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Die Frauen der Villa Fiore Giulias Geschichte - Roman von Wilken, Constanze (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Frauen der Villa Fiore

Seit Generationen ist das toskanische Weingut Villa Fiore im Besitz der Familie Massinelli. Nach Jahren der Misswirtschaft leiten nun die Brüder Lorenzo und Salvatore die Geschäfte. Sie sind jedoch heillos zerstritten und der Ruf des Gutes angeschlagen. Als Lorenzos älteste Tochter Giulia nach langer Abwesenheit nach Hause zurückkehrt, erfährt sie, dass ein Unbekannter Sabotage betreibt, um die Massinellis zu ruinieren. Gemeinsam mit dem kalifornischen Weinexperten Paul Reed versucht sie verzweifelt, das Familiengut zu retten. Paul ist von der unnahbaren Frau fasziniert. Doch Giulia zweifelt und steht bald nicht nur vor der größten Aufgabe, sondern auch vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens ... Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, wo sie auch heute wieder lebt, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Als Autorin ist sie sowohl mit großen Frauen- als auch mit historischen Romanen erfolgreich. Weitere Titel von Constanze Wilken sind bei Goldmann in Vorbereitung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641215392
    Verlag: Goldmann
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Die Frauen der Villa Fiore

1

Der Fahrtwind war warm, und sie schloss die Augen, um die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Sie hörte das Knattern der Vespas und atmete den Geruch von Benzin, Pinien und Staub, in den sich der modrige Duft des Sees mischte. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

"Soll ich das Verdeck schließen? Es staubt ziemlich", wandte Dario sich an seine Beifahrerin.

Sie öffnete die Augen. "O nein, es ist schön so."

Es war kalt in New York gewesen. Kalt, nass und beklemmend. Die Straßenfluchten zwischen den Wolkenkratzern hatten ihren Reiz verloren, der Glamour war verflogen, die Stadt nur noch eine Ansammlung von Beton, Stahl, Glas und zu vielen hektischen Menschen. Das schnelle Leben, der Erfolg und die Anerkennung in der Firma hatten ihr alles bedeutet. Doch am Ende waren es nur Zahlen auf dem Papier. Erfolg war vergänglich und das Lob der Kollegen heuchlerisch. Alle warteten nur darauf, dass einer aus der Meute einen Fehler machte. Dann biss und schlug man sich um das goldene Fell und den Platz, den es zu besetzen galt. Sie hatte es ihnen leicht gemacht und war einfach gegangen.

"Giulia, geht es dir gut? Sollen wir anhalten?" Dario warf ihr einen besorgten Blick zu und lenkte den Wagen von der Hauptstraße auf einen Rastplatz.

Sie lächelte. "Mein schöner Cousin. Warum bist du noch nicht verheiratet? Ein erfolgreicher Anwalt, ein Dottore mit einer Kanzlei in Rom. Die Frauen laufen dir sicher die Tür ein!" Sie strich ihm über die Wange. "Danke fürs Anhalten, caro . Ich vertrete mir kurz die Beine."

Dario Massinelli half ihr aus dem Sportcabrio. "Das mit den Frauen hat Zeit. Wobei du dir vorstellen kannst, dass meine Mutter lieber heute als morgen einen Enkel hätte."

Er hakte seine Cousine unter und ging mit ihr zum Ufer des Sees.

"Wie geht es Tante Bruna? Streitet sie noch immer so viel mit deinem starrköpfigen Vater?"

"Sie reden schon lange nicht mehr richtig miteinander. Wenn es um die Fattoria geht, raufen sie sich zusammen, aber sonst ..." Er machte eine vielsagende Geste. Dario Massinelli war der einzige Sohn ihrer Tante Bruna und ihres Onkels Salvatore, dem Bruder ihres Vaters.

"Die Fattoria ... Es ist so lange her. Ich war immer gern bei euch. Habt ihr die Pferde noch?"

"Aber natürlich! Du weißt nicht, dass deine Schwester sich jetzt um den Stall kümmert? Milena macht das großartig. Sie hat einige Preise für die Fohlen gewonnen."

Sie blieben stehen und schauten über den Lago Trasimeno. Das Plätschern des Wassers, das Schnattern der Enten und Kindergelächter weckten glückliche Kindheitserinnerungen in Giulia.

"Damals schien alles so einfach und so sicher. Ich hätte nie gedacht ..." Sie brach ab und strich sich die langen dunklen Haare aus dem Gesicht. "Lass uns weiterfahren, Dario."

"Wissen sie, dass du kommst?"

" Sì , aber nur Bianca weiß, was passiert ist." Bianca war die mittlere der drei Massinelli-Schwestern und stand Giulia am nächsten. Selbst die Entfernung und die Jahre im Ausland hatten nichts an der Vertrautheit der Schwestern ändern können. Wenn es ein ernsthaftes Problem gab, rief Giulia Bianca an, und umgekehrt war es genauso.

Dario öffnete ihr die Wagentür. "Du hast Glück, dass du solche Schwestern hast."

Als Einzelkind aufgewachsen hatte Dario viel Zeit bei seinen Cousinen verbracht und die Stelle des großen Bruders und Beschützers übernommen. Giulia drückte seinen Arm und ließ sich wieder in den Sitz sinken. Die restliche Fahrt über hing sie ihren Gedanken nach und wappnete sich für die Begegnung mit ihrem Vater.

Lorenzo Massinelli hatte ihr bis heute nicht verziehen, dass sie nach dem Studium in New York geblieben war. Das Familienunternehmen hatte sich damals in einer Krise befunden, und Lorenzo hatte auf sie als Nachfolgerin gebaut. Aber Giulia hatte ihre Zukunft nicht im Weinanbau gesehen. Das Risiko, das jede neue Ernte mit sich brachte, di

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