Kühle. Martini ist nicht mehr fern, doch bis jetzt hat es noch nicht gefroren wie sonst in den meisten Jahren. Mein Atem schwebt als kleine weiße Wolke vor mir her. Eine tief stehende Sonne ist über dem Tal aufgegangen und treibt dünne Schatten über den Fahrweg. Die feuchte Luft riecht nach modrigem Laub und Mist und dem Rauch aus dem Kamin. Ich kann das raue Krächzen der Saatkrähen über den Buchen auf dem Hügel hören. Und neben der Hintertür wetzt mein Bruder die Klingen, er streicht das Metall über den Wetzstein, weg von seinem Körper. Als ich über den Hof zum Holzstoß gehe, sehe ich, wie das Messer beim Schleifen den Schein der orangefarbenen Sonne einfängt, ein scharfer Blitz aus blendendem Licht.
Während ich Holzscheite und Äste vor meiner Brust auf meine Arme häufe, flüstere ich in den Holzstapel: "Ich heiße Agnes.
Ich lebe in einem kleinen Haus am Rand der Gemeinde Washington am Fuße der Downs, wo der Sandboden in Lehm übergeht. Der Fahrweg, der an unserem Cottage vorbeiführt, ist schmal und schlammig und wird milchig weiß, wenn der Regen von den Hügeln herunterfließt. Der steile Abhang über uns ist dicht bewaldet, bis hinauf zu den offenen Kreideflächen, wo die Schafe grasen. Die Familie meines Vaters lebt schon seit Jahren in Sussex. Ich bin siebzehn, wir sind ziemlich oft hungrig, und ich webe den halben Tag lang Tuch, mit dem gehandelt wird. In der übrigen Zeit mache ich das, was Mädchen so tun: Ich rühre in Töpfen, füttere die Hühner, tätschele den kleinen Kindern den Rücken, koche Seife, trage eben mein Scherflein bei ..."
Sein Messer hat innegehalten. Es liegt eine Unsicherheit in der Luft, die nicht zu dem passt, was ich sage. Ich höre auf zu flüstern und balanciere den Armvoll Holzscheite, die bis zu meiner Schulter gestapelt sind, ins Haus.
Überall auf dem Lehmboden in der Küc

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