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Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis Roman von Bomann, Corina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis

Das Geheimnis der Gutsherrin. Die große Löwenhof-Saga von Corina Bomann geht weiter!

Südschweden, 1931. Mathilda ist 17 und nach dem Tod ihrer Mutter Waise. Völlig überrascht steht sie plötzlich der beeindruckenden Agneta Lejongård gegenüber. Die ihr unbekannte Gutsherrin ist ihr Vormund und nimmt sie mit auf den Löwenhof. Mathilda ahnt nicht, dass Agneta ihre Tante ist. Und noch bevor sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, bricht in Europa ein neuer Krieg aus. Das Leben auf dem Löwenhof verändert sich für immer, und Mathildas muss auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück ganz neue Wege gehen.

Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Potsdam. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 24.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843717908
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3078 kBytes
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Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis

1. Kapitel

Ich fühlte mich schläfrig. Vor mir lag mein Heft, in das ich eigentlich etwas schreiben sollte, aber meine Arme waren viel zu schwer. Ich hatte keine Kraft, den Federhalter zu nehmen und Worte aufs Papier zu bringen. Die Luft im Klassenzimmer war trotz offener Fenster zum Schneiden dick, obwohl es erst Anfang Juni war. Der Sommer kam früh im Jahr 1931.

Am liebsten wäre ich irgendwo im Stadtpark gewesen anstatt im Unterricht von Fräulein Nyström an der Realskola in Stockholm. Ich hätte im Schatten sitzen und meinen Gedanken nachhängen können, statt etwas über Haushaltsführung zu hören und von den Blicken meiner Mitschülerinnen gepiesackt zu werden.

Doch meine Eltern hatten darauf bestanden, dass ich eine gute Ausbildung erhielt. Mein Vater hatte mich persönlich hier angemeldet und erklärt, dass ich nur so zu etwas kommen könnte. In diesen Zeiten darfst du dich nicht nur darauf verlassen, dass du einen guten Mann findest , waren seine Worte gewesen. Mutter hatte ihn seltsam angesehen, dann aber ebenfalls angemerkt, dass Schönheit allein für eine Frau heutzutage nicht ausreiche, um glücklich zu werden.

Ich wollte ihre Bemühungen nicht durch Schwänzen zunichtemachen. Erst recht nicht jetzt, wo die Beerdigung meiner Mutter erst ein paar Tage zurücklag.

Der Tod war in der Nacht zu Susanna Wallin gekommen, ganz heimlich hatte er ihre Seele gestohlen. Ich fand sie am Morgen, nachdem ich mich beim Aufstehen gewundert hatte, dass das Haus so still war. Meine Mutter ging als Erstes immer in die Küche, um den Herd anzufeuern und Frühstück zu machen. Auch nach dem Verschwinden meines Vaters hatte sie nie von dieser Gewohnheit abgelassen. Diesmal war es anders. Als ich ihr Zimmer betrat, um sie zu wecken, sah ich, dass sie mit offenen Augen an die Decke starrte. Zunächst glaubte ich noch, sie würde nachdenken, aber dann berührte ich sie und merkte, dass sie starr war und so unglaublich kalt.

Als ich einsah, dass kein Arzt ihr mehr helfen konnte, war es, als würde etwas in mir zerbrechen. Panisch rannte ich zum Doktor, der mir dann die schreckliche Gewissheit gab. Alles, was danach kam, verschwand im Dunkel meiner Erinnerung. Irgendwie hatte ich es geschafft, dem Pastor und den Nachbarinnen Bescheid zu sagen.

Tags darauf fand ich mich in meinem Bett wieder, mit dem Feuerzeug in der Hand, das einst meinem Vater gehört hatte. Während ich mir die Augen ausweinte, musste ich es an mich genommen haben. Es war warm von meiner Haut, und irgendwie tröstete es mich, auch wenn ich kaum etwas über meinen Vater wusste.

Papa hatte immer ein wenig abwesend gewirkt, und Mama hatte von einer Welt geträumt, die mir nicht zugänglich war. Die beiden hatten sich gut um mich gekümmert. Nie habe ich auch nur eine Ohrfeige erhalten. Aber sie waren manchmal wie Schaufensterpuppen, die nur in meinem Leben waren, damit ich Gesellschaft hatte.

Als mein Vater plötzlich aus meinem Leben verschwand, war ich untröstlich. Eines Tages kam er einfach nicht mehr nach Hause. Mutter hatte zwei Tage gewartet, dann die Polizei eingeschaltet. Überall suchte man nach Sigurd Wallin, doch man fand ihn nicht. Jemand erzählte den Polizisten, dass er ihn auf einer Brücke in Gamla Stan gesehen habe. Nachforschungen ergaben, dass er tatsächlich dort gewesen war. Vor einem Brückengeländer fand man ein Feuerzeug, das ihm gehört hatte. Es war vergoldet und mit einem feinen Blumenmuster bedeckt. Ich hatte es immer bewundert, wenn er sich damit seine Zigarillos anzündete. Es war das Einzige, was von ihm blieb.

Die Behörden gingen recht schnell davon aus, dass er sich im Wasser das Leben genommen habe. Die Suche wurde auf die Küste ausgedehnt. Doch die Ostsee war tief, und die Strömung trieb die Dinge weit aufs Meer hinaus.

Nach einem Jahr vergeblicher Suche wurde mein Vater für tot erklärt. Ich nahm das kleine Feuerzeug an mich, denn meine Mutter interessierte sich nicht dafü

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