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Die Frauen der Kamelien-Insel Roman von Bach, Tabea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Frauen der Kamelien-Insel

Nach einem rauschenden Hochzeitsfest auf der Kamelien-Insel wünschen sich Sylvia und Maël - bislang vergeblich - ein Kind. Da steht plötzlich Maëls einstige große Liebe Chloé vor der Tür mit ihrem siebenjährigen Sohn, den sie zur Überraschung aller als Maëls Kind vorstellt. Doch das ist nicht alles: Chloé will Maël zurückgewinnen. Kann Sylvia um ihre große Liebe kämpfen, ohne sich zwischen Vater und Sohn zu stellen? Und dann droht der Kameliengärtnerei auch noch das Aus, eine Gefahr, die Sylvia und Maël nur gemeinsam abwenden können.

Tabea Bach war Operndramaturgin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie wurde in der Hölderlin-Stadt Tübingen geboren und wuchs in Süddeutschland sowie in Frankreich auf. Ihr Studium führte sie nach München und Florenz. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem idyllischen Dorf im Schwarzwald, Ausgangspunkt zahlreicher Reisen in die ganze Welt. Die herrlichen Landschaften, die sie dabei kennenlernt, finden sich als atmosphärische Kulisse in ihren Frauenromanen wieder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 395
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556212
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Kamelien-Insel .2
    Originaltitel: Kamelien-Insel 2
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Die Frauen der Kamelien-Insel

1
Das Fest

Die Glocken von Sainte-Anne ertönten in ihrem schönsten Festtagsgeläut. Ein lauer Wind trug ihre Klänge weit hinaus über das bretonische Meer und hinüber zur Kamelieninsel, wo schon alles bereit war für das große Hochzeitsfest.

Weiße Kamelien schmückten den Altar, vor dem Sylvia und Maël sich gerade das Jawort gegeben hatten. Der Priester sprach die letzten Segen, und mit einem tosenden Akkord setzte die Orgel zum Nachspiel ein.

Eine Welle von Glück durchflutete Sylvia. Nun hatten sie es also wirklich getan, obwohl sie nach der entsetzlichen Trennung von Holger geglaubt hatte, nie wieder einem Mann vertrauen zu können. Doch mit Maël war alles anders. Es war die tiefe, selbstverständliche Liebe zwischen ihnen, die alles so einfach machte.

Sie fühlte seinen Blick und sah ihn an. Das Leuchten in seinen Augen brachte ihr Herz zum Tanzen, erst recht, als er sie sanft an sich zog und küsste. Es war, als lösten sich Raum und Zeit auf, und für einen Augenblick, der Sylvia wie eine Ewigkeit erschien, gab es nur Maël und sie. Dann setzte die Zeit wieder ein, und strahlend vor Glück wandten sie sich ihren Gästen zu.

Die Kirche war bis auf den letzten Sitz gefüllt, und hinter den mit weißen Bändern und Blüten geschmückten Bänken drängten sich noch mehr Menschen. Man hatte das Portal offen gelassen, damit diejenigen, die in der Kirche keinen Platz mehr gefunden hatten, das große Ereignis von draußen mitverfolgen konnten.

Sylvia fing das Lächeln ihrer besten Freundin und Trauzeugin Veronika auf, die in der ersten Reihe neben ihrem Mann Laurent saß, ihre zehn Wochen alte Tochter Lilianne im Tragetuch haltend. Und sie sah, wie sich Solenn mit einem Taschentuch über die Augen fuhr, Maëls Ziehmutter und Besitzerin der Kamelieninsel, eine bodenständige Bretonin, die normalerweise nicht so schnell aus der Fassung geriet. Für Sylvia war die Lebensgefährtin ihrer verstorbenen Tante Lucie trotz des Altersunterschieds zu einer echten Herzensfreundin geworden.

Während sie dem Ausgang entgegenschritten, blickte Sylvia hinauf zu der Fensterrosette aus buntem Glas über dem Portal. Einen Moment lang musste sie wieder daran denken, wie sie vor gut zwei Jahren zum allerersten Mal diese Kirche besucht hatte. Damals war der schmucklose Bau mit seinen trutzigen Säulen aus grauem Granitgestein eine Sehenswürdigkeit unter vielen für sie gewesen. Sie war als Touristin gekommen, auf den Spuren ihrer Tante Lucie, der allerletzten ihrer Verwandten, die drüben auf der Insel gemeinsam mit Solenn Lambaol die Gärtnerei geführt hatte. Damals hatte Sylvia nicht ahnen können, dass diese Reise ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellen würde ...

Maël drückte ihre Hand, so als könnte er ihre Gedanken lesen. In den vergangenen beiden Jahren waren sie einander so vertraut geworden, dass der eine oftmals fühlen konnte, was der andere gerade dachte, und auch den kleinsten Stimmungswechsel wahrnahm. Sie sah zu ihm auf und lächelte. Ja, sie liebte einfach alles an ihm: die Art, wie er sein dichtes dunkles Haar aus der Stirn zu streichen pflegte, das energische Kinn mit dem Grübchen und die feinen Lachfältchen in seiner stets sonnengebräunten Haut. Vor allem aber liebte sie seine Augen, die die Farben des Meeres und die des Himmels in sich vereinten und die wie das Wetter ihre Schattierung wechseln konnten, je nach Maëls Stimmung. Im Augenblick leuchteten sie in einem grünlichen Blau.

Maël erwiderte ihren Blick. Sylvia verstand, was er ihr sagen wollte. Jetzt war nicht die Zeit, an all die Schwierigkeiten zurückzudenken, die an diesem Tag gottlob weit hinter ihnen lagen. Heute war es Zeit, zu feiern und glücklich zu sein.

Als sie aus der Kirche traten, schloss Sylvia für einen Moment geblendet die Augen, dann hatte sie sich an das helle Sonnenlicht gewöhnt. Der Platz war voller Menschen. Das ganze Dorf war zu ihrer Hochzeit gekommen, Hochrufe brandeten ihnen entgegen, Blütenb

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