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Die Frau im Mond Roman von Agus, Milena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2013
  • Verlag: Hoffmann und Campe
eBook (ePUB)
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Die Frau im Mond

Die Verfilmung - ab 2. März 2017 im Kino "In zwei Stunden gelesen. Geweint, glücklich gewesen (...). Wunderbar!" Elke Heidenreich in Lesen! Sie ist von nur einer Sehnsucht erfüllt: die große Liebe zu erfahren. Wie schwer das ist, ahnt die auf Sardinien lebende Bauerntochter, als sie ihre Verehrer mit glühenden Liebesgedichten vertreibt ... Milena Agus erzählt von einer außergewöhnlichen Frau, die sich mit Leib und Seele ihrem Traum verschreibt. Mit dreißig Jahren gilt eine unverheiratete Frau auf Sardinien längst nicht mehr als gute Partie. Im Jahr 1943 naht die Rettung in Gestalt eines besitzlosen Witwers aus Cagliari, der sich zu einer Vernunftheirat bereit erklärt. Die Eheleute schwören jedoch, sich im Bett niemals anzurühren. So muss die sehnsüchtige Frau noch einige Jahre auf die große Liebe warten - bis zu einer Thermalkur auf dem italienischen Festland ...

Milena Agus wurde als Kind sardischer Eltern in Genua geboren. Heute lebt sie in Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens, und unterrichtet Italienisch und Geschichte an einer Berufsschule. Ihre beiden letzten Romane Die Frau im Mond und Die Flügel meines Vaters waren internationale Bestsellererfolge. Auch Die Gräfin der Lüfte eroberte gleich nach Erscheinen die italienischen Bestsellerlisten und wurde von der Kritik gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 135
    Erscheinungsdatum: 22.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455811797
    Verlag: Hoffmann und Campe
    Originaltitel: Mal di Pietre
    Größe: 1856kBytes
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Die Frau im Mond

3
Im Mai 1943 kam mein Großvater ins Dorf. Er war jenseits der vierzig und Angestellter in der Saline von Cagliari. In der Via Giuseppe Manno hatte er ein schönes Haus besessen, unmittelbar neben der Kirche San Giorgio e Santa Caterina gelegen; von dort aus hatte man eine wunderbare Aussicht über die Dächer der Marina bis hin zum Meer. Nach dem Bombardement, das am 13 . Mai stattfand, blieb weder von der Kirche noch von diesem Haus, noch von allen anderen Gebäuden in der Nachbarschaft etwas übrig – bis auf einen riesigen Trümmerhaufen.
Die Familie meiner Großmutter nahm diesen anständigen Herrn bereitwillig auf, der, für damalige Verhältnisse nicht mehr der Jüngste und obendrein Witwer, vom Kriegsdienst befreit war. Mit jenem geliehenen Koffer also, den er mit ein paar aus den Trümmern geretteten Habseligkeiten gefüllt hatte, kam er im Dorf meiner Großmutter an. Es verstand sich von selbst, dass er unentgeltlich im Haus wohnen durfte und verköstigt wurde.
Bereits im Juni hielt er um Großmutters Hand an. In jenem Monat vor der Hochzeit weinte sie den lieben langen Tag. In ihrer Verzweiflung fiel sie vor meinem Urgroßvater auf die Knie und beschwor ihn, Nein zu sagen, unter dem Vorwand, dass sie bereits einem anderen versprochen sei, der in den Krieg gezogen sei. Falls man sie im Haus partout nicht mehr haben wolle, sei sie zu allem bereit, etwa nach Cagliari zu gehen und sich dort Arbeit zu suchen.
"Die Leute kommen aus Cagliari hierher, Kind", sagte mein Urgroßvater, "und du willst in die Stadt ziehen! Dort gibt es nichts mehr zu tun, was willst du denn machen?"
"Sie ist verrückt", schrie meine Urgroßmutter, "vollkommen verrückt! Will doch tatsächlich in die Stadt gehen und dort als Hure arbeiten, denn etwas anderes kann sie sowieso nicht! Sie hat von nichts eine Ahnung, aber den Kopf voller Flausen, und das war schon so, als sie noch ein kleines Mädchen war!"
Es wäre ein Leichtes gewesen, einen Verlobten zu erfinden, der irgendwo an der Front war: in den Alpen, in Libyen, Albanien, im Ägäischen Meer oder auch bei der Regia Marina, der Königlichen Italienischen Marine. Ein Kinderspiel wäre es gewesen, aber meine Urgroßeltern wollten nichts davon wissen.
Also sagte Großmutter ihrem zukünftigen Ehemann, dass sie ihn nicht liebe und ihm niemals eine richtige Frau sein könne. Großvater versicherte ihr, dass sie sich keine Sorgen machen müsse – auch er liebe sie nicht. Somit wussten beide, woran sie waren. Und was die Sache mit der richtigen Frau anbelangte, hatte er ebenfalls vollstes Verständnis. Er würde eben weiter das Bordell im Hafenviertel von Cagliari besuchen, so wie er es schon immer getan hatte, seit er ein junger Mann war, ohne sich dabei jemals eine Krankheit zugezogen zu haben. Aber nach Cagliari kehrte er mit Großmutter, seiner Frau, bis 1945 nicht zurück.
Also schliefen die Großeltern wie Bruder und Schwester im Gästezimmer, das reich ausgestattet war: ein großes, hohes schmiedeeisernes Bett mit Intarsienarbeiten aus Perlmutt, darüber an der Wand ein Bild mit der Madonna und dem Kind, auf der Kommode eine Kaminuhr unter einer Glasglocke, ein Waschtisch mit Schüssel und Krug, ein Spiegel, den eine gemalte Blume zierte, und unter dem Bett ein Nachttopf aus Porzellan.
Die gesamte Einrichtung sollte Großmutter später übernehmen, als das Haus im Dorf verkauft wurde und sie in Cagliari mit Großvater aus der Via Sulis in die Via Manno umzog; dort wollte sie genau das gleiche Schlafzimmer haben, das sie im ersten Jahr ihrer Ehe mit ihrem Mann geteilt hatte. Do

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